Spezial: Angelina verbrannte im Auto

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Transkript anzeigen

00:00:02:

00:00:08: Hallo und herzlich willkommen beim Podcast, dem Podcast der Rohrnachrichten in Kastrop-Rauxel.

00:00:13: Ich bin Teve Schäfer, Redakteur bei den Rohr Nachrichten – heute habe ich eine Spezialfolge für euch!

00:00:19: Ich durfte mit Heidi Berend sprechen.

00:00:21: Sie nimmt uns mit im November des Jahrhunderts, an denen sich das Leben der Familie auf einen Schlag veränderte.

00:00:28: Heidi Bernd und ihre Familie waren gerade dabei, den vierzehnten Geburtstag ihrer Tochter Angelina zu planen.

00:00:34: Eine große Feier sollte es werden, vielleicht im Café Del Sol.

00:00:38: Die Familie plante ins Möbelhaus zu fahren um ein Schminktisch zu besorgen den Angelina sich gewünscht hatte.

00:00:44: Dann kam der Anruf und mit ihm die Nachricht dass Angelina einen Autounfall hatte.

00:00:49: Heidi Bernd erzählt uns wie sie sich an diesen Abend erinnert.

00:00:52: Sie erzählt von der Beerdigung ihrer Tochter Mit hunderten Gästen Von der Trauer Und dem Gerichtsprozess gegen den Unfall vor Ursacher Der Angelinas Freund war.

00:01:02: Heute ist Heidi Behrendt als Bestatterin und als Familientrauer-Begleiterin tätig.

00:01:07: Außerdem ist sie neuerdings im Vorstand des Vereins Sternenkinder fest, Sie weiß aus eigener Erfahrung wie wichtig professionelle Begleitung in solch schweren Phasen sein kann.

00:01:17: Überall das – und noch mehr habe ich mit Heidi Behrenth gesprochen.

00:01:22: Bevor wir reingehen möchte ich eine Triggerwarnung aussprechen.

00:01:24: In dem Gespräch wird unter anderem sehr ausführlich besprochen Wie sich Angelinas Mutter an den Abend des Umfalls erinnert.

00:01:32: Es geht um Verlust und um schwere persönliche Krisen.

00:01:35: Wenn ihr euch unsicher damit fühlt, dann hört diese Folge vielleicht lieber nicht oder in Begleitung eines vertrauten Menschen.

00:01:42: Damit genug der Vorrede – das Gespräch geht los!

00:01:51: Normalerweise nehmen wir unsere Podcasts immer bei unserem Studio an der Lambertus-Kirche direkt auf.

00:01:57: Heute sind wir mal beim Außentermin an der Wittner Straße bei Heidi Behrendt.

00:02:02: Hallo Frau Behrendd!

00:02:03: Hallo Herr Schäfer!

00:02:08: Raum, uns ging immer auf zwei

00:02:11: Stühlen.

00:02:12: Viel Holz sich hier, Schränke und Regale... Was ist das für ein Raum?

00:02:16: Was machen Sie hier?

00:02:18: Vor allen Dingen sehen sie ganz viele Bücher!

00:02:19: Das ist mein Beratungsraum für die Familientrauerbegleitung.

00:02:24: Die Evangelische Paulus-Gemeinde hat mir diesen Raum vermietet und zur Verfügung gestellt, dass ich quasi nebenher selbstständig im Kleingewerbe Familientrauer-Begleitung anbieten kann.

00:02:39: Und da habe ich mir diesen Raum hier in dieser wunderschönen alten Villa ein bisschen zurechtgemacht.

00:02:46: Was sind das für Gespräche die sich hier normalerweise führen?

00:02:53: Trauer Begleitung alle Altersgruppen von... Ich sag mal, vier, fünf Jahre, wo das Todesverständnis noch ein anderes ist als unsere Generation.

00:03:05: Obwohl ich glaube sie sind noch eine Generation unter mir aber auch mit älteren Menschen die jemanden verloren haben.

00:03:14: Verlustbewältigung allgemein Scheidung Jobverlust körperliche Versertheit körperlicher Verluste durch Krankheit Wenn man Allgemein in einem Verluster klarkommen muss will.

00:03:32: solche Gespräche finden hier in erster Linie statt, aber Trauerbegleitung.

00:03:37: Wenn jemand aus der Familie, aus dem Freundeskreis verstorben ist dann finden hier Gespräche statt.

00:03:44: Was ist denn Ihre Aufgabe als Trauer-Begleiterin?

00:03:46: Zuhören!

00:03:48: In erster linie zuhören mit Hilfe der Menschen die zu mir kommen um zu sortieren Wenn ein Trauerfall eintritt, je nach Nähe in welchem Zusammenhang man stand mit dem Verstorbenen.

00:04:09: Je näher man den Verstorbenden stand umso größer ist der Schmerz.

00:04:15: Dann wenn der Verlust eintritt verrückt was bei einem und man fühlt sich auch verrückt weil nichts mehr so ist wie es mal war ist so ein bisschen out of order.

00:04:30: Man kommt nicht mehr mit sich klar, man erkennt sich nicht wieder.

00:04:33: Man versteht die Welt nicht mehr.

00:04:36: Man möchte denjenigen, denen man verloren hat natürlich wieder haben.

00:04:39: Manchmal möchte man ihm noch viele Sachen sagen.

00:04:43: Manchmal hilft es zuzuhören und zu sagen, das ist völlig okay Es ist okay und es darf auch so sein.

00:04:55: Wenn ich einen Menschen, den ich sehr geliebt habe, verliere, darf ich traurig sein.

00:05:00: Muss Ich Traurig Sein?

00:05:03: Das ist gesund!

00:05:05: Wenn man seine Trauer einpackt in die Hosentasche und da lässt... Ist das nicht gut.

00:05:11: Das ist ungesund.

00:05:15: Wenn man eine Trauer lebt, wenn man traurisch ist und es auch zulässt und darüber spricht und sich dem stellt Hat man eine gute Chance, gut da durchzukommen.

00:05:28: Durch die Trauer.

00:05:29: Normal wird man nicht mehr und man wird anders normal.

00:05:36: Aber halt nicht mehr so wie das vor dem Verlust war.

00:05:40: Es hat einen guten Grund dass Sie als Trauerbegeleiterin tätig sind heute.

00:05:46: Sie haben Ihre Tochter verloren.

00:05:48: Zwei Tausend Elf bei einem Verkehrsunfall?

00:05:50: Bevor wir dazu genauer kommen Würde ich Sie bitten, sich einfach mal, weil unsere Hörer sie jetzt noch gar nicht so gut kennen und wie uns auch noch nicht, sich

00:06:01: einmal vorzustellen.

00:06:02: Genau!

00:06:03: Also eigentlich heiße ich Heidrun während aber das sagt kaum jemand.

00:06:08: Heidrund sagt mein Papa wenn er...wenn ich Blödsinn gemacht habe also wirfen und ich gehe strammer auf die Sechzig zu.

00:06:14: dann ist es also Formell-und von Amtswegen heidrun Während.

00:06:19: Man wird älter man identifiziert sich mit dem Alten Namen.

00:06:24: Aber Heidi Behrendt werde ich genannt, also ich bin Jahrgang siebensechzig.

00:06:28: Bin seitdem in Kastrop-Raukso.

00:06:31: Also ich bin hier geboren und werde auch tendenziell hier sterben.

00:06:37: Das ist meine Heimat.

00:06:39: Hier habe ich viel erlebt, hier habe ich meine Kinder bekommen.

00:06:43: Hier hab' ich geheiratet, hier bin ich geschieden worden Hier lebe ich mein Leben, hier haben meine Eltern oder leben meine Eltern.

00:06:49: Mein Papa lebt noch, meine Mama nicht mehr.

00:06:51: Familie lebt hier – das ist meine Heimat hier, Castro Brauchsel also schon

00:06:56: immer.".

00:06:57: Sie haben einen beruflichen Wechsel auch hinter sich?

00:07:01: Was haben sie früher gemacht und was machen die

00:07:03: heute?".

00:07:04: Ich war als Mutter.

00:07:07: Als die Kinder noch klein waren, war ich Tagesmutter Von U-III Kindern habe also mit dem Jugendamt zusammengearbeitet und habe fünf bis acht unter Dreijährige bei mir zu Hause betreut.

00:07:21: Ich bin so eine typische Glucke, ich konnte meine Kinder nicht in fremde Hände geben.

00:07:25: Also habe ich beim Jugendamt den Kurs gemacht als Tagesmutter damit ich zuhause bin für meine Kinder und hab dann fremdekinder quasi aufgenommen Und das ist ganz gut gelaufen Bis zum Unfall der quasi alles durcheinander gerüttelt hat.

00:07:40: Und dann habe ich mich neu orientiert.

00:07:42: Und was machen Sie heute beruflich?

00:07:44: Heute arbeite ich als Bestatterin seit Jahrzehnten.

00:07:51: Davor habe ich ein Jahr in der Flüchtlingsunterkunft beim Roten Kreuz gearbeitet und ja, aber bestattern bin ich wirklich... also ich sage mal so dieser Beruf hat mich gefunden!

00:08:04: Da bin ich sehr dankbar für heute.

00:08:07: Ich würde diesen Berufen nicht machen wäre dieser Unfall mit Angene nicht passiert.

00:08:12: Dann wäre ich wahrscheinlich immer noch Tagesmutter, tendenziell man weiß es nicht weil das war eine gute Geschichte, das haben wir auch alle sehr gerne gemacht in der Familie, das war ne gute Sache.

00:08:23: aber nach dem Unfall von der Angelina konnte ich das zuhause nicht mehr haben und dann habe ich ein ganzes Jahr lang gar nichts gemacht, konnte ich nicht und hab mir Zeit für mein Heilungsprozess genommen und der natürlich nach einem Jahr nicht abgeschlossen ist, aber ich sage mal das Geröbste.

00:08:49: Dieses akzeptieren nein begreifen tut man es immer wieder zulassen.

00:09:02: und das ist so nach einem anderthalb Jahren.

00:09:05: und dann bin ich auch langsam wieder angefangen mir ein Job zu suchen weil ich wusste Tagesmutter das geht nicht mehr.

00:09:12: Und dann bin ich, wie gesagt ein Jahr lang war ich in der Flüchtlingsunterkunft beim Deutschen Roten Kreuz und bin dann durch eine Bekannte im Bestattungshaus gelandet.

00:09:24: Erst einmal nur für Bodengänge, für so nebenher oder aber die Räumlichkeiten zu putzen, zu reinigen.

00:09:32: alles wo ich gesagt habe Ich mache alles wo nichts mit Menschen zu tun haben weil ich den Kontakt zu Menschen gemieden habe, zu fremden Menschen.

00:09:43: Weil ich mit deren Sprachlosigkeit nicht richtig umgehen konnte.

00:09:48: Wenn jemand meine Geschichte erfahren hat dann war sofort dieses Mitleid, dieses Schockierte, dieses Verhalten mir gegenüber war immer ein ganz anderes und das konnte ich damals noch nicht für mich annehmen.

00:10:04: Geht das heute besser?

00:10:06: Deutlich besser.

00:10:07: Warum?

00:10:10: Ich bin kurz nach der Beerdigung, hat mir ein sehr nahestehender Mensch gesagt, wann wärst du wieder normal?

00:10:20: Darüber hab ich nachgedacht!

00:10:23: Ich habe ja selber gemerkt, dass so wie ich zu diesem Zeitpunkt war überhaupt nicht normal, weil das war überhaupt nie ich und ich bin dann auf die Suche gegangen nach Antworten.

00:10:36: was ist normal?

00:10:38: Wer sagt, was normal ist in dieser Situation?

00:10:42: Also in der Situation wo sie ein Kind verlieren.

00:10:43: Wer sagt ihn da?

00:10:45: Was ist normal?

00:10:46: Was darfst du, was darfst Du nicht?

00:10:48: Wie musst du dich verhalten?

00:10:50: Musst du arbeiten gehen, musst du nicht arbeiten gehen?

00:10:54: Müsst du für Dich und für alle anderen präsent und da sein?

00:10:58: oder darfst DU für DICH sein?

00:11:01: Darfst du auf Deine Trauer hören?

00:11:05: einfach Scheiße finden, dass dein Kind nicht da ist?

00:11:07: und darfst du dich auch dementsprechend verhalten.

00:11:10: Also das heißt wenn man zum Geburtstag eingeladen wird innerhalb der Familie, darf man sagen schaffe ich nicht, ich komme nicht Ich möchte das jetzt heute nicht.

00:11:21: Inwieweit trifft man auch Verständnis?

00:11:23: Darf man sowas machen?

00:11:25: Meine erste Anlaufstelle war kleine Psychologin.

00:11:29: Da bin ich hingegangen weil ich gesagt habe Wenn ich das alleine würde ich das nicht hinkriegen.

00:11:33: Ich würde dann nicht rausfinden Ich werde nicht die Kraft, mich aus diesem tiefen Loch selber rauszuziehen.

00:11:38: Da brauchte ich schon professionelle Hilfe, die mir gesagt hat ... Hey!

00:11:44: Du bist völlig normal.

00:11:45: Das was du da gerade mitmachst und das was du gerade erlebst, dein Verhalten ist völlig konform damit.

00:11:53: Dass du auf beiden Beinen stehst und dass du überhaupt am Leben teilnimmst, ist schon echt großartig.

00:12:02: Ich hab das natürlich nicht so gesehen So, dass das so großartig ist.

00:12:06: Für mich war das irgendwo auch ein Stück weit selbstverständlich sich nicht gehen zu lassen.

00:12:11: Heute würde ich sagen Lass dich gehen lass dich hängen tue alles was dir gut tut.

00:12:16: Aber man hat ja so dieses die Umwelt die Regel.

00:12:20: was darf man?

00:12:20: Was darf man nicht?

00:12:21: und so ein bisschen der soziale umfeld was da auch noch ein bisschen mit dranhängt.

00:12:27: Ich bin bei den Sternkindern feste vorgelandet.

00:12:30: Das war quasi meine erste Anlaufstelle mit Gleichgesinnten in Anführungsstrichen, weil es waren eigentlich nicht so wirklich Gleichgesinte.

00:12:40: Weil da hauptsächlich Menschen sind die ein Baby verloren haben kurz vor, während oder nach der Entbindung.

00:12:49: Das älteste Sternkind was wir da kennengelernt haben war die Svenja Reis aus dem... das ist auch ein Sternkind, die steht auf der Tafel dabei, die damals bei der Love Parade ums Leben gekommen ist Und die Angie, das sind so die beiden ältesten Sternkinder da.

00:13:05: Ich habe ganz schnell für mich gemerkt ... Das war gut dass ich dahin gegangen bin und das hat mir was gebracht.

00:13:15: aber ich brauch mehr Erklärungen was mit mir passiert.

00:13:22: Was ist Trauer?

00:13:24: Was macht Trauer ?

00:13:26: Was darf Trauer?

00:13:28: auf gar keinen Fall.

00:13:30: und bin dann quasi irgendwann auf die Mächtelströtter Rupipa aufmerksam geworden, durchs Internet auf Lavia.

00:13:39: Weil ich für Angelinas beste Freundin Hilfe brauchte.

00:13:47: Man kann zu Hause mit den Eltern reden man kann mit der Mutter der besten Freundin reden, die das Kind verloren hat.

00:13:56: aber das ist nicht So dasselbe, weil jeder Part ja quasi ein Stück weit Trauer auch hat.

00:14:05: Und wenn ich tief traurig bin und ich gehe zu jemanden der mir helfen soll mit meiner Trauer klartzukommen dann geht das nur, wenn derjenigen mit seiner eigenen Trauer selber klar kommt Ich kann nicht, wenn ich selber starke Schmerzen habe vor Trauer Kann ich nicht jemanden anderen noch stützen.

00:14:26: Das ist Einsatz in meiner Trauerbegleitung, der mir begegnet ist.

00:14:29: Den ich ganz gut finde, der sagt nur wenn ich selber gut stehe kann ich andere gut stützen und halten.

00:14:37: Und wenn sie selber in diesem tiefen Fass der Trauer sind können Sie drum herum nicht noch trösten.

00:14:43: man kann gemeinsam trauern.

00:14:45: und dadurch habe ich dann die Mächtele, die hab' ich mal irgendwann angeschrieben.

00:14:48: Ich sage einfach zu so und so und die ist sofort hat die quasi ein Gespräch mit den besten Freundinnen.

00:14:55: So bin ich quasi da reingewachsen und habe ganz viel gelernt.

00:15:00: Und mein großes Ziel war immer, irgendwann mache ich mal so ein Basiskurs bei der Mechthild.

00:15:07: Dann wurde mir geraten, ah!

00:15:09: Ein Basiskurse bei der mechthilde ist nicht anerkannt.

00:15:12: So einen Universitätsabschluss zählt deutlich mehr.

00:15:17: Also bin ich dann so ein paar Nebenjobs gemacht weil diese Zertifikate sind alle nicht günstig.

00:15:24: Da muss man echt viel Geld für bezahlen.

00:15:26: Man muss die Zeit dafür haben, man braucht ganz viel Material dafür und dann habe ich dann gespart.

00:15:34: dementsprechend und dann hab' ich mir dieses Universitätszertifikat bei einer Uni in Essen leisten können, habe mich dafür auch eingeschrieben bin dann auch dafür genommen worden aufgrund meines beruflichen Hintergründes Bestattungen.

00:15:48: das hatte ich schon ein paar Jahre gemacht als Fortbildung Und bei dem Professor Langmeier haben wir oder ich dann sehr viel Theorie kennengelernt.

00:16:01: Also, der ist sein Bruch durchgegangen was auch wirklich sehr interessant war.

00:16:06: aber wo ich da saß und genau wusste, das ist es noch nicht.

00:16:12: Das bin doch nicht ich!

00:16:15: Ich lehse sehr gerne, ich lese sehr viel, aber das ist mir zu theoretisch.

00:16:20: Bin dann quasi... wieder zur Mechthild und habe mich dann bei diesem Basiskurs angemeldet.

00:16:27: Weil an einer Uni war jemand gewesen, die hat das Zeitgleich gemacht.

00:16:30: Die hat zeitgleich den Basiskurse gemacht und an der Uni.

00:16:36: Und die hat so geschwärmt – ich kannte Mechtheild ja, ich hab sie kennen gelernt – und ich mag sie sehr!

00:16:46: Dann habe ich mich dann halt da angemelt und dann habe ich diesen Basiskurt gemacht.

00:16:50: Das war ich, das bin ich und habe dann auch direkt den Aufbaukurs mitgemacht.

00:16:55: Und mache auch so viele Sachen!

00:16:57: Ich bin im Juni ein Wochenende in einem Kloster von der Mechtel als Fortbildung wo man anhand von Kinderbüchern Fragen lernt kennenlernt übt.

00:17:13: wie kann ich mit dem Kind in einem entsprechenden Alter einen Bilderbuch Durchgehen, mit welchen Fragen komme ich ins Gespräch und mit den Kindern über Trauer zu sprechen ohne dass das gleich so schwer wird.

00:17:26: Sondern ganz offen weil Kinder ja einen ganz anderen Umgang damit haben.

00:17:30: die fragen sie antworten Punkt!

00:17:33: Die wollen nicht so... Sie fragen und ich erzähle und erzähle Und erzähle.

00:17:38: Das wollen die Kinder gar nicht.

00:17:39: Die wollen fragen Ist die Sonne gelb?

00:17:41: Und sie sagen Ja, die Sonnen ist gelb.

00:17:42: mehr wollen die gar nicht wissen.

00:17:43: Sie haben vorhin einmal angesprochen, dass sie mehrere Kinder haben.

00:17:48: Was antworten Sie dann auf die Frage, wie viele Kinder haben sie?

00:17:51: Ich hab immer drei Kinder.

00:17:53: Immer drei!

00:17:54: Also ich habe meine zwei Söhne und meine Tochter.

00:17:57: Ja ...drei Kinder.

00:17:59: Die hab' ich ja auch tatsächlich.

00:18:00: Jeder geht seinen eigenen Weg, jeder auf seine Weise... Und das ist auch... Damit habe ich tatsächlich meinen Frieden gefunden.

00:18:08: Also ich bin Mutter von drei Kindern und ich glaube selbst wenn ein Kind stirbt hören Sie nicht auf Mutter zu sein ob sie ein Kind haben dass stirbt, ob sie drei Kinder haben und eins stirbt oder wenn sie sagen wir vier, fünfmal schwanger sind und diese Kinder verlieren.

00:18:21: Mit der ersten Schwangerschaft sind sie Mutter und das bleiben Sie auch vom Gefühl her und von den ganzen Empfindungen her.

00:18:27: Sie fühlen uns als Mutter und es bleibt auf.

00:18:31: Ich glaube um zu verstehen wie Sie zu der Person geworden sind die Sie heute sind ist es wichtig einmal dann ins Jahr zehntausend elf zurückzublicken.

00:18:41: können Sie uns aus Ihrer Sicht schildern was an dem Tag passiert ist?

00:18:46: Ah, ich sag mal bis zum vierundzwanzigsten Elften.

00:18:49: Zwei Tausend Elf war alles super!

00:18:52: Wir waren dabei Angelinas Geburtstag zu planen eine Überraschungsparty.

00:18:59: wir waren dabei zu organisieren nach Ikea zu fahren.

00:19:04: sie hatte sich ein Schminstisch gewünscht und das war dann alle so in Organisation.

00:19:09: und dann ging irgendwann um zwanzig Uhr dreißig das Telefon Und dann kam der Anruf, dass dieser Unfall passiert ist.

00:19:21: Dann bin ich quasi direkt los ohne zu wissen wohin und der Unfall ist so ziemlich nah an unserer Haustür passiert.

00:19:31: Wir wohnen in einer Rüttgersiedlung.

00:19:33: Wenn Sie rausfahren aus der Rüttersiedlung unter der Unterführung können sie einmal nach rechts oben und einmal nach links oben fahren.

00:19:39: Das sind so eine Senke!

00:19:41: Ich wollte links rumfahren, habe aber rechts einen riesigen Feuer gesehen Ganz viele Menschen.

00:19:46: Und ich bin dann automatisch natürlich rechts und ich sage immer, mit meinem Wissen von heute in dem Moment als ich das Feuer gesehen habe hat mein Kopf ausgeschaltet.

00:19:58: Dann bin ich quasi nur noch so durch Watte gegangen ohne dass sich wusste was mich erwartet.

00:20:03: Ich hab dann mein Auto bescheuerterweise ziemlich nah oben gepackt, also ziemlich nah an dem Feuer.

00:20:10: Sofort Polizei und alle sofort am Schimpfen machen so dazu wegkommen und und und Und ich dann zu der einen Polizistin da hingegangen unter die denn am Schimpen sehen sie zu dass ihr mit dem Auto unten wie man mit so schaulustigen um mit so gaffern umgeht was ja völlig okay ist.

00:20:25: und als Ich er dann gesagt habe ich sage ich bin gleich weg?

00:20:30: Ich bin hier ich möchte meine Tochter holen.

00:20:32: ich bin angerufen worden.

00:20:33: die hatten Unfall Und man hat mir gesagt, sie sehste noch im Auto.

00:20:38: Ich sag aber die möchte ich jetzt abholen.

00:20:40: Ich sage muss ja hier jetzt weg.

00:20:42: und dann hat mich die Polizistin angeguckt und Sie haben richtig gesehen wie die die Fassung verloren hat weil sie realisiert hat was ich zu dem Zeitpunkt noch nicht realisiert hatte.

00:20:51: Sie hat realisiert dass ich die Mutter bin von der Mädchen was da im Auto gerade verbrennt und ich hatte dann gefühlt Nur noch Polizisten um mich rum, die mich dann so eingekesselt haben.

00:21:04: Die mich woanders hingebracht haben.

00:21:06: Dann hat mich auch keiner mal weggeschickt.

00:21:08: Die haben mich wirklich mit Samtanschuhen angefasst und haben mich zum Rettungswagen hoch.

00:21:15: Und ich hab immer nur gesagt ... Meine Güte!

00:21:18: Ich will nur meine Tochter nach Hause holen.

00:21:20: Das war mein Standard.

00:21:21: Das habe ich wie so Mantra immer gesagt.

00:21:22: Ich will meine Tochte nach Hause wohlholen.

00:21:29: Dann habe ich ganz viel Feuerwehr gesehen, dann habe ich Polizei gesehen.

00:21:34: Irgendwann hatte eine Polizistin mich gefragt ... Das weiß ich aber auch nur aus Erzählungen danach.

00:21:42: Die hatte mich nach meinem Mann gefragt, nach Angelinas Papa und dann hab ich nur gesagt der ist auf Arbeit!

00:21:48: Die haben da ne Verlobungsparty oder irgendwas, ne?

00:21:50: Sone Feieraufdearbeit, der kann jetzt nicht.

00:21:54: Dann haben die organisiert, haben ihn da abgeholt.

00:21:57: dann war der quasi mir oben an der Unfallstelle.

00:22:00: Dann ist mein mittlerer Sohn mit dem Motorrad da vorbeigefahren und er hatte mich dann irgendwie, auf jeden Fall kam der auch, der war dann mit da oben... Und dann kam irgendwann der Punkt wo man sagte die Presse kommt und jetzt wird es ein bisschen ungemütlich.

00:22:21: hier fahren sie lieber nach Hause, geschützter Raum.

00:22:25: Wenn die Presse jetzt kommt, sie werden gefragt und das muss nicht sein dass man Bilder von ihnen macht in dieser Ausnahmesituation.

00:22:32: also man hat uns geschützt.

00:22:34: Da kommt ja dann auch nicht nur die Lokalzeitung sondern

00:22:37: da kommen ja alle?

00:22:39: Genau.

00:22:40: Dann hat uns der vom Rettungsdienst der Krankenwagen, er hat uns dann quasi nach Hause gebracht.

00:22:48: Heute weiß ich, dass man auch vermeiden wollte.

00:22:50: Dass wir die Bergung sehen... ...die ich als Bestatterin, die auch Kripo gefahren ist heute schon gemacht habe.

00:23:02: Heute weiß sich wie das.

00:23:03: Früher natürlich nicht!

00:23:04: Ich hab mich dann nach Hause bringen lassen und ich habe im Rettungswagen quasi schon die engsten und die wichtigsten Menschen angerufen.

00:23:16: Das hat man mir aber auch im Nachhinein erzählt, dass ich die angerufen habe und gesagt ihr müsst sofort zu uns kommen.

00:23:21: Es ist was ganz Schlimmes passiert.

00:23:23: Punkt!

00:23:23: Wann haben Sie denn begriffen das ihre Tochter gestorben

00:23:27: ist?

00:23:27: Das hat gedauert.

00:23:32: Also ich sag mal so zwischen Kopf also zwischen Herz und Verstand.

00:23:36: biologisch ist es nicht weit Aber in so einem Trauerfall wenn jemand nahe stirbt Dann kann er schon echt Kilometer sein bis Herz und Verstand, bis das so eine Linie ist.

00:23:48: Hat Ihnen das denn jemand von den Einsatzkräften dann mal deutlich gesagt?

00:23:55: Ich glaube nicht!

00:23:57: Ich glaube es war einer der Polizistinnen die gesagt hat ihre Tochter sitzt noch im Auto.

00:24:03: Ich wusste ja dass sie da sitzt.

00:24:05: man hatte mir ja gesagt die sitzt dem Auto Und der Unfallverursacher Den habe ich gesehen Der ist mir von Rettungskräften versorgt worden, aber meine Tochter nicht.

00:24:18: Und der Kopf wusste das, dass sie da im Auto sitzt.

00:24:24: Ich habe es ja auch gerochen.

00:24:30: Wenn Sie wissen wie verbranntes Fleisch riecht... Also das hab ich ja auch wahrgenommen.

00:24:35: Es hat mich viele Jahre getriggert.

00:24:36: irgendwo grillen zu gehen ist mir schlecht geworden, ich musste mich übergeben.

00:24:40: Ich bin in Trinnen ausgebrochen heute alles nicht mehr.

00:24:43: aber das sind so Sachen wo das Unterbewusstsein ganz viele Sachen mitbekommt und wir mussten ja dann nach Hause fahren alleine ohne Angelina.

00:24:56: da wusste der Kopf dass auch.

00:24:59: Aber emotional das Herz war ewig noch nicht soweit.

00:25:02: also ich glaube Den größten Part des Verstehens war oder das Begreifen, es war der Tag der Beerdigung.

00:25:14: Der weiße sagt in der Kirche Klassenkameraden also ihre Klasse die da war Das waren hunderte Menschen waren da wirklich waren in der kirche.

00:25:23: dann waren wir an der Grabstelle.

00:25:25: das war Angelinas vierzehnter Geburtstag.

00:25:28: Ich weiß dass an der Grabstelle habe ich ihr ein paar Blümchen in die Grabstelle geworfen und hab Happy Birthday gesagt, hab dann unseren Pastor angeguckt.

00:25:38: Hab dann gesagt, kann ich endlich wieder nach Hause?

00:25:41: Ich bin quasi nach Hause.

00:25:42: Wir haben auch die Trauerfeier bei uns zuhause gemacht.

00:25:46: Weil es nicht woanders machen konnte ... Was hätte sein können, dass sie Angelina nach Hause kommt?

00:25:53: Also so überhaupt nicht rational was man da denkt!

00:25:57: Sie hatten gerade einmal kurz über den Unfall Verursacher gesprochen.

00:26:03: Was wissen Sie denn darüber, wie es zu dem Unfall gekommen ist?

00:26:07: Laut Gericht ein Fahrerfehler.

00:26:12: Der Staatsanwalt hat irgendwann gesagt, ihre Tochter war zur falschen Zeit am falschen Ort und ansonsten der Unfallverursacher hat sich dahingehend geäußert dass er sagt, er kann sich ja nichts mehr erinnern.

00:26:34: Nehmen wir und haben wir so hingenommen, weil sie können ja nichts anderes machen.

00:26:37: Das ist dann irgendwann müssen Sie es akzeptieren.

00:26:41: Dass das so ist Und er ist quasi verurteilt worden ist aber straffrei.

00:26:48: also er hat sein Führerschein behalten er durfte alles weitergehen machen Hat zu viel Diskussion geführt Zuviel Unverständnis und Dann geht man natürlich Natürlich.

00:27:02: Also Man fragt sich dann, welche Strafe wäre angemessen.

00:27:12: Welche Strafe für uns, für jeden Einzelnen der dieses Gerechtigkeitsempfinden hat?

00:27:20: Der es unfair findet, dass dieser Unfallverursacher nicht bestraft wurde.

00:27:31: Welcher Straf wäre gerecht gewesen?

00:27:33: Was wäre ansatzweise gerechtfertigt, dass er quasi durch ein Fehlverhalten das Leben meiner Tochter zu verursachen?

00:27:45: Also den Tod.

00:27:46: Wie heißt es so schön Verkehrsunfall mit Tötungsdelikt oder wie sagt man so schön dazu auf jeden Fall fallässige Tötung und irgendwann müssen Sie Ihren Frieden damit finden.

00:27:58: Irgendwann frisst sie dieses Warum auf und das ist nicht gesund.

00:28:04: Also stellen Sie nicht mehr so viel in Frage.

00:28:07: Sie gehen den Weg des geringsten Widerstandes und sie sagen, wir akzeptieren das wie das ist.

00:28:13: Auch wenn das Verhalten des Unfallverursachern danach nicht so optimal war, sage ich mal ganz vorsichtig, er hat es ja in seinem Führungszeugnis.

00:28:23: Und das ist dann aber auch wo ich dann auch sage... Das reicht dann auch und er würde ich gar nicht über ihn sagen wollen.

00:28:34: Also, es hat eine Gerichtsverhandlung gegeben.

00:28:36: Er ist verurteilt der fahrlässigen Tötung Und gut

00:28:39: Können Sie noch was dazu sagen wie's dazu kam dass ihre Tochter in dem Auto saß?

00:28:43: Die waren zusammen.

00:28:44: das war also die waren zusammen.

00:28:46: die sind sagt man so schön zusammengegangen Waren ein paar.

00:28:50: Er war achtzehn.

00:28:51: Er war Achtzehn sie war kurz.

00:28:53: genau der hatte dieses.

00:28:54: mit siebzehn ist er dieses fahren und Ich habe quasi unter Vorbehalt diese Beziehung erlaubt.

00:29:03: Unter Vorbehalten, es durften viele Sachen nicht stattfinden aufgrund der Tatsache dass Angelina ja minderjährig ist und dreizehn ist.

00:29:13: aber ich weiß ganz genau wenn ich es verboten hätte hätten die trotzdem ein Weg zusammengefunden.

00:29:21: also die waren zusammen in einer Gemeinde Die haben sich auch in der Schule getroffen obwohl er von anderen schule war.

00:29:30: Die haben immer Möglichkeiten gehabt, sich zu treffen.

00:29:33: Und ich weiß nicht, ob sie sich noch an ihre Teenagerzeit erinnern können ... Ist noch nicht ganz so lange her, sag' ich mal ab!

00:29:39: Aber es gibt Menschen die akzeptieren ein Nein, wenn's von den Eltern kommt und es gibt Leute, okay du sagst nein aber ich mach was ich will, wo dann dieses Trotz kommt.

00:29:53: Und Angelina ist so dieser Trottstypgewin, die hätten sich trotzdem getroffen.

00:29:58: Natürlich kann man sich fragen Welche Variante wäre jetzt besser für mich?

00:30:03: Dieser Unfall wäre, der passiert auch wenn ich diese Beziehung verboten hätte.

00:30:10: Also wie ein Mentor verboten hatte und nicht nur geduldet.

00:30:15: Und dieser Unfall ist passiert.

00:30:17: oder aber dieser Unfall wäre passiert... ...und ich hätte diese Beziehen im Vorfeld rigoros verboten.

00:30:23: und ich weiß es ist passiert weil die sich heimlich irgendwo getroffen haben!

00:30:27: Beide Varianten sind scheiße.

00:30:29: beide Varianten sie nicht schön.

00:30:31: Und es gibt Menschen in meinem Umfeld, die mich dafür verurteilen, dass ich's erlaubt habe.

00:30:38: Ich aber mit meiner Entscheidung ... meinen Frieden mit meiner Entscheidungen finden musste irgendwann.

00:30:43: Ich hab das geduldet und auch erlaubт, dass sie sich treffen.

00:30:47: Hab aber Auflagen.

00:30:48: Also die durften keine Sexualität oder so.

00:30:52: Das klingt ja jetzt so als würden Sie oder Leute, die kennen Ihnen die Schulter für gehen?

00:31:00: dass sie in diesem Auto saß, aber das war ja nicht ...

00:31:04: Sie glauben gar nicht, Herr Schäfer.

00:31:06: Wie viele Menschen sich die Schuld gegeben haben?

00:31:09: Das ist normal!

00:31:13: Da ist der, sag ich jetzt mal, da sind Menschen... Warum habe ich nicht verhindert, dass die beiden zusammengekommen sind?

00:31:20: Warum hab' ich nicht Verhindert', dass die sich überhaupt kennengelernt

00:31:24: haben?!

00:31:26: Sie kriegen keine Antwort auf dieses warum.

00:31:30: Das habe ich gelernt.

00:31:31: in der Trauerbegleitung auf der Suche nach Antworten.

00:31:36: Es gibt Fragen, da kriegen Sie Antworten?

00:31:38: Ganz rationaler Antworten!

00:31:40: Es gibt Frage, da bekommen sie niemals eine Antwort.

00:31:43: Warum ist das passiert?

00:31:45: Das war ein Fahrfehler, müssen wir so akzeptieren.

00:31:49: Aber war es das wirklich?

00:31:51: Keine Ahnung, keiner von uns war im Auto.

00:31:53: Haben die sich geküsst und gestritten?

00:31:55: Fakt ist, keiner von beiden hat ein Handy was aktiver.

00:31:58: Das ist untersucht worden und der Laptop war auch nicht aktiv.

00:32:01: also es sind viele Sachen so und dann fängt der Weg an dass jeder für sich seinen wie ich gehen muss damit klar zu

00:32:15: kommen bei der Beerdigung haben sie so langsam begriffen Was das bedeutet.

00:32:22: Genau, bei der Beerdigung als er sagt runtergelassen wurde da war eigentlich zu hundert Prozent klar dass sie nicht mehr nach Hause kommt.

00:32:29: Wie sind sich dann in den folgenden Wochen und Monaten?

00:32:34: Wie ging es ihnen und was haben Sie gemacht und versucht und getan?

00:32:39: Ich war Mehrmals am Tag auf dem Friedhof Was für viele Menschen befremdlich waren.

00:32:47: meine Psychologin mir ganz klar gesagt hat cool Sie stehen morgens auf, sie betreiben Körperhygiene.

00:32:54: Sie ziehen frische Sachen an.

00:32:56: Sie gehen raus in die Luft und einkaufen.

00:33:00: Sie brauchen ja die Kerzen.

00:33:02: also ich habe funktioniert und habe aktiv was getan Und bin da tatsächlich so einer Depression mehr oder weniger aus dem Weg gegangen.

00:33:15: das heißt Ich bin nicht liegen geblieben mich gewaschen.

00:33:20: Viele machen es ja dann nicht, das ist ja dann wie Blei der sich festhält wo sie sagen Sie können nicht aufstehen.

00:33:25: Das habe ich alles gemacht.

00:33:29: Ich fand das schräg.

00:33:31: damals fand ich das völlig okay.

00:33:33: ich hab mir auch immer Jemanden dabei geholt, wenn es dämmerig wurde.

00:33:37: Weil im Dunkeln auf dem Friedhof fand ich unheimlich.

00:33:40: War jetzt nicht so meins!

00:33:42: Und dann hab' ich auch eine ganz liebe Freundin damals gehabt, die mit mir gegangen ist.

00:33:46: So und... Ich habe auch Menschen im Umfeld gab, die dafür gesorgt haben.

00:33:49: Am Anfang sind viele gekommen, haben gekocht für uns, haben getan, haben uns betutelt, haben us gemacht.

00:33:56: aber Auch diese Menschen mussten Mit dem Verlust klarkommen Mussten ihren Weg finden Und ich hatte ja die Psychologin relativ schnell, die ich ... Ich glaube ganz am Anfang wöchentlich oder vierzentig, wo ich da war.

00:34:18: Meine ersten drei Sitzungen bei ihr waren...ich hab nur geweint!

00:34:22: Ich habe in einer Umgebung geweint, wo mich auf niemanden Rücksicht nehmen musste.

00:34:26: Man reißt sich so ein bisschen zusammen.

00:34:28: Wenn man so in der Familie ist, dann möchte er doch so ein bißchen Stärke zeigen.

00:34:32: Man möchte den anderen zeigen hey du brauchst dir um mich keine Gedanken machen kostet Kraft.

00:34:38: Und so spielt man sich ein bisschen, jeder spielt dem anderen etwas vor um den anderen zu schützen aber im Prinzip schützt man sich nicht.

00:34:47: Das ist gemeinsam trauern gibt mehr Kraft wenn man.

00:34:53: das kann es ja auch so typbedingt.

00:34:56: Es gibt Menschen die machen ganz viel mit sich selber aus und kommen auch mit sich selbst am besten klar.

00:35:03: Aber wenn man das so in der Familie muss auch immer gucken, ich habe meine Tochter verloren.

00:35:10: Ich bin die Mutter und hab die Tochter verlorene.

00:35:12: Der Vater hat seine Tochter verloren.

00:35:14: Vater, Tochter, noch mal eine ganz andere Beziehung als Mutter und Tochter... Der Opa hat seine Enkelin verloren, die Brüder haben ihre Schwester verloren.

00:35:24: Meine Schwester hat ihre Nichte verloren.

00:35:26: und wenn sie das so rumgehen, die Tante hat ihr Patenkind verloren.

00:35:29: und jeder hat so seine Beziehung zu dem Verstorben oder zu der Verstorbene und jeder trauert anders?

00:35:35: Ja wir trauern alle um denselben Menschen aber jeder von uns hat seine eigene Geschichte mit diesen Menschen und deswegen musste jede von uns seinen eigenen Weg gehen Der eine mehr recht, der andere mehr schlecht.

00:35:51: Und von daher ich bin in den Weg gegangen zu gucken wer ist trauer?

00:35:57: was macht trauer?

00:35:58: Was macht das mit mir?

00:36:00: Woran kann ich arbeiten?

00:36:02: wie kann ich Angelina ihren Tod im Leben trotzdem so integrieren dass ich sie nicht loslassen muss dass ich sie nicht gehen lassen muss, sondern dass ich Sie trotzdem bei mir behalten kann.

00:36:20: Denn am Anfang kriegen Sie immer den Rat... Lass los!

00:36:26: Nein.

00:36:27: Ich sage festhalten?

00:36:30: Man kann diese Emotionale ja losslassen im Sinne von akzeptieren das sie tot ist.

00:36:38: Ja, lass es loslassen.

00:36:39: Aber als Mutter kann ich niemals mein Kind loslassen Auch meine Söhne, die jeder ihren eigenen Weg gehen.

00:36:46: Jeder meiner Söhnen geht seinen eigenen Weg und das ist gut!

00:36:51: Kann ich also emotional so weit loslassen dass ich sage, sie gehen ihren Weg?

00:36:57: Aber Emotional bleibe ich immer in die Mutter.

00:36:59: Also ich bleibe immer verbunden.

00:37:01: Wie oft denken Sie denn heute noch an Sie?

00:37:05: Wenn ich sag fast täglich wäre das gelogen.

00:37:07: wirklich... Wie oft denken Sie an Ihre Kinder, wenn die außer Haus sind?

00:37:12: Also natürlich gibt es Jahrestage.

00:37:15: Natürlich gibt es Geburtstage Weihnachten diese ganzen Festtage, Jahrestag ja.

00:37:24: aber so Situationen, wenn ich bestimmte Lieder höre Situationen Wenn Ich Hier Bin und Rosa Se Also alles, was mit rosa ist in meinem Leben, da sage ich immer das ist Angelina.

00:37:38: Ich bin mehr so blau-schwarz-, weiß-, blau-, weiss-, aber alles, dass rosa nach Angelinas Unfall ist, sag ich immer, das ist stückweit Angelina.

00:37:47: also sie ist sehr präsent in meinem leben.

00:37:49: Sie ist auch immer da.

00:37:51: Auch wenn ich sie nicht mehr im Arm nehmen kann ihr nicht mehr sagen kann wie lieb ich sie habe und wie sehr ich sie vermisse Weiß sich doch, dass sie das weiß und dass sie ein gutes Auge auf mich hat Und vielleicht manchmal so Sachen lenkt.

00:38:03: Wie erinnern Sie sich denn an Angelina als Person?

00:38:09: Rebellisch, zickig Mädchen.

00:38:15: Total liebenswert.

00:38:18: Meine Tochter halt flippig ausgeflippt große Klappe harte schale weicher Kern.

00:38:26: also es war schon eine bunte Mischung.

00:38:29: und

00:38:30: Was hat sie so am liebsten gemacht?

00:38:32: was hatte Spaß gemacht?

00:38:33: singen Sie das habe ich ihr vereitelt, sie hat mal meine Unterschrift gefälscht weil sie bei DSDS mitmachen wollte.

00:38:43: Ich weiß nicht ob Sie von der Willi Brandt Gesamtschule her dieses Klassenkonzept kennen Mozart-Klasse wo sie singen die Einsteinklasse wo Mathematik ist und es gibt glaube ich noch eine naturwissenschaftliche Klasse irgendwie sowas.

00:38:56: also es gibt so dieses wenn man ihnen reinkommt in die fünfte klasse dass man ich glaube bis zur siebten oder bis zu achten so seinem Talent entsprechend unterrichtet wird.

00:39:07: und in der Mozartklasse war es dann tatsächlich so, dass da viel mitgesangt war.

00:39:11: Dass sie im Chor gemacht haben, dass die viel gesungen haben.

00:39:14: Da war sie gut.

00:39:17: Sie hat auch Solo-Rollen gemacht also auch bei Auftritten und so.

00:39:22: Sie war gerne der Mittelpunkt Und sie hatte's auch ausgestrahlt.

00:39:27: Also sie war der Mittelpunkt.

00:39:31: Ich habe DVDs von ihren Auftriten Aber noch kein einzigen davon nach dem Unfall geguckt.

00:39:38: Ich habe es mal versucht, aber das ging nicht.

00:39:40: und wenn ich das Gefühl habe, ich vergesse ihre Stimme dann überlege ich mache die DVD rein und dann denke ich immer ne so schlimm ist noch nicht.

00:39:49: Ich brauche das noch nicht!

00:39:50: Ich kann mich noch erinnern weil dass auch wieder weh tut weil man sich dann auch dem stellt und was gut ist wenn man sich dem stellt aber man muss dazu bereit sein.

00:40:04: Ich weiß, dass ich das habe.

00:40:06: Das ist gut für mich aber ich brauche es nicht.

00:40:10: Eine Sache die wenn ich das richtig verstanden habe auch mit Schmerz verbunden war war das Arbeiten mit Kindern.

00:40:17: danach.

00:40:18: sie waren ja Tagesmutter beruflich

00:40:19: also die U-Dreikinder

00:40:21: haben sich dann nach dem Tod ihrer Tochter überhaupt noch mal angefangen als Tagesmutter oder weiter als Tagsmutter?

00:40:27: Ja

00:40:28: tatsächlich.

00:40:30: Also ich habe ein Jahr lang hatte ich ja Pause, weil ich gesagt hab das geht gar nicht und hab wieder auch krankgeschrieben worden.

00:40:36: Es war einfach so, ich war gar nicht in der Lage dazu.

00:40:38: Und dann habe ich irgendwann so nach knapp einem Jahr habe ich gesagt so packst du mal die Pobacken werden jetzt zusammengekniffen?

00:40:49: Jetzt gehst du immer wieder zurück ins Leben!

00:40:55: Dann habe ich sofort Kinder bekommen.

00:40:59: Ich denke, ich hatte einen sehr guten Ruf beim Jugendamt.

00:41:02: Wir haben auch gut zusammengearbeitet und man war auch froh, dass ich mich zurückgemeldet habe.

00:41:08: Und dann ist mir aber nach ziemlich kurzer Zeit klar geworden Das kann nicht mehr.

00:41:17: Tatsächlich waren es noch nicht mal die Kinder und die Fröhlichkeit, die hier ausgestrahlt haben und dieses Leben was sie wieder ins Haus gebracht haben Sondern was mir Schwierigkeiten gebracht hat der Umgang, der wissenden Eltern um meine Geschichte.

00:41:37: Ich bin nicht mehr wie ich behandelt worden.

00:41:40: Klar, ich war auch nicht mehr.

00:41:41: ich aber zu wissen dass sich deswegen anders behandelt werde mit Mitleid.

00:41:48: Mit Gefühl kann ich gut, kann ich auch gut annehmen.

00:41:52: mit Gefühl Wenn mich jemand so aus Mitgefühlen war, kurz im Arm nimmt man so knubbelt mache ich auch gerne.

00:41:56: Ich bin auch so ein Herzensmensch und emotionaler Mensch mache ich total gerne.

00:42:01: aber So aus Mitleid wenn jemand Null Ahnung hat wie es ist jemanden zu verlieren oder seinen Kind zu verliern oder überhaupt jemanden Zu verlieren Dann finde ich mit leid schräg weil man kann nicht mit leiden, wenn man nicht weiß wie sehr mein Gegenüber leidet.

00:42:26: Ich weiß, wie sich das anfühlt sein fast vierzehnjähriges Kind zu verlieren seine fast vierzenjährige Tochter zu verliern.

00:42:34: ich weiß aber nicht, wie es sich anfühelt Wenn man seinen Sohn verliert oder wenn man ein Baby verliert.

00:42:42: ich kann erahnen Wie sich jemand fühlt?

00:42:49: Unheimlich wichtig ist Empathie.

00:42:52: Ich kann mitfühlen, ohne dass ich mit leiden muss – das wäre auch in meinem Job echt schräg wenn ich mitleiden würde.

00:43:00: Das wird mich ja nach dem dritten Sterbefall eine Klappe bringen.

00:43:03: Aber ich kann mit fühlen!

00:43:05: Ich kann verstehen und Verständnis aufbringen.

00:43:12: Wenn sie jetzt ganz viele Sachen vergessen hat, ist es völlig okay.

00:43:15: Es gibt Trauerdemenz.

00:43:17: Man kann in der Trauer viele Sachen vergessen, ähnlich wie es so eine Schwangerschaftsdemenz gibt.

00:43:23: Dann hat man so starke Gefühle, dass das Gehirn sich quasi auf diese Gefühlen konzentriert und viele Sachen.

00:43:31: wenn sie dann sagen Sie gehen im Keller und wollen Kartoffeln holen und kommen mit Äpfel wieder oder solche Sachen.

00:43:36: Das ist völlig okay!

00:43:38: Wenn man älter wird ist auch ohne Trauer okay aber sind halt so Sachen.

00:43:45: Ich kann den Menschen auch aufgrund meiner Fortbildungen Tipps geben.

00:43:51: Ich kann zuhören, ich kann die im Arm nehmen und sagen mach dir keine Gedanken du bist völlig normal es ist völlig okay wie du dich gerade fühlst oder aber sagen du fühlste vielleicht das und dass aber dein Mann deine Mutter oder so fühlen.

00:44:10: was anderes wenn der Vater stirbt ist die Ehefrau, die sechzig Jahre mit dem verheiratet war in einer anderen Trauer als der Sohn.

00:44:18: Der sind Vater verloren hat für die Frau beginnende neue Zeitregel.

00:44:21: Die haben ihr Leben zusammen verbracht?

00:44:22: Ja!

00:44:23: Der Sohn auch.

00:44:23: aber der Sohne hat quasi sein Leben noch so ein Stück weit vor sich.

00:44:26: und wenn Eltern sterben Großeltern, Eltern... ...ist das der reguläre Weg.

00:44:33: So werden wir erzogen dass es völlig okay ist, wenn die Oma mal irgendwann stirbt der Oper.

00:44:38: Es ist völlig ok, wenn unsere Eltern vor uns sterben was nicht ok is', wenn unsere Kinder vor uns Sterben.

00:44:44: das ist das, was diese Katastrophe eigentlich ist.

00:44:46: mit unseren Kindern verlieren wir ja unsere Zukunft, die wir aufgebaut haben oder aufbauen wollten Wenn eins unserer Kinder stirbt.

00:44:52: klar hat man, wer mal mehrere Kinder hat mehrere Optionen.

00:44:55: Haben sie sich oft vorgestellt vielleicht auch Jahre später noch etwas gewesen wäre Der Unfall nicht passiert wäre?

00:45:05: Ja klar.

00:45:05: Was wäre, wenn... Natürlich das ist so ein Gedankenspiel was automatisch kommt Wenn Klassenkameraden von Angelina heiraten.

00:45:12: jetzt Die sind alle in dem Alter, wo einer nach und nach heiratet.

00:45:18: Die werden alle jetzt die Mädels gründen.

00:45:20: Familien werden schwanger.

00:45:22: Das sind dann alles bei mir.

00:45:25: dieses.

00:45:27: Jedes mal aufs Neue begreifen dass Angelina nicht heiraten wird.

00:45:33: Das ist das, wo ich begreife... Ich werde niemals die Oma ihrer Kinder!

00:45:39: Ob ich es tatsächlich irgendwann geworden wäre?

00:45:41: Ob sie tatsächlich irgendwann mal Kinder gekriegt hätte oder ob sie geheiratet hätte oder weiß niemand.

00:45:47: Ich weiß nur dass sich um diese Chance gebracht wurde.

00:45:50: durch diesen Unfall und ihren Tod haben wir quasi nicht die Möglichkeit zu erfahren.

00:45:55: Wäre das alles irgendwann mal passiert?

00:45:58: Wäre Sie bei DSDS gelandet Solange ich es verhindern konnte, nicht.

00:46:03: Ich bin das von mir also... Genau.

00:46:07: Wäre sie ... die wollte studieren mit ihrer besten Freundin in Leipzig?

00:46:11: Wär sie diesen Weg gegangen?

00:46:14: Wo sie immer gesagt hat Mathe ist ein Arschloch.

00:46:16: Also Mathe war so gar nicht ihrs.

00:46:17: Was wollte

00:46:17: sie studieren?

00:46:19: Ich hab keine Ahnung was die wollten.

00:46:21: Das war wirklich so.

00:46:22: Sie wollte auf jeden Fall irgendwas.

00:46:24: Sie wollten Star werden.

00:46:25: Ja Sie wollte berühmt werden.

00:46:28: Sie wollten star werden Und ich sag mal, indirekt hat sie es geschafft.

00:46:33: Sie ist durch die Presse gegangen, also die Beisetzung das war riesig!

00:46:39: Sie wollte ihren vierzehnten Geburtstag im Café des Hall feiern mit ganz vielen Menschen... Also der Vierzehnte da lassen wird doch mal so richtig krachen was andere mit achtzehn machen und das waren wirklich extrem viele Menschen auch da.

00:46:54: Ich weiß nicht welchen Weg sie gegangen wäre.

00:47:00: Ernsthaft mache ich mir diese Gedanken auch nicht.

00:47:08: Das habe ich aber irgendwann deutlich früher gelernt, ich hab in der Rötgersiedlung bei einem Brand drei meiner Geschwister

00:47:17: verloren

00:47:18: und da habe ich als Schwester eine andere Trauer erfahren als Mutter.

00:47:27: Sie sagen das so beiläufig mit dem Brand?

00:47:29: Was ist da passiert?

00:47:31: Es hat gebrannt.

00:47:32: Da ist eine Heizung implodiert im Wohnhaus und da sind dann drei meiner jüngeren Geschwister, die sind verbrannt tatsächlich.

00:47:40: Ja meine Mama hatte einen schweren Unfall gehabt weil sie aus dem Fenster gesprungen ist und die Kinder retten wollte durch den Hintereingang Ist aber so blöd gefallen dass er sich wirklich lebensgefährlich verletzt hat.

00:47:51: mein Vater war arbeiten Und ja also ich habe relativ früh schon Katastrophen kennengelernt, sag' ich mal.

00:48:02: Und das war da vor?

00:48:04: Genau!

00:48:04: Das war in der Mitte des Jahres.

00:48:05: Da war ich acht Jahre alt.

00:48:06: Lange

00:48:07: davor.

00:48:07: Genau.

00:48:08: Okay.

00:48:09: Und da hat man sich natürlich auch so.

00:48:12: manchmal stellt man sich die Frage auf wenn die drei jetzt noch hier wären wie wäre denn die Konstellation?

00:48:18: Wer wäre was wo wäre wer?

00:48:20: klarstellt man sich so die Fragen und man macht das so.

00:48:27: Es ist auch spannend, aber das sind halt immer alles nur offene Fragen.

00:48:30: Sie kriegen keine Antwort daraus!

00:48:32: Sie können sich was zusammendenken, sie können sich etwas zusammenreimen... Aber das sind so Sachen die man irgendwann akzeptieren muss.

00:48:43: Können Sie nicht verändern?

00:48:44: Das ist Teil Ihrer Geschichte und Sie sind diejenige, die übrig geblieben ist.

00:48:49: Sie haben Ihre eigene Geschichte, Sie müssen Ihren Weg gehen mit Ihrer Geschichte.

00:48:57: Das ist das, was mir meine Psychologin damals auch mit auf den Weg gegeben hat.

00:49:01: So quasi ich habe zwei Möglichkeiten Ich kann meine Geschichte annehmen und akzeptieren mein Leben damit leben gut leben oder aber ich kann meine geschichte nehmen Und mich darin zerfliessen lassen Kann mich mit kann Mir Ich kann mich den Depressionen hingeben kann also leiden an meiner Geschichte.

00:49:32: Und ich habe mich quasi dazu entschieden meine Geschichte anzunehmen, auch wenn die manchmal echt scheiße ist meine Geschichte.

00:49:41: aber dann guckt man halt oder ich bin dann halt so der Typ das sich sage okay Ich hab jede Menge Seiten in meinem Buch.

00:49:48: Ich kann für mich neue Geschichten schreiben.

00:49:52: Die Trauerbegleitung ist eine meiner Geschichten.

00:49:55: Ich habe in der Trauer Begleitung sehr viel über mich gelernt, ich hab sehr viel übertrauer gelernt und irgendwann sagte meine Dozentin menschei jetzt wirds aber mal Zeit dass du das was du gelernt hast weiter gibst an Menschen die deinen Rat suchen, die das vielleicht brauchen.

00:50:17: manchmal hilft es Menschen zu wissen, dass man Katastrophen überleben kann.

00:50:28: Dass man auch trotz Katastrophe ein gutes Leben haben kann wenn man bereit ist das anzunehmen und das als Teil seiner Geschichte zu betrachten Und sich nicht darauf ausruht und entschuldigt und sagt Ich finde es völlig okay wenn ich nichts auf Kette kriege habe eine Tochter verloren, also mir darf es echt schlecht gehen.

00:50:59: Find ich ist auch okay aber nicht für mich.

00:51:01: da bin ich nicht der Mensch für, da bin Ich nicht der Typ für.

00:51:04: Ich bin so, ich steh lieber und ich hab bei das damals war ja Facebook im Kommen... Ich war in ganz vielen Gruppen die man sucht ja so gleichgesinnte.

00:51:17: Wir gehen Menschen damit um, die das schon mal erlebt haben.

00:51:20: Kannst du dir was abgucken?

00:51:22: Kannst Du etwas lernen?

00:51:24: Wie sind sie wieder nach oben und auf die Füße gelangt?

00:51:26: Was haben die gemacht?

00:51:28: Und ich habe mich sehr schnell aus Gruppen und von Menschen distanziert, die sich nur am runterziehen lassen und unten geblieben sind.

00:51:41: Eine Gruppe, die Sie aber bis heute begleiten ist die Stern-Kinderfest-Gruppe.

00:51:48: Das ist ein eingetragener Verein in Castro-Brauxel, der für Eltern

00:51:55: da ist... Genau!

00:51:55: Die ihr Kind verloren haben?

00:51:57: Ja.

00:51:58: Da haben sie jetzt den stellvertretenden Vorsitz sogar übernommen.

00:52:00: Also dann nochmal eine Verantwortung gerutscht nach dem

00:52:06: Martina Kuhm

00:52:07: und Marc Fräse da den Vorsitz abgegeben

00:52:10: hat.

00:52:15: Was bringt Ihnen dieses Umfeld oder was kann das auch anderen Betroffenen bringen, sich auszutauschen mit anderen die ein ähnliches Schicksal haben?

00:52:22: Sie haben ja gerade gesagt jeder hat sein eigenes Schicksaal.

00:52:25: Jeder hat ein anderes Verhältnis zu den Menschen, denen er verloren hat.

00:52:30: aber was kann es trotzdem bringen sich in so einem Umfeld auszutauschen?

00:52:34: gibt's einfach ein anderes verständnis?

00:52:36: Ja genau also wenn sie einen gegenüber sitzen der Ähnliches durchgemacht hat wie sie Wie sie selber kommt man ins Gespräch.

00:52:48: Ich sag mal, wir haben so eine Erwachsenen-Trauergruppe gehabt.

00:52:53: Da war ich quasi Schüler und hab daneben gesessen Und das war interessant zu sehen.

00:52:59: Jeder dieser Erwachsene hat seine eigene Geschichte.

00:53:04: Man ist im geschützten Raum weil jeder im Prinzip Ähnliches erlebt hat.

00:53:09: Also da war es dann tatsächlich so, jeder der da saß, hat seinen Ehepartner verloren also war verwirrt wird und in diesem Umfeld kann man Fragen stellen die anderen nicht irritieren, die damit nichts zu tun haben.

00:53:21: Da sind also so Sachen ganz simpel dass an einer fragt sag mal habt ihr schon die Zahnbürste von XY weggeräumt?

00:53:32: Man selber macht sich Gedanken, man fühlt sich schlecht.

00:53:34: Wenn ich diese Zahnbürste wegräume, dann ist er vielleicht gar nicht mehr da oder schieke ich den so ein Stück weit raus?

00:53:42: Wann darf ich das machen?

00:53:43: Haben Sie sowas auch

00:53:45: gehabt?

00:53:47: Ja klar, fünf Jahre habe ich gebraucht.

00:53:50: Ich bin erst reingegangen und hab alles herausgeholt was leben könnte, was von sich aus leben könnte und vielleicht von alleine rauskrabbeln könnte.

00:53:58: also alles biologische Das haben wir rausgeholt.

00:54:02: Was gab es da?

00:54:04: Ach, unter dem Sofa... Ich glaube ich möchte das gar nicht so drauf.

00:54:11: Meine Tochter die war da sehr ... Die konnte gut Hamstern und Bunkern.

00:54:15: Aber nachts wenn der Hunger kommt dann muss man gewappnet sein.

00:54:19: Also da gab's auch schon mal kalte Ravioli.

00:54:22: Genau!

00:54:23: Und also viele Sachen, die sie dann da so gebunkert hat und das war aber auch alles völlig okay sag ich mal.

00:54:29: Solche Sachen dann halt.

00:54:31: So Weingummi, Essensreste, Obst usw.

00:54:35: Dann ging es dass sich irgendwann Cremes und solche Sachen.

00:54:42: die halten aber auch wirklich lange im Schrank gucken.

00:54:45: was könnte leben?

00:54:46: Was könnte mir entgegen kommen?

00:54:48: Aber dieses komplette Zimmer verändert habe ich wirklich nach fünf Jahren, dass ich wirklich ohne nachzudenken völlig normal reingegangen bin und bereit war die Sachen weg zu tun.

00:55:01: Nicht weggeschmeißen!

00:55:04: Und auch nicht spenden.

00:55:05: Weil das letzte was ich wollte wenn ich irgendwo jemandem sehe der mit den Kleidungsstücken meiner Tochter rumläuft.

00:55:10: Das hätte ihn nie so ganz verpackt.

00:55:12: Die sind dann irgendwann auf dem Dachboden gelandet oder im Keller.

00:55:16: Mittlerweile sind diese Sachen alle entsorgt Erben auch den Schulton ist da meiner Tochter bei mir zu Hause.

00:55:23: Ja,

00:55:24: aber das sind Fragen über die macht sicher keiner Gedanken.

00:55:27: Genau, der das nicht

00:55:29: selber erlädt

00:55:30: hat.

00:55:30: Und wenn mir dann mein Gegenüber sagt... Ach du!

00:55:33: Die Zahnbürste doch die ist weg.

00:55:36: also das ist völlig okay Aber dafür stehen die Schuhe noch in der Garderobe.

00:55:39: und diesen Austausch Wenn man das mit Gleichgesinnten macht, dann ist das nicht mehr so schräg.

00:55:45: Wenn sie draußen sind und irgendjemanden fragen, wenn man findet, okay.

00:55:49: Wenn ich von meinem Mann die Zahnbürste wegmache?

00:55:50: Der ist vor zwei Jahren gestorben.

00:55:52: Ihr gegenüber ist erst mal völlig irritiert... ...und dann überlegt und versucht wie würde ich reagieren, wenn?

00:55:59: Ja genau.

00:56:01: Können Sie gar nicht sagen!

00:56:02: Sie wissen nicht, wie Sie reagieren werden das tatsächlich so ist.

00:56:05: Das sind alles so Sachen.

00:56:07: Und dann, wenn wir mit Gleichgesinnten zusammen sind kann man Ansatzpunkte finden.

00:56:11: Man kann erfahren dass man nicht ganz so verrückt ist, wie die Umwelt einseht.

00:56:16: Dass man eigentlich in Anbetracht der Tatsache dass man einen Menschen verloren hat, der einem sehr wichtig war, ganz gut funktioniert und eigentlich ziemlich normal ist.

00:56:29: Jetzt sind Sie seit Jahrzehnten das richtig weiß Bestatterin?

00:56:34: Also es ist ein Beruf den viele vielleicht vermeiden weil sie mit dem ganzen Thema Tod Trauer einfach nichts zu tun haben möchten.

00:56:41: was gefällt Ihnen denn am besten an diesem Beruf?

00:56:44: Sterbentot und Trauer.

00:56:48: Der Beruf hat mich gefunden, als mein damaliger Chef zu mir sagte, komm Heidi fängst du jetzt Vollzeit bei mir an?

00:56:55: Dann habe ich den angeguckt und gesagt was muss ich da machen?

00:56:58: Er sagte alles was du hier vor den anderen usw.

00:57:00: Ich habe gesagt im Leben nicht!

00:57:03: Du kannst das, hat er gesagt.

00:57:05: Und ich dachte du bist bescheuert.

00:57:06: im Leben mache ich, wir wollen nichts mit Toten zu tun haben.

00:57:09: für mich tote Menschen waren immer meine Tochter Und da durfte ich ja nicht mehr sehen.

00:57:17: Unser Pastor damals hat zu dem Bestatter gesagt, die Heidi muss die Möglichkeit haben ihre tote Tochter zu sehen.

00:57:24: Allen war bewusst meine Tochter ist bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.

00:57:29: Dieser Pfarrer der hat gesagt, Die Heidi, die Mutter muss ihre Tochter sehen.

00:57:33: Die braucht das, sie muss das begreifen.

00:57:35: Warum hat er das gesagt?

00:57:36: Weil er recht hat!

00:57:38: Tatsächlich ist es weil er Recht hat.

00:57:40: und Wenn ich als Bestatterin angenommen, sie kommt zu mir und sagen, wissen Sie?

00:57:48: Ich würde gerne meine Mama noch mal sehen wenn die gestorben ist oder ich würde gern mein Papa nochmal sehen.

00:57:52: Oder wen auch immer.

00:57:54: Und ich als bestatterin gehe hin und sage, nee das lassen Sie mal sein!

00:57:58: Sie suchen sich einen Bestatter dem sie vertrauen im günstigsten Fall.

00:58:02: also nicht in günstigen fall dass sie sich den günstigten suchen sondern dass sie Menschen aussuchen der ihren menschen Die letzte Ehre erweist, wo sie davon ausgehen.

00:58:14: Dass der Mensch den Sie da beauftragen... Paragraph eins ist es glaube ich die Würde des Menschen ist unantastbar dass der das auch für die verstorbene Person so sieht und das nicht als ein Stück totes Fleisch sieht oder ein stück totes gewinnbringendes Stück Fleisch sieht sondern dass Der das als Bestatter sieht, dass der ihnen zugesteht ihnen dabei zu helfen, nochmal Abschied zu nehmen und nicht für sie entscheidet.

00:58:43: In dem Moment entmündige ich die, wenn ich sage, nee machen sie das mal lieber nicht.

00:58:48: Und ich sage Ihnen aus Erfahrung, aus meiner Erfahrung und aus dem was ich gelernt habe in Trauerbegleitung sei es rein theoretisch, sei es total praktisch emotional und abschiednehmen ist wichtig.

00:59:06: Wie erinnern Sie sich dann daran, Ihre Tochter noch mal gesehen zu haben nach

00:59:09: Ihrem Tod?

00:59:09: Ich

00:59:10: durfte nicht.

00:59:10: Ich

00:59:10: durften sie nicht.

00:59:11: Weil der Bestatter damals beschlossen hat... Nein!

00:59:15: Ach so.

00:59:16: Der Bestatter damals hat beschlossen nein.

00:59:18: Entgegen der Empfehlung vom Pfarrer?

00:59:19: Entgegend der Empfehlung des Pfarrers und ich habe aber erst Jahre später davon erfahren.

00:59:24: Genau.

00:59:26: Ich habe auch nicht die Möglichkeit bekommen am geschlossenen Sarg nochmal Abschied zu nehmen.

00:59:30: Ich hab ganz lange in dieser Blase gelebt.

00:59:35: Ich habe A. Nicht auf mein Kind aufgepasst und ich habe B. Mein Kind alleine gelassen.

00:59:42: Das sind so zwei Sachen, was sie als Eltern ihrem Kind schwören entweder dass sie es aussprechen oder das sie emotional ihrem Kind...ich bin immer für dich da!

00:59:53: Das war ich nicht!

00:59:55: Das sind Sachen die den Heilungsprozess erschweren.

01:00:03: Ein paar Jahre später, gar nicht so viele Jahre später habe ich ein Foto gesehen von meiner Tochter.

01:00:08: Wie sie da im Auto sitzt.

01:00:10: Also vermeintlich das!

01:00:13: was für meine Tochter dann halt da war, weil wir als Nebenkläge aufgetreten sind?

01:00:18: Ja

01:00:18: im

01:00:19: Gerichtsprozess.

01:00:20: Ja das sind wir aber auch nur aus Empfehlung eines sehr guten Freundes der gesagt hat, dass müsst ihr so machen damit ihr einen Blick habt, damit ihr guckt, damit Ihr tut.

01:00:28: war auch nicht jeder in meinem Umfeld mit einverstanden, dass ich diesen Weg gegangen bin?

01:00:32: also Ich bin ein Mensch...ich brauche Antworten.

01:00:36: Ich möchte wissen, warum?

01:00:37: Wieso und ich möchte gewisse Dinge die mich betreffend mitentscheiden.

01:00:41: Ich finde nichts schlimmer als wenn jemand über meinen Kopf hinweg für mich eine Entscheidung trifft egal ob die gut ist oder schlecht ist.

01:00:49: aber ich möchte für mich und für mein Leben und für das was ich richtig finde oder nicht möchte ich selber entscheiden und möchte auch dafür gerade stehen wenn es nicht so ist.

01:00:58: Und ich möchte mich nicht zu hundert prozent auf andere Menschen verlassen müssen.

01:01:04: Das hab' ich ja in dem Moment!

01:01:05: Ich habe ja alles außer Hand gegeben.

01:01:08: Die Beerdigung haben wir ja auch geplant mit mehreren Menschen.

01:01:12: Ich war gar nicht in der Lage, ich musste das mit Menschen machen – mit meiner Schwester und meinem Ex-Mann, mit der Bestatterin.

01:01:18: Ich glaube die Paten waren immer meine beiden Söhne.

01:01:21: Wir haben viele Sachen gemeinsam beschlossen.

01:01:25: Alle ohnmächtig vor Trauer und Vorschmerz müssen Entscheidungen treffen, die wollen niemand treffen!

01:01:31: Und ich als BestatterIn mit meinem Wissen, mit meiner Ausbildung kann ihnen Möglichkeiten sagen.

01:01:42: Ich kann ihnen sagen, dass es möglich das geht können wir machen.

01:01:49: ich persönlich würde sagen Es ist wichtig.

01:01:52: oder wenn mir jemand gegenüber sitzt oder sagt ihr will auf gar keinen Fall Abschied nehmen Sondern gehe ich nicht hin und sage okay sondern ich habe gelernt zu fragen warum nicht?

01:02:03: Was sind ihre Ängste?

01:02:04: was denken Sie was passiert wenn sie abschied nehmen?

01:02:10: Ja, also ich möchte, sag' ich jetzt mal.

01:02:12: Meine Mutter so in Erinnerung behalten wie sie immer war.

01:02:16: Wie war sie?

01:02:17: So ins Reden kommen... Was denken Sie ist jetzt so schlimm wenn Sie Ihre Mutter nochmal tot im Sarg sehen?

01:02:31: Großes Schweigen überlegen Wenn sie kein Unfall hatte, wenn sie keine Krankheit hatte die sie entstellt hat?

01:02:40: oder wird sie von der Optik her ihre Mutter sein?

01:02:44: Sie werden sie im Krankenhaus besucht haben.

01:02:47: Sie ist vielleicht von der Krankheit gezeichnet, sie hat sich bestimmt verändert.

01:02:54: aber das was Achtzig Prozent nicht möchten ist mit der Tatsache konfrontiert zu werden dass da tatsächlich meine tote Mutter drin liegt.

01:03:06: eben sag und ich werde mit diesem Moment konfrontieren und ich muss visuell begreifen dass meine Mutter tot ist.

01:03:14: Das möchte ich vielleicht in dem Moment noch nicht.

01:03:16: Und es gibt so verschiedene Möglichkeiten, dass man sagt ... Man wahrt die Mutter auf wenn mein Gegenüber ins Überleben kommt Wenn der dabei bleibt.

01:03:26: Nein auf gar keinen Fall.

01:03:28: Okay, sagt zu akzeptiert Aber es gibt Möglichkeiten.

01:03:31: Ich kann erklären Dass es vielleicht okay ist, wenn man sich das vom Türrahmen raus erst einmal anguckt Nicht sofort ins Zimmer gehen, nicht sofort die Konfrontation Sondern erstmal aus der Entfernung her.

01:03:44: Du guckst, okay doch ja.

01:03:46: Das ist meine Mama so schlimm sieht die gar nicht aus.

01:03:48: man geht vielleicht ein oder zwei Schritte näher Oder man bleibt draußen aber man hat sein eigenes Tempo.

01:03:55: Bauchgefühl möchte ich das möchte ich dass nicht.

01:03:59: Und das ist tatsächlich in dem moment egal ob sie dreißig sind Sechzig sind oder acht oder neun Jahre alt sind bauchgefühle.

01:04:08: Sind Sie grundsätzlich bereit, möchten sie?

01:04:11: Dann kann man das step by step machen.

01:04:12: Diese Zeit sollte sich jeder nehmen auch das Bestattungshaus.

01:04:16: Das Bestattungshaus sage ich immer ist Dienstleister.

01:04:20: Ich führe Dinge für Sie aus die Sie in diesem Moment nicht machen können.

01:04:24: Aus welchen Gründen auch immer?

01:04:25: A dass Sie nicht wissen was Sie gerade machen müssen Beurkundungen Organisation und und oder aber so eine Abschiednahme vorzubereiten Mit ihnen vielleicht die Trauerhalle dekorieren, mit persönlichen Sachen.

01:04:37: Wie viele Menschen wissen das sie das dürfen und dass es schön ist wenn man in der Trauerfeier auch den Verstorbenen wiedererkennt?

01:04:44: Das Bild, das Hobby... Und dann ist mir das egal, ob das der erste Advent ist, wo ich das mit einer Familie mache.

01:04:50: Ob das Ostern ist oder... Für diese Familie ist gerade kein erster Advent.

01:04:55: Für die ist auch gerade kein Ostern.

01:04:57: Für sie ist gerade Ausnahmezustand und Katastrophe.

01:05:00: Die sind dankbar wenn da jemand ist, der mit ihnen gewisse Dinge macht.

01:05:04: Die weiß sich aber nicht weil ich meine Tochter verloren habe sondern weil ich mich auf den Weg gemacht hab um viele Dinge zu lernen und weiterzugeben.

01:05:15: Das möchte ich eigentlich auch bei Stern-Kinderfest-EV so machen.

01:05:21: Die Frau Plumm hat mir den Artikel zugeschickt im September und ich fühlte mich, Herr Schäfer, null angesprochen!

01:05:28: Ich bin noch nie mal ansatzweise da auf den Gedanken gekommen, dass ich gesagt hätte hey ja dann wäre ein Job für mich das will ich machen.

01:05:35: Nee, ich habe mir das angeguckt hab sie gesagt ach super schade die haben doch jetzt fünfzehn oder vierzehn Jahre super gemacht die beiden der Marc und die Martina.

01:05:42: Super Geschichte.

01:05:44: Und dann aus Altersgründen?

01:05:45: Na ja, man kann sie auch anstellen.

01:05:46: So alt sind's ja noch nicht!

01:05:47: Ihr könnt das ja nochmal ein bisschen so weitermachen.

01:05:49: Ja

01:05:49: wobei ich glaube das Argument ist eher dass die so viele andere zu tun

01:05:52: haben.

01:05:52: Das viele andere Sachen sind aber halt auch als altersgründenden Jüngere.

01:05:56: und wenn ich dann eine Martina Plum- und einen Marc Fräse dann habe und die wollen an Jüngeren abgeben Ich werde neun und, ich muss das noch belegen.

01:06:04: Ich werd neunundfünfzig.

01:06:06: So viel jünger bin ich ja dann auch nicht.

01:06:08: Dann war das Thema für mich wirklich durch.

01:06:10: Und ich war dabei mir hier meine Familientrauerbegleitung aufzubauen.

01:06:13: Ich war dabei Räumlichkeiten zu suchen.

01:06:17: Mit der Webseite, Kleingewerbe ... Ich war da bei mein Weg zu gehen.

01:06:24: Meine Familientrauerebegleitungen, das auf den rechten Weg zu bringen.

01:06:28: Ich bin jetzt niemanden, der so raketenmäßig ist.

01:06:31: Ich brauche so meine Zeit.

01:06:33: Nicht, dass ich gemütlich bin, aber ich brauche meine Zeit!

01:06:36: Ich habe auch wirklich private Sachen, wo ich dann auch meine Auszeiten brauche.

01:06:41: Mein Papa ist gerade im Pflegeheim, dem geht's grad nicht so gut und wenn ich jetzt abends nach Hause komme, bin ich völlig erledigt.

01:06:47: Da kann ich nicht noch nebenher gewisse Sachen... Und dann ist es immer mein Tempo.

01:06:51: Das finde ich auch völlig legitim, das jeder nach seinen Sachen was macht.

01:06:56: Dann bin ich irgendwann in Februar Samstags morgens wach geworden, habe mein Handy genommen ohne großartig nachzudenken und hab die Melanie Richter.

01:07:07: Hab der ne Voicemail geschickt.

01:07:09: Sag mal Meli, weißt du ob schon jemand was gemacht hat bei den Sternkindern?

01:07:14: Hättest du warum machst du das nicht?

01:07:17: Und Melanie antwortet ach weißte.

01:07:19: nee ich glaub es macht noch keine.

01:07:21: aber alleine würde ich das nicht machen wollen Ich hätte da kein Bock drauf.

01:07:25: Weißmehl zurück.

01:07:26: Also wir haben dann wirklich, als Stadt das Telefon in die... Nein!

01:07:28: Wir haben Weißmilz hin und her geschickt.

01:07:31: Und dann habe ich gesagt was hältst du davon?

01:07:32: Wenn nicht die Martina Plummal Antica, eine Weißmütik und fragt ob sie schon jemanden gefunden hat.

01:07:37: Ob da schon jemand ist den die aufbauen der da schon mal so isst.

01:07:40: Ich sag uns die zweite Variante wenn die nein sagt Was hältst Du Davon wenn wir beide dass machen?

01:07:47: Anford Melanie Jo frag ma.

01:07:49: Mit dir würde ich das machen und ich mit Melanie wird das machen.

01:07:52: Und dann so gefragt, also auch ihr Mann der Michael dann mit ins Boot geholt.

01:07:56: Dann habe ich eine ganz liebe Freundin von mir die Anja Spengler mit ins Boot geholt und die habe ich vorher gefragt.

01:08:01: Die ist Vereinserfahrerin hat bei Tusicang glaube ich hatte ein bisschen was gemacht und es eine liebe Freundinnen hat sich so entwickelt jetzt.

01:08:08: Die habe ich gefragt ob sie sich vorstellen könnte uns so zu unterstützen Und wir wussten ja nichts.

01:08:14: Wie steht der Verein da?

01:08:15: Wie viele Mitglieder, was ist da alles und so?

01:08:17: Dann habe ich Martina Plum angetickert und hab so gesagt, einmal zu Martina hast du schon Nachfolger!

01:08:23: Nö...

01:08:24: Scheiße.

01:08:25: Jetzt muss ich's machen.

01:08:26: So

01:08:27: kacke.

01:08:27: Dann habe dann die Melanies.

01:08:28: Ich dachte, du, die hat noch niemanden.

01:08:30: Und dann habe ich der Martiner Plum quasi eine Nachricht geschickt.

01:08:33: Pass auf, ich könnte mir das gut vorstellen mit der Melanie zusammen.

01:08:39: Auch mit Michael.

01:08:41: Wir würden das gerne machen.

01:08:43: Lass uns mal reden!

01:08:44: Also dann habe ich erst mit der Martina alleine geredet und dann hab' ich mich mit der Frau Spengler, mit den beiden Richters und wir haben uns dann getroffen und sind an so ein paar Details.

01:08:53: was möchten wir?

01:08:55: Was können wir dem Verein anbieten?

01:08:58: Und Melanie und ich für uns beide war sofort klar dass wir nicht nur weil unsere beiden Töchter da sind, das machen wollen sondern weil wir gewachsen sind weil wir Fortbildungen gemacht haben, weil wir selber gut stehen können und anderen einen gewissen Halt anbieten können.

01:09:19: Und die Melanie ja auch mit ihrem Halloween und mit dem was sie da alle so macht ganz viel auch sehr aktiv ist.

01:09:28: Was für mich tatsächlich von vornherein klar war dass ich nicht die erste Geige spiele sondern das das Melanys Baby.

01:09:37: Sie hat das damals mit der Martina Plum als Selbsthilfegruppe und dann ist es ja ein gemeinnütziger Verein geworden.

01:09:42: Die beiden haben das aufgebaut, also ist es nur völlig logisch auch für mich dass die Melanie die erste Vorsitzende ist.

01:09:50: Hat sie auch sofort gesagt ja will sie machen?

01:09:53: Und ich bin zweite Vorsitzender.

01:09:55: Noch mal für die Zuhörer man trifft sich einmal im Monat

01:09:58: jeden dritten Samstag im Monats.

01:10:00: Also wir haben auf der Internetseite Stern Kinderfest eVa, auf Facebook und auf Instagram.

01:10:07: Haben wir die Termine stehen für Dezember ist noch in Planung weil wir gegebenenfalls dieses Candle light das gibt es jeden zweiten Sonntag also den zweiten sonntag im december Gibt es so eine weltweite aktion worldwide candle lightning?

01:10:25: Das heißt In jedem land werden um.

01:10:29: Ich hoffe, ich sage es richtig.

01:10:30: Um neunzehn Uhr wird eine Kerzenfenster gestellt in Andenken an jemanden verstorbenes Kind mit einer Kerzen fenster gesetzt und das soll sinnbildlich so sein dass weltweit einmal um die ganze Welt um Neunzehnt Uhr eine Kerze brennt für die Kinder.

01:10:46: Und das ist dieses worldwide candlelight wie auf immer.

01:10:52: Das würden wir ganz gerne Mit dem Verein machen.

01:10:57: Es sind so Gedanken, vielleicht ein ökumenischen Gottesdienst.

01:11:01: Vielleicht eine Kirche mit reinholen.

01:11:03: Wobei ich natürlich auch weiß.

01:11:05: wir sind zwar jetzt erst im April aber für solche Sachen zum Planen und zum Organisieren sind wir vielleicht schon ein Stück zu spät für Dezember.

01:11:15: Sommerferien, Herbstferien wenn sie alles so mit dabei tun.

01:11:17: Aber wir wollen irgendwas machen!

01:11:19: Wir wollen auch was mit der Wiese machen dass wir uns an die Wiese treffen.

01:11:22: das wäre dann halt der zweite Sonntag Und nicht der dritte Samstag im Monat, deswegen ist ja Dezember-Termin noch offen.

01:11:28: Ein sehr aktiver Verein nach wie vor, der jetzt in neue Hände weitergegeben wurde.

01:11:33: Ein paar mehr Infos schreibe ich auch in meinen Artikeln, den ich aus diesem Gespräch praktisch rausnehmen möchte.

01:11:39: Ich möchte mich sehr herzlich bedanken Frau Behrendt.

01:11:42: Das war sehr interessant und hat mir einen guten Einblick darüber gegeben Wie wichtig auch professionelle Begleitung In solchen Krisensituationen sein kann.

01:11:52: Definitiv Nicht muss, aber kann.

01:11:55: Das ist das was wir auch anbieten.

01:11:58: Vielen Dank fürs Zuhören und ich habe wieder mehr erzählt als ich wollte!

01:12:03: Dafür hab' ich sehr eingeladen.

01:12:04: Vielen dank Frau.

01:12:04: Sehr gerne.

01:12:05: Tschüss!

01:12:13: Vielen Dank dass ihr zugehört habt.

01:12:15: wenn euch dieser Podcast gefallen hat dann gebt ihm doch gerne mal eine gute Bewertung auf der Plattform Eurer Wahl.

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01:12:33: Viele Grüße aus der Redaktion!

01:12:40: Glückauf!

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