Spezial: Gerald Baars über den 11. September

Shownotes

🟡 Hauptthema

Gerald Baars, früher Journalist und Teamleiter der ARD, heute 73 Jahre alter Ruheständler: Moderator und Host Tobias Weckenbrock erinnert sich mit ihm an den Terroranschlag und das, was folgte.

Ex-ARD Studioleiter Gerald Baars erinnert sich an 9/11: „Ich wurde ein deutscher New Yorker“ (RN+)


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00:00:00: Ich war gerade mit den Dreharbeiten dafür fertig und wollte genau am elften September um zehn Uhr Auszeit nach New York zurückfliegen, fünftausend Kilometer.

00:00:13: Und beim Aufstehen guckte ich das ins Fernsehen was ich angestellt hatte und sah da die erste Maschine in den Norddurm einschlagen.

00:00:31: Podcast das Spezial.

00:00:38: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Episode des Podcasts, und zwar in einer Spezialausgabe!

00:00:45: Denn wir haben den Elften September.

00:00:49: Und zwar im Jahre ... ... ich heiße übrigens Tobias Weckenbrock und blicke heute in dieser Spezialepisode zurück... Im Jahre two-thausend eins, da geschah Schreckliches.

00:01:04: Da stürzten die Twin Towers ein das World Trade Center getroffen von Flugzeugen und an diesem Tag kann ich mich als Kastro-Brauchslamm mit keinem eigentlich besser erinnern als mit diesem Gast hier im Studio.

00:01:20: Gerard Baas herzlich willkommen!

00:01:24: Herr Basz, zu Ihrer Person.

00:01:25: Sie sind drei und siebzig Jahre alt leben inzwischen in Viterbo in Italien und sind dort glücklicher und zufriedener Rentner.

00:01:33: damals allerdings waren sie von meiner Sorte als Journalist tätig und zwar für die ARD und waren Auslandskorrespondent.

00:01:43: so jetzt können vielleicht viele Hörer schon zwei Punkte miteinander verknüpfen.

00:01:49: Sie waren in den USA eigentlich als ARD Auslandsreporter in New York sogar allerdings.

00:01:56: als nine eleven geschah haben sie mir jetzt im vorgespräch schon gesagt und auch natürlich schon in vielen interviews und in einem selbstbericht dem wir auch auf ohne richtende noch mal veröffentlichen werden über diesen tag und diese phase nicht vor ort.

00:02:11: nein ich war zu einem vorbericht In Edmonton, Alberta oder genau gesagt in Kananaskis in Alberta wo der G-Acht-Gipfel damals war das noch ein G- Acht stattfinden sollte und das ist ein gutes Alibi für mich dass ich nicht wusste.

00:02:28: Das Osama Bin Laden die Anschläge plante.

00:02:31: Ich war gerade mit den Dreharbeiten dafür fertig und wollte genau am elften September um zehn Uhr Auszeit nach New York zurückfliegen Und beim Aufstehen guckte ich das ins Fernsehen, was sie angestellt hatte und sah da die erste Maschine in den Nordturm einschlagen.

00:03:01: Alle haben darum spekuliert.

00:03:03: für mich war es aber klar dass das kein normaler Flugzeugunfall war denn wenn ein Pilot einen Unfall hat dann streift er den Turm vielleicht.

00:03:16: Er versucht auszuweichen, aber das war sehr offensichtlich mittendrin im Turm.

00:03:20: Das Loch und es war ein großes Loch.

00:03:23: Es war eine große Maschine nicht so kleiner kleine Chessner oder sowas.

00:03:29: Und da hatte ich schon ein sehr ungutes Gefühl und habe meinem Kammer irgendwie gesagt los bald euch.

00:03:33: wir fahren jetzt sofort zum Flughafen damit wir schnell zurückkommen.

00:03:37: Aber da war der Luftraum schon gesperrt Und man konnte nicht mehr fliegen in ganz Nordamerika.

00:03:43: und dann haben wir eine abenteuerliche Tour mit unserem Leihwagen gemacht, mit dem Auto von Edmonton nach New York.

00:03:49: Das sind fünf tausend Kilometer.

00:03:50: Wir haben sie in achtundvierzig Stunden geschafft.

00:03:53: Angesichts der Geschwindigkeitsbegrenzung in den USA war das schon eine sehr anspruchsvolle Aufgabe.

00:04:00: So und?

00:04:01: Das war ja noch ne Zeit.

00:04:02: da hatte nicht jeder schon so ein Smartphone.

00:04:04: Man hatte nicht Tablets waren nicht rund um die

00:04:06: All-On

00:04:07: Line.

00:04:07: Wie haben Sie dann das Geschehen verfolgt, wenn sie in der Autoradio im Auto saßen?

00:04:11: Im

00:04:12: Autoradyo.

00:04:12: Die ganze Zeit lief Autoradio und es war vierundzwanzig Stunden nichts anderes im Autorado in Nordamerika als eine Aktualisierung der Ereignisse aus New York.

00:04:21: Insofern war ich sehr gut informiert, als ich vor Ort ankam.

00:04:24: Aber Sie haben's doch wahrscheinlich als Reporter ... Wenn ich mir so vorstelle... Ich bin an dem Tag nicht in Castro-Brauxel wo hier was bahnbrechendes geschieht.

00:04:34: so schrecklich das auch ist, sind wir ja immer dann auch da wenn schreckliche Ereignisse passieren und dafür machen wir unseren Job hier auch um dann von vor Ort zu berichten.

00:04:43: Und dann sitzen sie im Auto und müssen Radio hören.

00:04:47: Das kann man ja kaum aushalten oder?

00:04:49: Ja

00:04:49: es ist das Gefühl man ist zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen.

00:04:54: Wir haben Gas gegeben.

00:04:55: ich habe immer gesagt anhalten nur zum pinkeln und zum tanken.

00:05:00: Wir haben uns zu dritt abgewechselt.

00:05:02: Einer hat immer geschlafen, der andere hat auf die Radderkontrollen geachtet und der Dritte war im Steuer.

00:05:07: Und so haben wir es dann irgendwann geschafft.

00:05:08: nach Chicago wurde ein bisschen anstrengend da wurden alle müde aber wir waren gesund und munter vor der Tür.

00:05:17: ich habe das Team gleich ins Bett geschickt und ich war fünfzehn Minuten später schon auf Sendung.

00:05:22: Das heißt, Sie hatten schon während der Autofahrt dann trotzdem über Handy Kontakt zu Ihrer Heimatredaktion Tagesschau oder was war das damals die da alles federführend

00:05:31: gemacht haben?

00:05:34: Da konnten sie dann direkt schalten.

00:05:37: Sagen Sie fern Sie fertig aus oder was?

00:05:39: Nee

00:05:40: ich sah fertig aus aber das war glaube ich allen egal in der Situation.

00:05:44: Sie wollten vor Ort einen Menschen haben, der gute Informationen hatte Und ich hatte relativ gute Informationen, weil ich wirklich umrund um die Uhr alle möglichen Berichte gehört hatte im Radio schon.

00:05:58: Das heißt sie waren als Korrespondent?

00:06:00: Wie ist so ein Korrespondente-Leben?

00:06:01: da ist man auch vernetzt?

00:06:02: Da hat man auch Ansprechpartner und Quellen.

00:06:04: oder war das zu der Zeit noch irgendwie anders, weil man nicht mal eben WhatsApp Nachrichten und SMS schicken konnte?

00:06:09: Nein aber im Studio waren ja noch die Produce.

00:06:12: Das sind Amerikaner, die auch zuarbeiten Bildmaterial beschaffen und ähnliches, die haben ja weiter gearbeitet.

00:06:21: Also die waren schon an den Schauplätzen wo es sich abspielte das heißt Bilder gab es nur die Stimme vor Ort war.

00:06:28: Es fehlte

00:06:29: der Korrespondente die Bilder einordnete und erklärte und sie haben dann die Produce vorher immer die Bilder nach Hamburg geschickt und wurden in Hamburg bearbeitet mit Agentur-Meldungen zu filmen.

00:06:40: wir haben ja von ersten Augenblick in der Tagesschau berichtet Aber eben ohne den Korrespondenten vor Ort.

00:06:48: Das heißt, da war das ZDF Ihnen voraus oder hatten die gar keinen da?

00:06:51: Doch, die hatten da einen da aber... Und

00:06:56: RTL, da waren doch die Antonia Rados?

00:06:58: War die nicht so groß zu der Zeit?

00:06:59: Ich

00:06:59: weiß das nicht weil ich das nicht verfolgt habe im Auto.

00:07:02: Ja.

00:07:02: Aber ich weiß dass der Kollege Klaus Kleber damals bei der ARD noch in dem Studio Washington denn oft eingesprungen ist.

00:07:11: auch in Washington hatten wir hier Anschläge am Pentagon.

00:07:14: Er hatte auch die Informationen und er hat von dort aus eingeordnet, zwischenzeitlich.

00:07:20: Dann sind sie quasi vor die Kamera gegangen und haben berichtet was Sie wissen aber auch was Sie sehen?

00:07:25: Was haben Sie denn damals gesehen in der kurzen Zeit, die Sie dann hatten um das erstmal zu erfassen?

00:07:31: Also erst mal habe ich berichten können wirklich aus eigenem Augenschein wie ganz USA unter einem großen Schock war.

00:07:39: Wenn Sie immer auf der Autobahn sind, auf der Autostrada sage ich jetzt Motorways.

00:07:45: Hier

00:07:45: spricht der Italiener.

00:07:46: Dann fällt Ihnen auf das an allen Baustellen gibt es ja immer so Hinweistafeln wo sonst immer steht slow down langsam fahren oder sowas da schon drin.

00:07:57: United we are strong.

00:07:59: Vereint sind wir stark.

00:08:01: Es war hin überall amerikanische Fahnen.

00:08:04: Also ganz Amerika war damals in einer Art von Tauma vielleicht sogar also geprägt.

00:08:15: Auf dem Lande, in den USA noch viel mehr als in New York selbst.

00:08:20: weil in New york selbst kämpfen die Menschen etwa ums überleben.

00:08:24: Weil es ging ja gar nichts mehr!

00:08:26: In New York Selbst war das Handynetz inzwischen kaputt weil der Knoten Telefonknoten war in World Trade Center.

00:08:38: Die Banken konnten keine ATMs, was der Bankautomaten mehr abrufen.

00:08:46: Man konnte kein Bargeld mehr ziehen.

00:08:49: auch in allen Supermärkten oder Geschäften ging kein Terminal mehr für die Kreditkarte.

00:08:55: und wenn man keinen Bargeld hat und die Kreditgarten gehen nicht mehr ist mal aufgeschmissen.

00:08:59: und dann gab es auf einmal eine Situation in der wäre eine erhebliche Solidarität empfunden.

00:09:08: In einer millionen Stadt, anonymen Millionen-Stadt haben sich die Leute gegenseitig geholfen.

00:09:14: Ich konnte überall anschreiben und gesagt wenn das alles wieder geht kommen sie vorbei und bezahlen im See

00:09:19: als Ausländer so.

00:09:20: Ja

00:09:21: ich war ja kein Auslender!

00:09:22: Ich habe da schon gelebt und ich sprach gut Englisch.

00:09:26: In USA, in New York gibt es eigentlich keine Ausländer.

00:09:29: Da leben hundertneunzig Nationen eigentlich friedlich zusammen.

00:09:33: und wenn man einen Akzent hat oder die Leute fragen wo kommt sie her?

00:09:37: Und ich sag aus Deutschland nein!

00:09:39: Er fragt sich aus welchem Stadtviertel.

00:09:41: das interessiert die da nicht.

00:09:44: Also eine große Solidarität haben Sie gespürt.

00:09:49: auch

00:09:49: Trauer haben sie gespürt, nämlich an.

00:09:51: Oder war da eher so dieses wir sind Amerikaner?

00:09:54: Wir werden uns zu wehr setzen!

00:09:56: Wir werden es gemeinsam schaffen, da wieder rauszukommen.

00:10:00: Das waren mehr auf dem Lande und das war mehr Präsident Busch.

00:10:03: In New York selbst war es meine Nachbarfragen nicht.

00:10:08: warum hassen die uns so?

00:10:09: Die wollten eine Erklärung haben in New York.

00:10:13: Die Menschen haben es nicht ganz verstanden.

00:10:18: Warum ausgerechnet... hier zum Ziel geworden sind.

00:10:23: Trauer habe ich denn erst später empfunden, weil ich hab ja am Anfang gearbeitet wie ein Hamster im Laufrand.

00:10:30: Ich habe sieben Tage nicht eine Minute geschlafen.

00:10:33: Wie bitte?

00:10:33: Sieben Tage eine Minute nicht geschlaven ohne Unterbrechung, weil auch die ARD damals einen vierundzwanzig Stunden Nachrichtenprogramm gemacht hat und immer gab es was Neues!

00:10:43: Und ich war der Einzige, der immer einordnen berichten konnte.

00:10:49: war das ein Adrenalin stand.

00:10:52: Der war irgendwie so hoch wie der Mount Everest und ich musste ja arbeiten, aber als denn sozusagen ähnliche Verstärkung kam habe ich gesagt Leute geht es erstmal ihr müsst jetzt weitermachen.

00:11:04: keine Rosin Pikerei Ihr macht jetzt auch das aktuelle.

00:11:08: Ich gehe erst mal acht Stunden ins Bett Und dann können wir weiter sehen Nach vierzehn Tagen, drei Wochen, als ich wieder ein bisschen mehr in der Regelberichtsschattung war.

00:11:26: Dann habe ich auch mit den Angehörigen der Opfer sprechen können und gesprochen.

00:11:31: Wie viele Todesopfer gab es da?

00:11:33: Ja, das

00:11:33: waren ungefähr dreitausend.

00:11:35: Also ich weiß jetzt nicht mehr auf zweitausend neunmal umgefährdreiten.

00:11:39: Nur in Manhattan jetzt allein?

00:11:40: Nur

00:11:41: in New York!

00:11:44: Ich habe gesprochen mit der Mutter, deren Sohn ein Feuerwehrmann war und seinen ersten großen Einsatzernimmte hatte.

00:11:51: Wie verzweifelt war das einen Polizeihubschrauber über den Türmenflug?

00:11:58: Und alle aufforderte die Türme sofort zu verlassen weil sie würden befürchten dass der Turm einstürzt.

00:12:05: Die Feuerwehr hat es nicht gehört, weil die hatten ein anderes Funksystem und das war nicht vernetzt.

00:12:10: Also die wussten fünf Minuten vorher da kommen was oder?

00:12:13: Ja,

00:12:13: die Polizisten sind auch viele Polizistinnen ums Leben gekommen aber es sind ja über vierhundert Feuerwehrmänner ums leben gekommen, die immer noch nach oben liefen um zu versuchen Leute auszuholen.

00:12:26: Und dazu gehört er auch ihr Sohn und sie hat das nicht verstanden warum das so ist Und sie war verzweifelt.

00:12:31: Solche Gespräche haben mich sehr berührt.

00:12:34: Wie sind Sie da an die Menschen gekommen?

00:12:36: An die Protagonisten, sagen wir ja dann als Journalisten

00:12:39: ... Ja, es war ja so, dass sich auch gewandt haben an die amerikanischen Medien und in den amerikanisch-lokal-FNU oder New Yorker Lokalferns oder CNN was erzählt haben.

00:12:51: Dann habe ich die angerufen und gesagt, ob ich auch mal vorbeikommen darf.

00:12:55: Ganz heftig hat mich damals Howard Ludnick.

00:13:02: Das war ein Investmentbüro, der hatte in der hundertfünften und sechsten Etage von dem Nordturm seine Büros.

00:13:11: Mit über vierhundert Mitarbeitern.

00:13:13: Das

00:13:13: ist sehr hoch oder ich habe jetzt gerade neben Kopf wie viele Italien?

00:13:16: Hundertzehn

00:13:16: Etagen insgesamt.

00:13:17: Also

00:13:17: fast unter dem Dach quasi!

00:13:19: Ja...

00:13:21: Und alle, alle seine Mitarbeiter sind ums Leben gekommen weil Der Einschlag war unterhalb und über dem Einschlag des Flugzeuges warte überhaupt keine Chance rauszukommen.

00:13:36: Auch sein Bruder, der da auch mitarbeitet ist auch ums Leben gekommen und eigentlich hat er nur Glück gehabt weil er an dem ausgerechnet seinen Sohn eingeschult hat und ihn zur Schule gebracht hat und deswegen etwas später zur Arbeit fuhr.

00:13:48: War ja neun Uhr vierzehnte Einschlag morgens.

00:13:56: Ich habe den auch interviewt, eine Weile später.

00:13:58: Drei Wochen später.

00:14:00: Da war er so weit, dass er erzählen konnte und wie er das erzählt hat.

00:14:06: Und ich sage ganz kurz Erbrach in Tränen aus und Holte vor der Kamera und ich auch weil die Geschichte hat mich so mitgenommen und es war das erste Mal, dass sich nicht ein Automat gearbeitet habe sondern ich hatte einen Menschen vor mir, der ein ganz schreckliches Schicksal hatte und ich konnte das so nachvollziehen.

00:14:29: Und auch da kam meine Gefühle hoch!

00:14:32: Ich habe eigentlich erst angefangen das ganze zu richtig zu verarbeiten menschlich zu verarbeiteten.

00:14:39: ist ausmaß dieser schrecklichen Anschläge ja drei vier Wochen später Yorker alle gesagt haben, das darf nie wieder passieren und dass natürlich auch in New York niemand Verständnis hatte.

00:15:05: Dass er buschten anschließenden Irakisch anfing.

00:15:09: Wieder ein Krieg.

00:15:10: Afghanistan haben alle verstanden.

00:15:12: Auch die ganze Welt hat das Sicherheitsrat auch einstimmig beschlossen.

00:15:15: Das ist eine gerechtfertigte Maßnahmen, um die Verantwortlichen diese Anschläge zu fassen und zur Rechenschaft zu ziehen.

00:15:27: Aber Irakrieg war vorgeschoben und das hat auch keiner mehr verstanden.

00:15:31: und damit fingen die ganzen Probleme an, die wir heute haben nämlich hinterher auch arabischer Frühling, Tod von Saddam Hussein oder Gaddafi usw.. Das waren alles keine lieben Menschen, das waren auch Verbrecher.

00:15:51: Aber damit wurde ein Hass geschürt in der arabischen Welt gegen die USA und die westlichen Verbündeten Und seitdem haben wir immer wieder Terroranschläge gehabt und Probleme und letztlich auch große Flüchtlingsströme.

00:16:07: Der syrische Bürgerkrieg ist In letzter Konsequenz eine Folge gewesen dieser Ereignisse.

00:16:16: Die Tatsache, dass denn eine Million Menschen plötzlich auf der Autobahn in Ungang gestanden haben und Angela Merkel gesagt hat wir müssen menschlich sein das schaffen wir war auch eine Konsequent letztlich aus nine eleven.

00:16:32: Und wenn ich in dieser Woche auf die Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt gucke ist es letztlich auch wieder eine Kesequenz weil die Menschen Orientierung verloren haben und gar nicht begriffen haben, dass Menschlichkeit zwingend notwendig ist.

00:16:49: Aber auch uns was bringt denn?

00:16:51: viele der Syrer die gekommen sind arbeiten in Deutschland inzwischen In den Krankenhäusern als Ärzte oder Krankenschwestern aber auch in vielen anderen Berufen als Indienjöhre.

00:17:04: Die große Zahl derer die vor zehn Jahren fliehen musste ist doch integriert

00:17:12: Das stimmt.

00:17:12: Ich finde diesen großen Bogenschlag sehr, sehr interessant auch hochrelevant und gerade wenn sich das in der Wahl dann jetzt noch fortsetzt und so da erleben wir letztlich irgendwie Zeitgeschichte live mit.

00:17:24: und ich weiß nicht als nine eleven geschah.

00:17:29: sie haben ja schon gesagt Als es geschah war ihnen klar dass ist kein Unfall.

00:17:35: Da wussten wir aber noch nicht welche Konsequenzen das hat.

00:17:38: oder haben Sie schon früh auch so erkannt So ein einschneidender Wendepunkt für die weitere weltgeschichtliche Entwicklung, wie es sich jetzt dann hinterher vielleicht

00:17:48: abgezeichnet hat.

00:17:49: Ja also in dem Ausmaß konnte das niemand erkennen.

00:17:52: aber ich habe schon gespürt dass es eine einschreitende Situation war insbesondere denn in der Folge bei der Berichterstattung vor dem Irakkrieg wo ich den Off vor der UNO gestanden habe um zu erklären

00:18:08: Die hat ihren Sitz auch in New York, deshalb war das ihr

00:18:12: Zuständigkeitswahl.

00:18:13: Und ich muss dir denn immer erklären warum Colin Paul der damalige Außenminister eine Diageo im Sicherheitsrat machte um zu beweisen dass der Irakmassenvernichtungswerfen produziert was nachweislich nicht der Fall war.

00:18:28: den UN-Inspektor Blick war ja schon mehrfach in Irak gewesen, hat da alles kontrolliert und überprüft.

00:18:35: Und nichts davon als wahr vorgefunden.

00:18:40: Ich habe damals auch schon gesagt, Präsident Bush will nicht Massenvernichtungswerfen ausschalten.

00:18:47: Er will es dann am Hussein ausschalten weil das ist eine alte Rechnung die er noch begleichen will.

00:18:53: Weil sein Vater – Präsident Bush Senior – als sehr gut Kuwait wieder befreit hat, was vom Irak illegal besetzt worden ist.

00:19:04: Nicht weiter marschiert, die es auf Backt hat und Saddam Hussein nicht ausgeschleitet hat.

00:19:10: Gehen wir noch einmal zu dem Gespräch zurück mit dem Feuerwehrmann oder der Mutter?

00:19:15: Da haben Sie Trennen, Selbsttrennen in den Augen gehabt oder vergossen?

00:19:18: Ja, Howard

00:19:18: Ludnick vor allem.

00:19:20: Als Journalist in einem Interview war das das erste Mal für sie in so einer Situation

00:19:25: ... In der Masse hab ich es noch nicht erlebt.

00:19:27: Es gab schon mal früher Situationen, in denen man angefasst war, sich berührt war.

00:19:32: Aber dass sie auch heulen musste, aber der Howard Ludnik heulte von meinen Augen wie ein Schlosshund und nach dem was er erzählt hatte, konnte ich nur mitheulen

00:19:43: Wir versuchen als Journalisten ja zu abstrahieren.

00:19:45: Wir versuchen dann auch, zu funktionieren und unseren Job zu machen.

00:19:49: Da waren Sie dann Mensch?

00:19:50: War das für sie in dem Moment okay?

00:19:52: Auch so im Nachhinein?

00:19:54: oder sagen Sie ... Nein,

00:19:55: das war unvermeidlich!

00:19:57: Und natürlich war ich Mensch.

00:19:58: Ich habe ja funktioniert.

00:19:59: Ich hab ihn ein bisschen weinen lassen und habe wieder das Gespräch fortgesetzt.

00:20:03: aber ich habe ihm auch gesagt dass mich das sehr ergriffen hat und dass ich keine Worte dafür finde was er jetzt gerade durchmacht.

00:20:12: Eine Fußnote ärgert, maßlos.

00:20:15: Damals habe ich ihn bewundert, wer das geschafft hat zu verarbeiten.

00:20:22: was mich ärgerte ist dass er jetzt Handelsminister unter Trump geworden ist und die ganzen Zollpolitik mit dem macht.

00:20:28: Was macht der Mann jetzt mit dem Trump da?

00:20:31: Aber gut es ist eine andere Fußnote.

00:20:35: Zurück nochmal zur Arbeit.

00:20:36: dann vor Ort.

00:20:37: Wie konnte man denn da arbeiten?

00:20:39: Sie waren ja Nach den Anschlägen erst da.

00:20:45: Da war alles in Schutt und Asche rund um die Towers, aber war das auch Ihr Haupteinsatzgebiet dann?

00:20:51: Also ja gut ganz am Anfang.

00:20:54: Ja, da stand man denn auch vor dem Foreground Zero mit einem kleinen Ü-Wagen.

00:21:00: Wir haben ja da kooperiert auch mit unserem Partner CBS.

00:21:04: Die haben wir da auch einen Ü-Bagen gehabt.

00:21:05: Wir haben da auch Sendefenster immer angemietet.

00:21:10: Da war ich oft, aber natürlich war ich schon immer unterwegs auf der Suche nach Geschichten oder Angehörigen oder Leuten Augenzeugen und ähnlichem mehr.

00:21:21: Unter anderem habe ich eine sehr berührende Geschichte recherchiert und rausgekriegt.

00:21:27: in dem Nordturm waren auch in einer der oberen Etagen mehrere Künstler-Ateliers.

00:21:36: die Treiber Zwillingstürmer hatten auch kulturell einen Beitrag leisten wollen und haben einige Galerie-Räume oder Atelierräume an Künstler für ganz niedrige Miete abgegeben.

00:21:53: Einer dieser Mieter hieß Mike, und seine Nachbarin einer Fotografin war am Abend noch des zehnten Septembers bei ihm im Ateliersatz.

00:22:02: Da willste nicht auch hier zweier mal nach Hause gehen?

00:22:06: Ich musste noch was fertig machen.

00:22:08: Wahrscheinlich schlafe ich hier und da hat sie instinktiv noch eine Kamera, ihre Kamera genommen und hat das Atelier nochmal gefilmt und einen Blick aus dem Fenster rechnete es.

00:22:22: gerade dann liefen die Tropfen am Fenster runter wie Tränen und der schlimmste war er hatte nur ein Motiv in dieser Phase in dieser Zeit Skulpturen, menschliche Skulptur, die von Flugzeugen durchbohrt wurden.

00:22:39: Und als ich das gesehen habe – und natürlich ist er auch durchborent worden und tot gewesen – der war fast an der Stelle, wo das Flugzeug einschlug.

00:22:50: Ich habe gesagt was ist das für ein Ohmen gewesen?

00:22:55: an dem Ahm vorher die Fotografin ein Video gemacht hat und diese Bilder gemacht hat.

00:23:01: Und er ist genauso gestorben, wie er das offensichtlich vorgeahnt hat.

00:23:07: Ja, Wahnsinn!

00:23:08: Da muss man wirklich schlucken... Wie viele Wochen haben Sie nur danach über dieses eine Thema berichtet eigentlich?

00:23:19: Um ehrlich zu sein habe ich die nächsten zwei drei Jahre fast ausschließlich nicht direkt über nine eleven Aber über die Konsequenzen Afghanistan Krieg, also Sicherheitsrat dann die Folge Irakrieg.

00:23:34: Es war immer irgendwie verbunden damit und es waren ganz viele Nachfolgegeschichten Und New York ist eigentlich ein relativ kleines ARD-Studio besetzt nur mit einem Korrespondenten.

00:23:49: New York hatte den größten Output an Beiträgen im Jahr ein und zwei in der gesamten ARD.

00:23:58: Und ja, ich habe dann einen Junior-Korrespondenten hinterher auch bekommen weil das gar nicht mehr zu schaffen war.

00:24:04: aber ich hab in meinem Leben noch nie so viel gearbeitet sieben Tage in der Woche und mindestens zwölf Stunden jeden Tag weil dauernd wollten die Redaktionen Deutschland neue Geschichten haben und haben alles bestellt was wir auch angeboten.

00:24:20: In solchen Phasen funktioniert man, aber es gibt auch Leute die werden daran krank.

00:24:25: Wie haben sie das geschafft dabei gesund zu bleiben?

00:24:27: Ich

00:24:27: bin ziemlich robust glaube ich.

00:24:31: Nein, krank geworden bin ich darüber nicht.

00:24:33: Aber es war manchmal sehr anstrengend und seitdem kann ich schlafen wie ein Bär weil wenn ich denn ins Bett kam bin ich sofort eingeschlafen.

00:24:43: Ja, hinter ich erinnere mich nur an eine andere Episode.

00:24:46: Die war lustig.

00:24:46: Da hatten wir den größten Stromausfall in der Geschichte Nordamerikas.

00:24:51: über fünf Tage gab es kein Licht mehr von Toronto bis Washington.

00:24:56: In New York auch ist das ja auch ein Problem.

00:24:58: Kein Fahrstuhl mehr, keinen Kühlschrank mehr und all sowas ist weg.

00:25:02: Und ich habe da auch rund um die Uhr berichten müssen mit Notstrom-Aggregat usw.

00:25:10: Und dann kam nach Fünftag ging das ... Dann kam ein Kollege zur Unterstützung.

00:25:17: Ich habe gesagt, jetzt mach du mal weiter!

00:25:18: Ich gehe auch wieder nach Hause und schlafe erst mal.

00:25:20: Da hab ich auch fast fünf Tage nicht geschlafen.

00:25:24: Und natürlich wohnte ich in einem der New Yorker Wolkenkratzer in der dreiundvierzigsten Etage.

00:25:33: Raten Sie mal was nicht funktioniert hat?

00:25:34: Der Fahrstuhl nicht.

00:25:36: Das liegt im Treppenhaus nicht.

00:25:44: Drei, vier Etagen geguckt wieviel ich musste.

00:25:46: Weil endlich oben wollte mich duschen.

00:25:51: kein Wasser da weil das ja hochgepumpt auf die Türme.

00:25:54: Ich konnte mich nicht durschen.

00:25:55: Jetzt ist alles egal.

00:25:56: jetzt schmeißte dich ins Bett und schlief auch ein sofort wie ein Bär.

00:26:06: Eine Stunde später klingelt das Telefon.

00:26:08: Mein Freund Pietern am Regenlauf dann ist bei dir das Licht auch wieder an.

00:26:14: Er sei ich offensichtlich, sonst hätte das Telefon nicht geklingelt.

00:26:17: Aber da war ich denn wirklich sauer weil da hatte ich gerade eine Stunde tief geschlafen oder jetzt sich mal durchgeleutet.

00:26:24: ja Ja

00:26:28: heute wäre ja so ein event irgendwie so ein so ein schreckliches Ereignis.

00:26:31: ist ja kein event habe Ich ganz falsch ausgedruckt wär ja ganz anders würde darüber berichtet.

00:26:37: Es gäbe Livestreams bei YouTube und Twitter, X- und TikTok Reels und weiß der Hänker.

00:26:44: was gab es aus allen möglichen Kanälen von Millionen von Leuten irgendwie auch gleichzeitig.

00:26:50: die ganze Welt wäre dann live dabei.

00:26:53: Früher war das anders da Gab's diese ganzen Möglichkeiten ja

00:26:57: noch nicht?

00:26:58: Ja doch also wir hatten ja auch schon Satelliten und wir hatten auch die Möglichkeit einer Liveberichterstattung aus New York.

00:27:05: Nur es konnte nicht jeder mit seinem Handy Videos machen und in der ganzen Welt verbreiten.

00:27:10: Und das war vielleicht auch gut so?

00:27:12: Genau, das wäre meine Frage!

00:27:14: Wäre das besser gewesen?

00:27:15: Also wäre das nicht eigentlich besser heute auch wenn es so wäre weil man dann noch

00:27:18: mal

00:27:19: Filter davor... Wir

00:27:20: können die Zeit nicht aufhalten, die Technik ist da und die Leute nutzen das.

00:27:25: aber es ist natürlich etwas was mir Sorgen macht Weil natürlich heute können sich alle ihre Wirklichkeit selbst so zusammenstellen, wie sie sie glauben.

00:27:39: Sie gucken dann halt nur die YouTube Kanäle oder Social Media Kanälen mit den Videos, die bestimmte Gleichgesiedelte veröffentlichen und viel schlimmer noch Fake-Videos, die ganz bewusst manipuliert ins Netz gestellt werden von interessierten Gruppen im Augenblick viel von Russland führt natürlich zu einer Verwirrung in den Köpfen mancher Leute, die nicht mehr zwischen Wirklichkeit Realität und Manipulation unterscheiden können.

00:28:13: Das heißt da waren sie in einer ganz guten Situation weil Sie so ein bisschen das Monopol fast hatten für Berichterstattungen?

00:28:21: Es

00:28:21: gab kein Monopol war auch noch andere Fernsehsenden da.

00:28:25: es gab das ZDF oder RTL aus New York.

00:28:30: Es gab natürlich auch viele amerikanische Fernsehsender, der konnte man sich auch bedienen.

00:28:35: Ich glaube jede Zeitung selbst die Rohrnachrichten haben sehr ausführlich berichtet in dieser Phase und haben alle Quellen dafür auch genutzt.

00:28:43: Nein das war nicht das Problem.

00:28:46: aber es war damals schon eine Zeit in der bestimmte Verschwörungstheorien auch im Netz verbreitet wurden.

00:28:56: Das hätten die Amerikaner selbst gemacht und ich weiß nicht was alles.

00:29:02: Ich erinnere auch, dass da idiotische Falschmeldungen verbreitet wurden wie eine U-Bahnsteckner unter dem Hudson River mit den Leuten drin und die müssen man daraus holen.

00:29:14: das stimmt alles nicht!

00:29:16: Das war mir alle schon suspekt.

00:29:18: das hört dich noch im Autoradio auf der langen Fahrt von Edmonton nach New York Am Anfang war ja auch von über fünf tausend Toten die Rede.

00:29:27: Das, was wir an Opfern hatten mit drei Tausenden war ja schon mehr als genug.

00:29:33: Welche Verbindungen haben Sie denn jetzt heute so zu New York?

00:29:36: Wie oft waren sie noch da und ...

00:29:39: Ich war regelmäßig noch da weil ich auch amerikanische Freunde habe.

00:29:42: Ich fahre dann nicht mehr hin für Sightseeing.

00:29:44: Ich habe über sechsundhalb Jahre in New York gelebt und gewohnt und da kenne ich jede Ecke.

00:29:50: Wobei auch New York verändert sich ständig, ab und zu gucke ich mir mal was Neues an.

00:29:54: Auch inzwischen die neu gestaltete Grauensiromuseum und den neuen World Trade Center-Tour Aber... Ich muss sagen jetzt seit dem Trump das zweite Mal da war in ins Amt gekommen ist, bin ich nicht mehr dahin gefahren.

00:30:15: Weil er will von mir wissen wenn ich einreise was sich für Daten auf dem Handy habe.

00:30:21: wir müssen ja alle denn unsere Facebook Profile und ähnliches offenlegen.

00:30:26: da ist nichts was ihn irgendwie auf die Palme bringen könnte.

00:30:31: aber ich will das nicht dass jemand mein Handy kontrolliert.

00:30:37: deshalb fliegen sie jetzt nicht mehr hin im

00:30:38: Augenblick nicht bis er weg ist.

00:30:42: Wie war die Rückkehr sonst?

00:30:44: Aber meine amerikanischen Freunde haben mich zwischenzeitlich dann in Italien besucht.

00:30:48: Ach,

00:30:48: das ist ja auch schön!

00:30:49: Also der Kontakt bleibt erhalten...

00:30:51: Ja, aber ich telefoniere noch öfter.

00:30:54: Sonst wenn Sie heute hinfliegen würden wie wird sich das für Sie jetzt vor dem Jahr zweifel Jahre später so anfühlen?

00:31:01: also das war ja wahrscheinlich dass es jetzt eine These aber können sie ja oder nein zu sagen?

00:31:07: prägendste Phase ihres beruflichen Schaffens vermute ich, obwohl sie vorher ja auch schon andere Sachen gemacht haben.

00:31:14: Sie haben eins live mit gegründet.

00:31:15: zum Beispiel war auch sicherlich ein Meilenstein auf ihrem berufliche Karriereweg.

00:31:19: vielleicht noch andere Sachen aber... Also

00:31:22: es war kein Meilenstein auf meinem Karrierenweg was da nein elefend war weil ich war zum falschen Zeit am falschen zeitpunkt.

00:31:29: er ist achtundvierzig Stunden zu spät da aber das war persönlich sehr prägen und sicherlich ein einschneidender Abschnitt in meinem Berufsleben.

00:31:41: Man muss auch einen Schlussstrich ziehen können, ich habe als ich in Rente gegangen bin beim WDR mit sechsundsechzig-einhalb Jahren, habe ich nochmal alle Kollegen eingeladen wir haben eine Abschiedsfeier gemacht und am nächsten Morgen bin ich nach Viterbo geflogen, habe dann den Notarvertrag unterschrieben für ein Haus in Viterbo, mitten in der historischen Altstadt.

00:32:07: Wir haben dann im Januar den Umzug organisiert und das Haus eingerichtet und bin seitdem dort und ich war nicht einmal wieder im WDR oder habe noch gute Kontakte mit Kollegen regelmäßig weil man muss auch wenn eine Phase zu Ende ist was Neues anfangen, anfangen und nicht einfach nachtrauern.

00:32:32: Und als ich bei Eins Live gegangen bin nach New York und ein Kollegen mich noch von Eins Live angerufen haben in New York, ob ich da oder da ihn nicht noch einen Rat geben kann.

00:32:42: Da habe ich gesagt, ich höre euch nicht mehr!

00:32:44: Ich will euch auch nicht mehr hören.

00:32:46: Kapitel ist abgeschlossen, löst eure Probleme

00:32:48: selbst.".

00:32:49: Genauso war es auch, wenn ich in Rente gegangen bin...

00:32:53: Ich finde das ja beeindruckt, dass an einem Tag war das Ende.

00:32:55: Am nächsten Tag war der Neuanfang.

00:32:57: also da muss ich mir mal merken für meinen Übertritt in die Rente, dass ich mir dann nicht erstmal so auch heute räumste.

00:33:04: erst einmal dein Haus aufmachst den Garten und dann guckst du mal was der Tag bringt?

00:33:10: Das kann ich eben nur sagen grundsätzlich und man muss nicht nach Italien auswandern oder sowas.

00:33:17: aber man sollte sich bevor man in den Ruhestrand geht, rechtzeitig Gedanken machen was man nachher machen will und was man noch machen kann.

00:33:26: Und das muss man dann auch einstielen!

00:33:29: Denn wenn man erst einmal sagt oh ich mach mal jetzt erstmal ein paar Wochen Urlaub und mache den Garten und dann mache ich noch etwas im Haus Dann rafft man sich zu nichts an mehr auf und dann sitzt man den ganzen Tag in der Bude und guckt Fernsehen.

00:33:44: Um ehrlich zu sein, ich habe seit meinem Ruhestand kein Fernsehen mehr geguckt.

00:33:49: Weil vorher war Fernsehgucken Arbeit.

00:33:51: Ich musste die Programme ja alle kontrollieren auch, die wir gemacht haben oder auch Konkurrenzprodukte mir angucken und das hab' ich oft abends noch spät gemacht über die Mediatheken.

00:34:05: Ich wollte das nicht mehr.

00:34:06: Ich war so froh dass sie das nie machen musste.

00:34:09: Und ja, gut.

00:34:10: Jetzt habe ich in Italien mal angefangen ab und zu mehr wieder im italienischen Film mit Toto oder so was anzugucken um italienisch zu lernen aber nicht als Unterhaltung.

00:34:19: Heute haben wir bei der Aufnahme den zehnten September das heißt am elften September.

00:34:23: zwanzig sechsundzwanzig fünfundzwanzige Jahre nach diesen schrecklichen Ereignissen.

00:34:28: sitzen Sie nicht am Fernseher und gucken irgendwelche Erinnerungssendungen an die Zeit damals?

00:34:33: Nein, ich habe morgen eine Vortragsveranstaltung in der Parkakademie in Dortmund.

00:34:39: Und da gucken wir aber nicht nur zurück sondern auch auf die Zukunft der USA.

00:34:44: ob die Demokratie noch zu retten ist das hängt ja sehr noch davon ab wie die Zwischenwahlen jetzt ausgehen.

00:34:56: Ich muss mir das nicht alles angucken, ich habe selber auch Rückblicke gemacht und auch mit Überlebenden hinter noch gesprochen oder mit Menschen die meinen Kameramann der damals in New York bei Nine Eleven waren.

00:35:13: als die der Turm einstürzte und dann nur durch die schnelle Reaktion eines Polizisten, der die Fensterscheiben im World Finance Center eingeschossen hat.

00:35:23: Und da sind sie denn in die Lobby geflüchtet und haben keine Trümmerteile abgekriegt.

00:35:31: Der ist hinterhustend und in den ganzen Staubwerk.

00:35:36: Das kann man sich gar nicht vorstellen!

00:35:38: Ich habe ja auch seine Bilder gesehen.

00:35:39: Er liest immer die Kamera weiterlaufen.

00:35:43: Jetzt habe ich meine Kamera wiedergefunden und da hat er den Leute getroffen, die unterwegs ihm was erzählt haben oder dir gesehen hat.

00:35:54: Sanitäter, Polizisten ... Die haben wir alle ein Jahr später wieder aufgesucht und haben in den Erinnerungen gewühlt und daraus das Ganze noch mal rekapituliert als Rückblick auf die Ereignisse dieses.

00:36:13: Es war auch ein Kreise- oder Fünfjahrsminutenfeature.

00:36:19: Das habe ich ja alles selbst gemacht, das muss ich mir heute nicht mehr angucken!

00:36:22: Ich finde es sehr spannend und danke Ihnen sehr herzlich, dass Sie sich trotz Ihrer Umtriebigkeit in dem Rohrstandsalter für mich bereit erklärt haben, sich mit mir hier fünf, dreißig, sechs Minuten ans Mikro zu setzen.

00:36:34: Ich hoffe, es hat Ihnen auch gefallen und wir konnten ein bisschen transportieren wie einen Castro Brauxler vor zwei Jahren diesen einschneidenden Tag in der Weltgeschichte miterlebt hat.

00:36:46: Wer noch mehr lesen möchte darüber, der sollte mal bei rn.de-slashcastrop nachschauen.

00:36:52: Da gibt es nämlich einen Text den Sie schon vor vielen Jahren geschrieben haben ... Ein

00:36:56: vor fünf Jahren zum zwanzigsten, glaub ich!

00:36:58: Gucken

00:36:59: Sie mal und denen werden wir jetzt fünf Jahre später nochmal mitveröffentlichen so dass man da auch aus Ihrer Feder nochmal herauslesen kann was für sie die bewegenden Momente und die besonderen Augenblicke in dieser Phase waren.

00:37:15: Ich danke Ihnen für den Besuch, wünsche Ihnen noch eine schöne Zeit hier im Kastro-Brauxer-Dormund-Unggebung!

00:37:20: Und dann eine gute ... ich sag mal, wie sagt man?

00:37:23: Ein Heimreise nach

00:37:24: Italien... Ritorno!

00:37:25: Bonn Ritorno!

00:37:26: Bonritorno!

00:37:28: Und wir Kastroprauxer verabschieden uns immer mit einem speziellen Gruß – und der lautet Glück auf!

00:37:36: Podcast

00:37:37: das Spezial.

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