Spezial: Yvonne Bien (47) über Familie und Beruf
Shownotes
Wir reden eine halbe Stunde lang über Yvonne Biens Erfahrungen mit Beruf und Familie, über die Rolle der Männer und Väter, über die Betreuungs-Probleme, ihr großes Glück, die Einrichtungen, die sie nutzte und über Ickern: Wie ist es, als Außenstehende und Bauherrin im Beerenbruchviertel in den Stadtteil herein zu kommen? Schafft man das überhaupt?
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Transkript anzeigen
00:00:02: Podcast.
00:00:06: Das Spezial!
00:00:08: Es ist Dienstag, der neunte Juni, das Datum der Aufnahme einer neuen Spezialepisode unseres Podcasts.
00:00:18: Ich heiße Tobias Weckenbrock, freue mich total dass ihr wieder dabei seid.
00:00:22: bei ich weiß gar nicht Episode zweihundertdreiunddreißig müssten wir inzwischen sein Und dafür habe ich wieder einen Gast bei mir im Studio.
00:00:29: Darüber freue ich mich sehr, denn dieser Gast oder diese Gästein besser gesagt ist erwachsen aus einer vorigen Episode unseres Podcasts insofern als dass sie dazu Stellung bezogen hat und ich Sie daraufhin einladen wollte.
00:00:44: aber fangen wir erstmal von vorne an.
00:00:46: herzlich willkommen an Yvonne.
00:00:48: Bien Ja, vielen Dank.
00:00:50: Hallo und herzlich willkommen Yvonne!
00:00:51: Du bist Ikanerin.
00:00:52: vielleicht sagst du einmal ein bisschen was zu deiner Person?
00:00:55: Wie alt bist du mit welchem Background?
00:00:58: Gerne also.
00:00:59: ich bin sieben vierzig Jahre alt.
00:01:01: Ich wohne seit fast zweieinhalb Jahren in Ikan im Beerenbruchviertel.
00:01:06: Ich bin Anfang der zwei tausender nach Dortmund gezogen Bin gebürtige Niederreinerin Und wir haben halt ja ein Haus gesucht und sind dann halt im Beernbruch gelandet.
00:01:19: Darüber wollen wir nachher auch sprechen, aber wir wollen erst mal zum Kern unseres Themas kommen.
00:01:23: Denn du hast dich gemeldet auf eine Ausstrahlung unserer Episode mit Uta Fendt – die ist Kastro-Brauxlerin aus Dorf-Rauchsel, wenn ich mich recht entsinne – ist eingestiegen politisch bei den Grünen zuletzt im Stadtrat.
00:01:38: Aber ihr Talking Point oder.
00:01:40: Ihr Thema war die Berufstätigkeit von Frauen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
00:01:46: Sie hat einen Hintergrund kommt aus der DDR im Prinzip noch und die Ostdeutsche Lebensweise gehabt.
00:01:58: Als sie Kinder hatte, ist sehr schnell nach der Geburt ihrer Kinder wieder.
00:02:03: Arbeiten gegangen und hat gesagt letztlich wenn man Karriere machen möchte alle die das nicht tun, die erst noch Elternzeit machen sich irgendwie als Hauptaufgabe dann um ihre Kinder kümmern.
00:02:13: Die seien gefühlt über Spitzen ein bisschen selbst schuld so zumindest.
00:02:17: Yvonne hast du glaube ich das wahrgenommen in dem Gespräch?
00:02:21: Und hast dich da bei uns gemeldet?
00:02:23: ja Ich mir hat halt die kritische Einordnung ein bisschen gefehlt genau
00:02:27: Also eine Adressierung an den Autor, an den Host und Moderator also an mich.
00:02:32: Ich finde das sehr ehrlich und offen!
00:02:34: Und ich habe dich daraufhin eingeladen und gesagt okay hilf mir auf die Sprünge lege doch mal deine Position zu diesem Thema da und du bist dieser Einladung gefolgt?
00:02:43: Was ist denn deine Position zum Thema?
00:02:46: Also ich empfinde es nicht als sehr einfach in der jetzigen Gesellschaft als Frau sofort wieder arbeiten zu gehen auch nicht Vollzeitarbeiten zu gehen.
00:02:58: da gibt es eine Menge Hürden.
00:03:00: Und ja, ich sehe das halt kritisch weil das damals in der DDR halt ein ganz anderer Hintergrund war warum Frauen auch Vollzeit arbeiten mussten oder wollten oder das einfach
00:03:15: sollten.
00:03:15: vielleicht
00:03:16: ja sollten und man sollte es kritisch sehen dass diese Frauen halt zwar dann Vollzeit gearbeitet haben Aber trotzdem in den meisten Beziehungen immer noch nicht gleichberechtigt waren.
00:03:28: Also der Haushalt, die Kehrarbeit, die hingen ja dann trotzdem an den Frauen oben drauf und das Problem haben wir jetzt immer noch.
00:03:38: Die Frauen, die Vollzeit arbeiten leisten immer noch mehr Kehrarbeit als die Männer, die vollzeit arbeiten.
00:03:47: Vielleicht können wir einmal bei euch in die Familie einen kleinen Blick reinwerfen, nicht zu inti vielleicht.
00:03:52: Aber vielleicht kannst du einmal sagen weißt du nicht wie alt sind deine Kinder und wie hast Du das gehandhabt?
00:03:57: Mein Sohn ist sechs Jahre alt Und ich bin wieder arbeiten gegangen als er acht Monate war.
00:04:05: Da bin ich ein paar Monate auf fünfzehnt Stunden und sobald er ein Jahr war Bin ich wieder auf Vollzeit gegangen.
00:04:12: Genau
00:04:13: Wie hast du das dann mit der Kehrarbeit für deinen Sohn geregelt?
00:04:16: Ja, da bin ich jetzt aber in der privilegierten Situation.
00:04:20: Ich bin in IT.
00:04:22: Ich konnte hundert Prozent im Homeoffice arbeiten die meiste Zeit und wir hatten auch Glück.
00:04:28: Wir hatten sofort einen Betreuungsplatz was natürlich auch der Sache geschuldet ist dass U-Dreibetreuungsplätze öfter zur Verfügung stehen als Üdrei.
00:04:38: Und ja...
00:04:42: Das heißt er ist zu Kita oder zu einer Tagesmutter?
00:04:45: Genau, Kita!
00:04:47: Und wie war die Zeit?
00:04:50: Also, hast du das vermisst dich einfach irgendwie voll um deinen Sohn dann kümmern zu können?
00:04:54: oder war das für dich total wichtig schnell wieder reinzukommen um auch dran zu bleiben.
00:05:02: Ich mag es zu arbeiten ich gehe gerne arbeiten und arbeiten ist auch ein Teil von mir und diesen Teil habe ich ja dann auch einige zeit ja sozusagen auf Eis gelegt.
00:05:14: Ja also Ich mag beides, Mutter sein und arbeiten.
00:05:19: Und das ging dann auch parallel durch die Gunst eines Jobs?
00:05:22: War denn dein Sohn dann quasi direkt vierzig Stunden betreut in der Kita?
00:05:26: oder wie lief das ab?
00:05:28: Ja wir haben uns das auch in der Partnerschaft ein bisschen aufgeteilt.
00:05:31: also Wir hatten zwar den fünfvierzig Stunden Platz Aber dass nicht unbedingt Nicht komplett ausgenutzt.
00:05:39: Also wir haben nicht die fünfvierzig Stunden genutzt.
00:05:42: aber ja Das ist ja das Problem dieses Prinzipes Wenn man morgen zum sieben Uhr bringt, dann muss man ja nicht bis sechzehn- dreißig das Kind dalassen.
00:05:52: Also wir haben uns das aufgeteilt und wie gesagt in der IT war das für mich möglich.
00:06:00: Jetzt hat Uta Fendt mir damals ja berichtet dass Sie auch manchmal von den anderen Frauen angeguckt wurde wie die Rabenmutter, die ihr Kind von sieben bis sechsunddreißig abgibt und sich nicht drum kümmert in Anführungsstrichen.
00:06:14: War das auch deine Wahrnehmung oder hat es sich... Wir sprachen ja dann darüber und das hätte sich auch gewandelt weil die Betreuungsquoten insgesamt sehr zunehmen und auch so eine Art Betreuingsplatz-Garantie gesetzlich verankert ist und dass jetzt für die OGS noch kommt und also in der Grundschule wurdest du auch wie eine außerirdische betrachtet?
00:06:34: Ja,
00:06:34: also aus mehreren Perspektiven.
00:06:36: Erstmal bin ich ja sehr spät Mutter geworden was mich ja schon anders hat dastehen lassen und ich glaube ich war als bei der Eingewöhnung auch mit die einzige Mutter bei der Eingewöhnungen die Vollzeit gearbeitet hat.
00:06:53: und auch jetzt in meinem bekannten Kreis gibt es wenige Frauen die Vollzeitarbeiten.
00:06:59: Wie ist das denn für dein Kind?
00:07:01: Also du kannst jetzt natürlich noch nicht letztgültig sagen, ob das alles gut war und ob es richtig war.
00:07:05: Das muss
00:07:06: er entscheiden.
00:07:07: Genau!
00:07:07: Und das zeigt sich vielleicht auch dann erst über das ganze Leben hinweg – vielleicht die frühkindliche Prägung aber….
00:07:13: Ist ja gerne denn hingegangen in den ersten Monaten oder Jahren?
00:07:16: Oder war die Abnabelung schwerer als bei manchen Kindern, die das erst mit zwei oder drei erleben?
00:07:22: Wir haben nach dem Berliner Modell eingewöhnt ganz langsam ganz nach Rhythmus des Kindes.
00:07:31: Genau, zur Erläuterung Berliner Modell bedeutet man hat sich glaube ich drei oder vier Wochen oder so nimmt man sich glaube Zeit und mindestens sogar in der ersten Woche ist eigentlich man noch vielleicht sogar eine Stunde da und mit im Raum.
00:07:43: in der zweiten Woche geht man dann schon mal raus sitzt aber gefühlt auf dem Flur.
00:07:48: Das heißt, wenn dann die Erzieherin merkt der Junge muss zur Mama.
00:07:52: Dann geht das auch und dieser Abnabelungsprozess geschieht sukzessive Schritt für Schritt und ist erst nach ein paar Wochen abgeschlossen so wie es fürs Kind und die Mutter dann auch gut ist.
00:08:03: Manchmal haben ja auch die Eltern das größere Problem bei der Abnabelung als ihre Kinder.
00:08:07: Ja genau, das gibt's auch.
00:08:09: Aber hauptsächlich ist wichtig beim Merlinermodell dass es eine Bezugserzieherin gibt, einfach an der Tür abgegeben wurde.
00:08:19: Also ich zum Beispiel bin noch damals an der Türe einfach abgegeben worden, für mich gab es keine Eingewöhnung.
00:08:25: und ja somit wir haben relativ lange, wir haben fast fünf Wochen gebraucht im Gegensatz zu anderen Kindern.
00:08:32: er war aber auch sehr jung und ich glaube bis auf weniger Ausnahmen geht der Freude strahlend in die Kita.
00:08:39: Okay also ganz normal.
00:08:41: dann wahrscheinlich wie jedes andere Kinder auch würde ich sagen, dass es mal gute und schlechte Tage gibt.
00:08:47: Das ist ja
00:08:48: also klar, ne?
00:08:50: Aber das läuft sehr gut!
00:08:53: Und jetzt geht's auch schon zur Schule oder wie?
00:08:55: Genau.
00:08:55: Okay und da ist es vergleichbar, ist er dann auch noch in der offenen Ganztagsschule?
00:08:59: Das wissen wir noch nicht.
00:09:00: Also wir sind jetzt angenommen worden aber ich weiß noch nicht welche OGS-Klasse wir bekommen... Ich warte ab.
00:09:08: Würdest du denn sagen, grundsätzlich dieses Ganztagssystem in Kasper Brauxer ist schon relativ gut ausgebaut oder würdest du aus deiner Sicht jetzt sagen da fehlt eigentlich an allen Ecken und Enden noch das richtige Handling?
00:09:22: Also so viel ich jetzt mitbekommen habe.
00:09:24: Ist es in Ickern auf jeden Fall so dass alle Ganztagsplätze oder Wünsche auch erfüllt worden konnten?
00:09:30: also dementsprechend denke ich ist das Angebot und Nachfrage passt dann auch ganz gut.
00:09:35: Wir haben uns für die rythmatisierte Klasse entschieden, ob ich die jetzt bekommen habe oder wir weiß ich nicht.
00:09:42: Was
00:09:42: bedeutet das?
00:09:44: Das heißt dass die Kinder im Klassenverband in der Betreuung bleiben und nach den Mittagessen dann in der OGS gemeinsam betreut werden also klassend übergreifend sondern sie bleiben in der Klasse Und die Lehrer hat auch gewisse Freiheiten Schulstunden zu verschieben innerhalb des Tages, eine Pause einzulegen wenn die Kinder nicht mehr können weil die Kinder im Klassenverband den ganzen Tag bleiben.
00:10:10: Was ist aus deiner Sicht da der Vorteil?
00:10:12: Wenn ihr euch dafür entschieden habt?
00:10:15: also ich empfinde es schon als sehr anstrengend teilweise wenn Kinder lernen müssen wenn sie... Also wenn man lernen muss wenn die Zeit ist was wenn das einem vorgegeben wird und dass Ja, nicht grenzwertig.
00:10:32: Aber es ist schon anstrengender als wenn das Kind mehr Freiheiten hat.
00:10:36: Das haben wir ja auch.
00:10:36: also wie als Erwachsener haben viel mehr Freiheit, wann wir lernen oder wann wir etwas erledigen.
00:10:40: Ich
00:10:40: kann meinen Podcast aufnehmen, wann ich will bzw.
00:10:44: wann Ivan Bean Zeit für mich hat.
00:10:46: Genau aber das haben Kinder halt nicht.
00:10:48: Kinder sind in der Klasse, die haben einen vorgegebenen Stundenplan und ich glaube schon dass dieses System Vorteile hat vielleicht nicht für jedes kind.
00:10:57: Ich stelle mir auch vor, es ist eine kleine Gruppe und eine auch bekannte Gruppe während in anderen Einrichtungen die OGS dann irgendwie schon die größere Gruppe ist.
00:11:06: Da wird ja zum Teil dann auch Jahrgangsstufen übergreifend quasi betreut.
00:11:09: aber man kommt da noch mit der A, B oder C in einen Topf gefühlt und hat dann einfach plötzlich siebzig Leute um sich statt, weiß ich nicht, zwanzig, fünfzwanzig?
00:11:22: Ja!
00:11:22: die man kennen muss, deren Namen man vielleicht nicht weiß wo man sich dann eventuell unwohler fühlt.
00:11:30: Lass uns doch nochmal vielleicht schauen wie hast du denn dann gearbeitet?
00:11:36: Also ich meine was konkret machst Du als IT-Lerin?
00:11:39: kannst Du darauf noch näher eingehen oder ist das jetzt geheim?
00:11:42: Nein
00:11:42: es ist kein Geheimnis!
00:11:43: Man findet mich auch sehr einfach.
00:11:46: Ich bin sowas wie ein IT Service Manager.
00:11:50: Mein genauer Beruf gerade heißt Customer Care Manager.
00:11:53: Ich betreue Großkunden über das ganze Produkt, den ganzen Life-Circle vom Produkt also vom.
00:12:01: ja ich begleite den Sales dem Vertrieb beim technischen Vorkall dann bis der Kunde halt produktiv ist Dann wichtige Enterprise Key Accounts halt über den kompletten Life-cycle und meistens bis sie hier komplett ungebordet sind und dann auch bei uns bleiben.
00:12:21: Auch da betreue ich dann die Kunden weiter über Prüfer-Tickets, SLRs alles was so...
00:12:27: Super viele Fachbegriffe und technische
00:12:29: Begriffe,
00:12:30: krass!
00:12:30: Und auch Englische und so.
00:12:31: aber es ist in Österreich auch... Genau,
00:12:33: die Firma ist theoretisch in Österreich Aber wir sind international.
00:12:37: also Firmensprache ist Englisch.
00:12:39: Okay
00:12:40: Ja, viele Kunden wollen trotzdem Deutschsprachigen
00:12:44: Betreuung.
00:12:46: Support würde man jetzt heute dann vielleicht sagen.
00:12:48: Aber ist das denn dann viel mit Calls oder alles über Teams?
00:12:52: Oder in Chats, oder wie kontaktet ihr euch?
00:12:56: Weil letztlich frage ich mich ja Wie kann man remote gut arbeiten wenn da so ein Einjähriger dann rumhampelt muss man ja
00:13:02: die meiste Zeit auch betreut.
00:13:03: in der zeit wo ich gearbeitet habe also und die Randzeiten haben wir uns dann als paar oft auch dann aufgeteilt.
00:13:09: Also Wir haben zum beispiel in der firma Kernarbeitszeiten von zehn bis vierzehn Uhr.
00:13:15: Also in den Zeiten legen wir die meisten Meetings und dementsprechend diese Zeiten hatte ich ja immer abgedeckt.
00:13:22: Das heißt also, die Gunst war dann du konntest zum Teil auch um zwanzig Uhr oder am zwanziger Ur noch wieder den Rechner hochfahren und schon nochmal was vorbereiten für nächsten Tag oder so?
00:13:32: Und da ist man dann relativ frei in der Zeit.
00:13:37: Einteilung.
00:13:39: Gut, dieses Glück haben natürlich
00:13:40: nicht alle.
00:13:41: Ich bin sehr privilegiert.
00:13:42: Genau
00:13:42: hast du auch explizit genannt und gesagt andere müssen einfach von neun bis siebzehn Uhr auf der Matte stehen und dann gucken wie sie den Rest ihres Tages managen.
00:13:53: das macht es da natürlich viel viel anstrengender für manche ein.
00:13:58: würdest du denn sagen dass deine Karriere in Anfang strechen ich weiß nicht ob du das als karriere bezeichnet ist aber dein beruf dann unter der Mutter-Werdungs und Seifase irgendwie gelitten hat?
00:14:11: Also ich habe während, also während des ersten Jahres hab' ich mein Job gewechselt.
00:14:16: Hab da also auch einige Vorstellungsgespräche gehabt und hab mich ja dann auch explizit für diese Firma entschieden weil die sehr familienfreundlich war, weil die beiden Geschäftsführer Familienmenschen waren und auch da Rücksicht genommen haben.
00:14:32: wie gesagt das war für mich sehr privilegiert die Situation.
00:14:36: Ich habe aber auch in Interviews immer wieder solche Fragen bekommen, wo denn mein Kind betreut wird während ich arbeite.
00:14:46: Solche Firmen habe ich dann einfach aussortiert weil das Kind hat einen Vater und dieser Vater wurde garantiell nicht ein einziges Mal gefragt, wie sein Kind beträut wird.
00:14:56: in der Phase also habe ich diese Firme einfach von vornherein aussortieren.
00:15:01: Also siehst du das tatsächlich auch so konträr, manche Ansicht vielleicht von dir ist gar nicht so konträer in einigen Teilen was Frau Fendt erzählt hat.
00:15:10: Nein
00:15:11: es ist super schwer als Frau Vollzeit arbeiten zu gehen.
00:15:16: nur mir hat halt die Einordnung gefehlt dass wenn eine frau das unbedingt will ist auch schafft und da bin ich jetzt nicht so ganz ihrer Meinung weil ich finde halt die Gesellschaft müsste mehr tun.
00:15:29: Inwiefern, was kann denn die Gesellschaft tun?
00:15:31: Außer vielleicht die Schranken im Kopf oder die Schollklappen vor den Augen mal wegzunehmen und zu sagen auch dieses Lebensmodell hat eine Berechtigung.
00:15:41: Und muss genauso gewertschätzt werden eigentlich wie das Modell ich bleibe erst einmal drei Jahre zuhause.
00:15:48: Also es sind beide Modelle sollten ja gleichwertig gehandelt werden.
00:15:52: also wenn eine Frau oder ein Mann einen Vater auch drei Jahre Zuhause bleiben möchte dann sollte er das auch tun können ...ohne von seinem Chef ein Bildenspruch kassiert zu bekommen.
00:16:02: Also das
00:16:03: ist ja auch...
00:16:04: Ja, keine Ahnung, der steht unter dem Pantoffel.
00:16:06: Keine Ahnung was Männer dann in den Phasen hören.
00:16:09: aber ich glaube im ganzen Bekanntenkreis kenn' ich zwei Männer die Elternzeit mehr als diese zwei Monate genommen haben und...
00:16:20: Wie wurden die behandelt?
00:16:22: Ich weiß nicht, hast du mit denen mal darüber gesprochen?
00:16:25: Da war's auch so dass der vorherigen Firma Chef sehr familienfreundlich war und das auch komplett unterstützt hat.
00:16:36: Ist ja vielleicht auch für die Kinder schön, also und hilfreich wenn sie auch in Nähe des Vaters aufwachsen?
00:16:44: Ja so mehr Bezugspersonen desto besser für Kinder
00:16:47: Glaub auch, ne?
00:16:47: Und wenn man sich das aufteilt hat das glaube ich viele Vorteile.
00:16:51: Allerdings natürlich vielleicht eben für die berufliche Karriere in manchem Unternehmen nicht wo es dann heißt Wenn du nicht vollzeit hier bist kriegst du auch nur die Hälfte mit und dann kannst du auch hier nichts werden oder so.
00:17:01: Da spricht wahrscheinlich keiner aus.
00:17:03: aber ist es dann latent doch ein bisschen so?
00:17:06: Ja wird auch sowas sein.
00:17:08: also Führung in Teilzeit ist ja immer noch ein großes Problem oder in Deutschland wird ja selten umgesetzt Ja, aber da müssten dann finde ich wie gesagt das ist ja mein Kritikpunkt.
00:17:20: Das können nicht nur Frauen ändern auch Männer müssen das ändern.
00:17:23: Männer müsste dann mehr Elternzeit nehmen sich dafür stärker einsetzen dass es gleichberechtigt geht.
00:17:33: Jetzt würde ich ja fast die These mal hier rein werfen.
00:17:36: politisch ist dafür letztlich Ja, der Weg geibnet worden durch die Einführung von Elterngeld und auch diese Väter Monate zumindest mal.
00:17:45: Man kann das ja letztlich paritätisch auch verteilen oder man kann auch sagen nur der Vater nimmt die Elternzeit.
00:17:51: Diese Möglichkeit ist gegeben.
00:17:53: was fehlt jetzt im Prinzip eigentlich Zeit damit die Gesellschaft das als Selbstverständlichkeit annimmt und dafür braucht es vielleicht eine Generation damit dass so normal ist wie ihr euch das jetzt wünscht oder?
00:18:08: Also, ich wünsche es mir hauptsächlich für die nächste Generation.
00:18:12: Für die Frauen, die jetzt Anfang zwanzig sind.
00:18:14: Für sie wünsch ich's mehr.
00:18:16: also Ich bin mit der Sache durch und ich bin wie gesagt sehr privilegiert Und ich wünscht es mir einfach für alle Frauen Die jetzt halt mit Anfang Zwanzig in die Familienplanung irgendwann steigen und dass Sie dann frei entscheiden können ob sie ihre Karriere weiter setzen oder Ob der Mann dass das einfach gleichberechtigt ist und nicht immer wieder diese Sprüche kommen wie mein Mann verdient mehr, ich bleib lieber zu Hause.
00:18:46: Das ist ja ein Riesenschwanz der da dran hängt.
00:18:49: Es ist ja nicht nur die drei Jahre Elternzeit, die man dann vielleicht zuhause verbringt sondern auch die Rentenansprüche.
00:18:57: Der Karriereknick, den man hat, das ist finanzieller Abhängigkeit.
00:19:04: genug zahlen die belegen das wenn frauen die drei jahre oder länger zu hause bleiben dass sie das nicht mehr aufholen oder in den seltensten fällen halt aufholend.
00:19:13: und Ja, das sollte einfach nicht sein
00:19:17: Lass uns doch den schwenkmal machen.
00:19:19: vielen dank erst mal für diese dieses finde ich eindeutige statement Dass sich so auch durchaus nachvollziehen kann.
00:19:26: Und auch gut finde und unterstütze.
00:19:28: lass uns noch einmal über Dein Ankommen in Kastor-Brauksel sprechen.
00:19:32: Du hast mir gesagt, du bist zugezogen erst vom Niederrhein dann über Westerfielde.
00:19:38: da würde ich ja schon fast sagen, das ist ja schon halb Frohlinde vielleicht aber auch nicht nach Kastorbrauchsel vor zweieinhalb Jahren.
00:19:46: wie waren da so die Schritte?
00:19:47: Hat man im Westerfeld schon Kastrobrauchsatmosphäre und Vibes gespürt?
00:19:52: oder warst du da eigentlich Dortmund drin?
00:19:54: Also ich bin ja wie gesagt Anfang zweitausend nach Dortmund gezogen habe erst den Kreuzviertel gewohnt.
00:19:59: Ich bin dann irgendwann raus an die Grenze in Westerfilde gezogen.
00:20:04: Ich hatte meinen kompletten Lebensmittelpunkt in Dortmund komplett, ich hatte mit Kastrop eigentlich gar nichts zu tun.
00:20:12: also ich habe während meines Studiums mal als ich im Wochen gewohnt hab mal für Stolzenhof gekellnert und da war ich mein Kastropp
00:20:19: hier am Startmittelpunkt ja
00:20:22: genau und ich habe sich damals nach Bochum Eine Frau kennengelernt, die in Kastrop gewohnt hat.
00:20:35: Aber das waren meine ganzen Berührungspunkte mit Kastrobruxel.
00:20:41: Ergab sich die Möglichkeit.
00:20:42: Neubaugebiet in Ickern, Beerenbruchviertel entwickelt von der Dorniedengruppe also im Prinzip ich sage mal nicht böse gemeint aber Häuser von der Stange.
00:20:52: Also da sieht jedes Haus etwa ähnlich zu dem Nächsten aus.
00:20:55: es gibt auch ein paar sehr individuelle Entwürfe dort aber nur sehr wenige.
00:20:59: und da habt ihr euch entschieden da gehen wir hin
00:21:02: genau.
00:21:02: Wir haben also die Wohnung die wir hatten in Westerfielde, die wurde irgendwann auch zu klein.
00:21:09: Die war nicht ausgelegt als für eine Familie und mein Lebensgefährte wollte unbedingt einen Garten.
00:21:16: also haben wir ein Haus gesucht und haben in Dortmund nichts Passendes gefunden.
00:21:22: und dann sind wir irgendwann auf das Doniedenviertel oder Bärenbruchvierteln gestoßen und haben uns gedacht, die drei Hundert Meter von der Grenze ist jetzt kein Problem.
00:21:35: In dem Moment, wo wir damals unterschrieben haben ... Das war ja auch schon anderthalb Jahre vor Bezug.
00:21:41: Haben wir dann angefangen, unseren Lebensmittelpunkt Richtung Kastrop zu verschieben?
00:21:45: Was waren die ersten Berührungspunkte?
00:21:47: Einkaufen bei Globus?
00:21:49: Nee, damals noch real oder?
00:21:51: Globus war grade zu, ne?
00:21:52: Oder Kastropp kocht über
00:21:54: oder ihr
00:21:55: kann nach Familienfest.
00:21:56: oder was habt ihr alles gemacht um hier reinzufühlen in die Stadt?
00:22:01: Zuerst habe ich meinen Kind mein Sohn an der Musikschule Du Amor angemeldet.
00:22:07: Da geht er ja auch hin, seit der anderthalb ist.
00:22:09: Also schon seit einiger Zeit und dann habe ich mich bei der Energiegenossenschaft gemeldet die sich gerade damals gegründet hat bin dort Mitglied geworden Und dann haben wir halt angefangen mal hier Restaurants auszuprobieren.
00:22:28: Die Tau für unseres Sohnes zum Beispiel haben wir im Parkbad Süd gefeiert und sowas halt.
00:22:32: also so nach und nach sind wir dann rüber.
00:22:36: Was hat dich am meisten angesprochen?
00:22:38: oder wo hast du gedacht, oh Gott das müssten wir uns eigentlich nochmal überlegen mit dem Hausbau?
00:22:47: Also der Hausbauperset war eine große Anstrengung.
00:22:52: Aber in Kastrop fühlen wir uns ganz wohl also ist es eine schöne Größe.
00:22:57: Ich glaube, zweiundsebzigtausend Einwohner hat eigentlich alles was man so braucht.
00:23:03: Auch Ickern ist ganz gut gelegen.
00:23:05: Man hat dort Ärzte, alles was man zum Einkaufen in Aldi ein Edeka also alles fußläufig auch im Notfall zu erreichen.
00:23:15: und wir sind immer noch schnell den Dortmund.
00:23:19: Würdest du denn sagen, Castro Brauxler können auch neu zugezogene Annehmen und Aufnehmen?
00:23:25: Oder ist das eine Community vielleicht gerade in einem relativ speziellen Umfeld in Ickern wo man sehr auch Heimat verbunden.
00:23:33: Und ich sage mal Ikon Stolz ist nicht jeder aber vielleicht doch ein bisschen kommt man da als Außenstehende gar nicht rein.
00:23:42: Ja dann sind wir ja bei einem schönen Thema bei Integration.
00:23:45: Das muss von beiden Seiten kommen.
00:23:48: Ja, also wir geben uns schon Mühe.
00:23:50: Also wir versuchen hier schon irgendwie Anschluss zu finden nicht nur durch die Nachbarschaft weil die Nachbarschaft ja sehr gemischt ist viel aus Herne Buchum Dortmund also die direkte Nachbarsschaft aber dadurch dass wir hier unser Kind halt haben und damit auch in Sportvereine sind.
00:24:09: versuchen wir uns da auch zu engagieren.
00:24:12: von Kuchenbacken über keine Ahnung.
00:24:16: Ich bin ein sehr politischer Mensch.
00:24:18: Auch da habe ich meinen Ortsverein gewechselt und bin hier rübergekommen...
00:24:23: Sag mal, in welche Partei?
00:24:25: Ich bin bei der SPD seit im
00:24:28: Jahr zwei Tausendfünf.
00:24:30: Aber ich bin nicht in Ickern.
00:24:31: Ich bin in Dininghausen im Ortsvein.
00:24:33: Ach so!
00:24:34: Warum?
00:24:35: Ich wurde dazu geordnet.
00:24:36: Ich weiß nicht genau wo die Grenze
00:24:38: ist aber ich bin sehr glücklich.
00:24:38: Den Hofviertel ist ja auch sehr nah dran praktisch über den Dininghauser Weg.
00:24:43: wenn die Bahnschranke dann mal offen ist
00:24:46: Kann man ja rum, herumfahren.
00:24:48: Und also in Deininghausen im Ortsverein hast du jetzt gesagt bist du gut aufgenommen worden?
00:24:53: Ja supergut!
00:24:54: Also gefällt mir richtig gut.
00:24:57: auch Deininghause kannten wir schon vorher so ein bisschen durch Hofmenken da waren wir schon ein paar mal vorher Spargelfeste und alles mögliche da.
00:25:10: Ich fühle mich hier ganz wohl.
00:25:12: Genau, ganz wohl ist so.
00:25:13: Note drei plus würde ich dann sagen.
00:25:15: Zwei Minus?
00:25:16: Euphorisch bist du jetzt auch nicht aber okay.
00:25:20: letztlich habe ich aber auch wahrgenommen also ihr werdet schon eigentlich gerne in Dortmund geblieben aber da war nichts verfügbar oder alles zu teuer oder was führt einen danach?
00:25:29: Kasper Brauxel.
00:25:32: Also eigentlich wollten wir nach Dormwagen ziehen, also ins Rheinland Aber da haben wir... Bayern
00:25:37: Land
00:25:39: auch aus wegen Bayer Gründen sozusagen.
00:25:43: Aber dort haben wir leider gar nichts gefunden.
00:25:45: und auch die Größe der Städte gefiel meinem Partner nicht so, die sind ja alle nicht so groß.
00:25:51: also köln klar aber alles drumherum ist
00:25:56: sehr
00:25:56: ländlich.
00:25:58: das hat ihn abgeschreckt und Kastrop ist halt ein sehr guter Kompromiss gewesen.
00:26:04: wie gesagt eine stattliche Größe Nicht zu groß und ich glaube auch für Kinder ganz angenehm.
00:26:11: Also, ich bin selber in einer Kleinstadt groß geworden mit dreißigtausend Einwohner.
00:26:16: Ja also...
00:26:18: Was müsst ihr denn Kastro Broksel anders machen?
00:26:20: Ich meine du hast ja dann auch ein bisschen den Blick von draußen.
00:26:22: wo stünde der noch?
00:26:24: die Möglichkeit die Stadt noch besser zu machen?
00:26:28: Das ist jetzt aber sehr provokativ.
00:26:32: Eine große Frage, vielleicht schwierig in was man sich alles wünschen könnte, aber man muss ja auch realistisch bleiben.
00:26:38: also ich finde die Stärke von Castro Brauxer ist eben auch dass die Nähe zu Dortmund, Bochum, Recklinghausen und so weiter besteht.
00:26:46: man schnell mal in weiß nicht Oberhausen im Gasometer oder in Schwimmbädern Man kann sich fünf Spaßbärder Freizeitbärter rund um aussuchen die alle innerhalb von einer halben Stunde erreichbar sind.
00:26:56: die große Stärke und auch Konzerthäuser, Theater.
00:26:59: Die große Stärke von Kastro Brogsen ist im Prinzip auch, dass man schnell woanders ist?
00:27:03: Ja
00:27:04: also das ist ja auch das was ich im Ruhrgebiet an sich ja mag!
00:27:06: Also deswegen lebe ich ja auch ganz gerne hier.
00:27:09: und ja...also ich mag einfach Kastrop weil es auch eine schöne Mischung ist.
00:27:16: Ich mag die verschiedenen Kulturen hier, ich mag diesen Geschichtsbezug zur Kohle noch Gerade hier.
00:27:24: so.
00:27:25: den Ehrenpark finde ich toll und ich glaube, ich spreche die Agora immer falsch aus.
00:27:31: Ich glaube das spricht man schneller aus.
00:27:33: Agorah?
00:27:33: Agorach genau!
00:27:34: Weil es griechischer Gemeinde ist, die da zu Hause ist und die das letztlich auch so genannt hat.
00:27:40: Genau
00:27:40: und ich habe am Anfang immer Ehren gesagt und das heißt Erin weil dass sie Ehren sind, ne?
00:27:45: Das kommt ja... Ja, muss ich mich noch anpassen.
00:27:49: Macht ja nichts!
00:27:49: Wir lernen auch manchmal dazu hier im Podcast
00:27:51: wie ich heute
00:27:52: lerne.
00:27:53: Das ist, finde ich toll?
00:27:55: Ich mag das und man sieht es ja auch noch viel hier also gerade dass die griechische Gemeinde relativ groß ist.
00:28:04: Also, ich mag das.
00:28:05: Ich mag da so ein Gebiet.
00:28:09: Wir haben gesprochen über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, über Karriere und frühzeitige Rückkehr in den Job.
00:28:16: Wir haben gesprochen über das Leben in Castro-Brauk für spezielle Inikern Und ich fand es super unterhaltsam auch wenn wir manchmal ein bisschen ausgeschweift sind an verschiedenen Rändern.
00:28:29: Ich danke dir Yvonne ganz herzlich dass du dich bei uns gemeldet hast und damit geht auch eine Einladung an alle anderen Hörer.
00:28:36: Wenn ihr regelmäßige Podcast-Hörer seid oder auch nur Auto mal einmal in eine Episode reingestolpert seid, dann solltet ihr unbedingt unsere Mailadresse kennen oder anderweitig über uns diskutieren.
00:28:48: gerne auch wenn wir Glück haben finden wir es dann am besten ist ihr schreibt Mails an Rohrnachrichten.de, also Podcast schreiben wir ja mit tpo-ttcs und dann addrohrnachrichtepunkt.de.
00:29:00: Da erreicht ihr mich und unser Team, also auch mein Kollegen Teve der diese Woche Urlaub hat.
00:29:06: schreibt uns wenn euch was gefällt worüber wir mal sprechen sollten oder ganz konkret wenn euch Aussagen unserer Gäste oder auch unsere eigenen Personen vielleicht nicht gefallen haben.
00:29:17: Und dann könnte es sein, dass ihr auch bald bei uns zu Gast seid in den heiligen Hallen bei den Rohrnachrichten.
00:29:26: und damit verabschieden wir uns für diese Spezialepisode und sagen herzlichen Dank fürs Zuhören.
00:29:33: und bis zum nächsten Mal!
00:29:34: Euer Tobias Weckenbrock –
00:29:36: Glück auf!
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