Spezial: Micky Beisenherz vor dem Dschungelcamp 2026
Shownotes
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00:00:00: dann bist du schon ein richtiger Medienmensch.
00:00:02: Habt ihr die Stimme erkannt, liebe Hörer?
00:00:04: Hier ist Tobias Weckenbock und ich meine nicht meine Stimme, sondern die andere da am zweiten Mikrofon.
00:00:09: Ich hab einen prominenten Gast und ehrlich gesagt bin ein bisschen aufgeregt.
00:00:20: Hallo und herzlich willkommen zu einer Ausgabe des Podcasts, die mich insgesamt ein bisschen nervös gemacht hat im Vorfeld.
00:00:28: Nicht weil so... Präsent ist, worüber wir sprechen, sondern weil mein Gast für mich in gewisser Weise auch ein bisschen ein Vorbild ist.
00:00:35: Denn er ist einer der bestimmt erfolgreichsten Podcaster Deutschlands und kommt dazu noch aus unserer Stadt aus Castro-Brauxel.
00:00:45: Heute bei uns im Spezial ist Mickey Beisenherz und mit dem spreche ich eigentlich über sein kleines Unternehmen, namens Mickey Beisenherz, über sein Podcast und vor allem und damit fangen wir an über das Dschungelcamp, denn Mickey Beisenherz reist jetzt nach Australien und wird dort vier Wochen lang wie bekannt für RTL Gags schreiben.
00:01:09: Also, Feuer frei für ne, ich glaube, spannende halbe Stunde mit einem der bekanntesten Söhne unserer Stadt.
00:01:21: Ich bin aufgeregt.
00:01:22: Ich bin ein treuer Hörer.
00:01:24: Ich bin ein treuer Podcast-Hörer und freue mich, dass ich nach zahllosen Folgen selber hier mal zu Gast sein darf.
00:01:30: Wie schön.
00:01:30: Oh,
00:01:30: Mickey.
00:01:31: Dein Podcast Apokalypse und Filtercafé hat wie viele Millionen Hörer im Monat?
00:01:36: Das weiß ich offen gestanden gar nicht so genau, aber sind tatsächlich einige.
00:01:40: Etwas weniger als bei uns dann, aber... Ja,
00:01:42: ich kratze hart an eurer Marke, aber wir führen doch eine friedliche und gelingende Co-Existenz.
00:01:48: Lieber Miki, schön, dass du da bist.
00:01:50: Wir haben Mittwoch, Mittag und morgen fliegst du um die Welt.
00:01:56: Nach Australien.
00:01:57: und darum haben wir gesagt, jetzt greifen wir zu und jetzt kommt der Mikima einmal bei uns vorbei.
00:02:01: Genau,
00:02:01: Qatar Airways, also ich fliege nicht komplett um die Welt, sondern ich springe quasi auf der Hälfte raus am unteren Ende in Australien.
00:02:07: Also ich fliege über Qatar, habe ich gesehen im Flugplan, ich steige kurz einmal in Doha um und dann bin ich in, weiß ich gar nicht, thirty-six Stunden oder so, irgendwann in Brisbane.
00:02:19: Ist es da warm?
00:02:20: Ich hoffe doch, ich habe noch nicht in den Wetterbericht geguckt.
00:02:23: Also andere gucken ja schon Wochen vorher in die Wetter-App.
00:02:26: Das habe ich nicht gemacht.
00:02:27: Du hast so ein Norweger Pulli mit dicker Wolle an, gar kein Rolli heute, aber
00:02:31: so richtig.
00:02:32: Nein, es ist ein Cardigan, es ist ein dicker Cardigan, weil ich habe ja derzeit das Problem, da ich ja noch ein, zwei Tage in Deutschland unterwegs war und als ich in Hamburg startete, da war noch Schnee und Eis.
00:02:43: Jetzt muss ich mich ja so anziehen, dass ich gleichzeitig in Deutschland ausreichend eingepackt bin und wenn ich in Australien aus dem Flieger Stieger steige, dann... dann muss ich ja auch irgendwie für diese Gegend ordentlich gekleidet sein.
00:02:56: Und das ist ja häufig zu warm.
00:02:57: Ich kann nicht mit Mantel da in Australien aussteigen bei thirty-fünf Grad und Sonne, denn das ist da meistens so.
00:03:02: Hoffe ich zumindest.
00:03:03: So, jetzt gehen wir aber mal drauf ein.
00:03:05: Was machst du in Australien?
00:03:06: Ich glaube, die meisten, die das hören.
00:03:08: Und wir sind nicht bei Apokalypse und Filtercafe gerade übrigens, sondern im Podcast.
00:03:11: Was du da machst, wissen die meisten, obwohl du gar nicht vor der Kamera so richtig auftauch, sondern undercover hinter den Kulissen des Dschungelcamps unterwegs bist.
00:03:21: Genau,
00:03:22: das mache ich seit nunmehr siebzehn Jahren.
00:03:25: Wie alt bist du noch mal?
00:03:27: Äh,
00:03:27: siebenvierzig,
00:03:28: achtenvierzig, achtenvierzig Jahre.
00:03:30: Ja, ich bin, also ich bin quasi mit zarten, ungefähr zarten dreißig Jahren da eingestanden, bin also im Camp gealtert quasi.
00:03:38: Stark,
00:03:38: was machst du da seit siebzehn Jahren?
00:03:40: Genau, meine Aufgabe ist es, Teil eines mittlerweile auf vier Autoren angewachsenen Teams zu sein, das für die Moderatoren die Moderationstexte schreibt.
00:03:53: Also das muss man noch mal deutlich sagen, weil die Frage kommt auch heute immer noch mal dann und wann.
00:03:58: Ich schreibe nicht die Texte für die Menschen, die da unten im Dschungel camp rund ums Lagerfeuer hocken.
00:04:04: Das was die machen, das ist ungeskriptet.
00:04:07: Da geht niemand drüber, niemand schreibt den Texte oder schiebt den Zettel hin und sagt macht mal so und macht mal so.
00:04:14: Sondern Einzig und allein das, was die Moderierenden sagen.
00:04:17: Das liegt zumindest zum Teil in unserer Hand bzw.
00:04:21: in unserer Tastatur.
00:04:22: Warum musst du es da für jemand geben, der das schreibt?
00:04:24: Warum stellen sie dich nicht einfach davor vor die Kamera und du redest, wie der Mund gewachsen ist?
00:04:28: So wie du das, ich weiß nicht, in anderen Formaten.
00:04:31: Auch Tus.
00:04:31: Ja, also dazu muss man sagen, Sonja und Jan machen das auch.
00:04:35: Wenn sie zum Beispiel die Dschungelprüfungen kommentieren und moderieren, dann machen sie das vor Ort, weil der Teil ist ja dann mitunter auch live und so.
00:04:43: Das können die schon auch alles.
00:04:44: Die können auch live spontan witzig sein.
00:04:46: Aber man muss dazu sagen, diese Sendung, die ja dann in der australischen Nacht bzw.
00:04:51: sehr früh am Morgen produziert und live ausgestrahlt wird, die ist so... textlastig auch für die Moderatoren, dass es schon ganz sinnvoll ist, dass man wirklich eine Struktur hat, ein Gerüst, dass man moderativ ordentlich sauber von A, B, C, D, E, F leitet.
00:05:08: und dazu brauchst du noch ganz klassische Texthandwerker.
00:05:12: die das machen und die das aufschreiben.
00:05:14: Da sind alle ganz dankbar für, weil das gute alte Rudi Carell-Zitat, also um Ass aus dem Ärmel zu schütteln, muss man vorher ins Reingeleicht haben.
00:05:21: Das ist schon auch nicht ganz falsch.
00:05:23: Warum vier?
00:05:24: Du hast gesagt, es gibt jetzt vier.
00:05:26: Vorher gab es mal so zwei oder drei.
00:05:28: Warum braucht man vier Leute?
00:05:30: Ja, weil es immer anspruchsvoller geworden ist.
00:05:34: Also, am Anfang waren es lange Jahre nur Jens Oliver Haas, der Head Autor und ich.
00:05:40: Und dann irgendwann kam Jörg Über dazu.
00:05:42: Und dann kam noch David Flasch dazu.
00:05:44: Jetzt muss man dazu sagen, wir sind drei Autoren, die dann immer in diesem Container sitzen und da die Texte schreiben.
00:05:50: Und der vierte, der wechselt dann immer in einen anderen Container und schreibt dann das, was sogenannte Offmatt-Texte sind.
00:05:57: Also die Filmchen, die haben ja dann auch noch mal so einen begleitenden Moderationstext drüber, diese Gewinnspielmoderation.
00:06:04: Also man könnte auch sagen, Gänsefüßchen, Klein-Scheiß, der auch noch so erledigt werden muss.
00:06:09: Aber den
00:06:09: machst du nicht.
00:06:10: Den mache ich auch.
00:06:11: Wir wechseln immer durch.
00:06:12: Wir wechseln immer so.
00:06:12: Einer von uns muss dann immer im Rotationsprinzip einmal oder zweimal pro Woche Kleinscheiß machen, während die anderen drei dann die Moderationstexte schreiben.
00:06:22: Und
00:06:22: dafür musst du aber auch alles dir angucken, oder was?
00:06:26: Ja.
00:06:26: Also du guckst dir den ganzen Livestream quasi an.
00:06:29: Genau.
00:06:30: Also die Autoren kommen abends, so gegen zwanzig Uhr.
00:06:39: Ja, genau.
00:06:49: Es waren früher mehrere, es sind halt nur noch die Engländer und wir.
00:06:53: Und wir wechseln uns immer ab.
00:06:54: Und wenn die Engländer weg sind und die Deutschen kommen, dann freuen sich die Australier, weil die Deutschen netter sind.
00:07:00: Das ist wirklich so.
00:07:01: Die Australier freuen sich immer, wenn die Deutschen das machen.
00:07:04: Die
00:07:04: Engländer waren ja die Besatzer früher oder die Kolonialmacht.
00:07:07: Ohne Scheiß, das kommt manchmal da wirklich noch durch.
00:07:10: Abgesehen darf und das ist auch für Deutsche doch auch immer schön.
00:07:12: Oder für uns Deutsche doch auch immer schön, dass wir irgendwo hinkommen und eine fremde Bevölkerung sagt, juhu die Deutschen sind da.
00:07:18: Das muss
00:07:19: vielleicht an deinem Scham liegen, Miki.
00:07:20: Oder
00:07:21: das
00:07:22: Filmteam oder das ganze Team ist ja wahrscheinlich zwei Hundert Leute groß.
00:07:25: Das ist
00:07:25: wirklich sehr groß.
00:07:26: Ich habe die nicht alle gezählt, aber ich glaube diese Größe, die kommt schon in.
00:07:30: Etwa hin.
00:07:31: Und das ist ganz schön.
00:07:31: Da treffen dann die Deutschen auf die Australier.
00:07:33: Man kennt sich ja teilweise schon seit über zwanzig Jahren.
00:07:36: Und wir freuen uns einfach.
00:07:37: Also du hast auch so ein bisschen dieses Klassenfahrtsfeeling, weil es ja schon auch ein schöner, sehr strukturierter, aber ein schöner Wahnsinn ist, den wir da machen.
00:07:45: Und
00:07:45: wir kommen dahin.
00:07:46: Also wir waren ja zwanzig Uhr in den Container und dann?
00:07:48: Ja, und dann kriegen wir...
00:07:49: Läuft das Material da?
00:07:50: Ja, genau.
00:07:50: Vorgesichtet?
00:07:52: Genau.
00:07:53: Der Livestream läuft immer.
00:07:55: Da passiert ja aber auch nicht immer etwas.
00:07:57: Und dann haben wir zunächst einmal eine Ablaufbesprechung.
00:07:59: Da heißt es dann das und das und das wird in der Sendung heute passieren, weil das lief den Tag über, ist das vorgefallen, das vorgefallen, das vorgefallen.
00:08:05: Und dann schauen wir uns in der Nacht diese einzelnen Filme schon mal an, soweit sie geschnitten sind.
00:08:10: Und wir leiten dann halt von einem zum anderen über.
00:08:14: Wir sind also eigentlich, wir Autoren, die dahin kommen, die ersten Zuschauer des Dschungelcamps.
00:08:20: Wir sind die ersten, die sehen.
00:08:21: was da fertig geschnitten ist.
00:08:23: Und das ist ja das Schöne daran, weil halt eben das, was da unten passiert, nicht gescriptet ist, sind wir ja auch die ersten, die dann entweder lachen oder mit dem Kopf schütteln oder vielleicht auch mal sagen, das finde ich jetzt langweilig, kann ja auch mal vorkommen.
00:08:36: Aber wir sind die ersten Zuschauer.
00:08:39: So, riesige Mengen Rohmaterial dann wahrscheinlich.
00:08:42: Wie merkst du, jetzt ist eine Stelle, da kann ich mich draufsetzen, da ist ein Gag drin.
00:08:47: Bist du gut vorbereitet auf die Leute, die da stehen?
00:08:50: oder wie machst du das?
00:08:51: Also erstmal muss man sagen, das, was wir dann als Filmchen gezeigt bekommen, das ist natürlich dann schon vorsortiert.
00:08:57: Also andere sichten das ganze Material und andere schneiden dann das, was erzählenswert ist.
00:09:02: Und das
00:09:02: dann skurril oder für sich schon lustig und du setzt dich noch mal drauf?
00:09:06: Genau, genau.
00:09:07: Wir haben dann natürlich auch fantastische Leute, die wissen auch, wie man solche Filme schneidet und wie man irgendwie Humor rausholt oder Dramatik und Spannung aufbaut.
00:09:15: Das sind halt absolute Profis übrigens auch mit einem tollen Musikgeschmack.
00:09:18: Also regelmäßig kommt ja immer die Frage, was sind denn das für Songs?
00:09:23: Gibt es den Soundtrack dazu, weil da so gute Musik ist?
00:09:25: Weil die, die da in den Schnittcontainern sitzen, in den siebzehn, achtzehn Schnittcontainern, die sind halt super die Leute.
00:09:31: Die können das halt, die sind richtig gut.
00:09:33: Also viele deutsche Krimi oder Serienproduktionen wären froh, wenn sie so gute Leute hätten, die diese Sachen schneiden.
00:09:39: Aber das war nur mal eben so am Rande.
00:09:43: Was war die Frage?
00:09:46: Also, die machen dann lustige Sachen da im Camp sowieso schon, weil das ist ja auch ein bisschen ein Psycho-Experiment, die werden da auf engen Raum zusammengefährigt, kennen sich zum Teil nicht und müssen dann miteinander auskommen, haben dann noch so Dschungelprüfungen, woran dann alle aber hängen, also das Schicksal aller hängt.
00:10:02: Die gruppendynamischen
00:10:03: Prozesse werden ausgelöst, wie man so schön sagt.
00:10:06: Wie
00:10:06: gut kennst du die Leute, die du dann da siehst?
00:10:08: Vorher schon.
00:10:10: Das ist immer zweigeteilt.
00:10:12: Ich, der ich auch Jahrgang sieben und siebzig bin, ich kenne vorrangig natürlich die Vertreter der alten Unterhaltungsbrd, also sowas wie... Hadi Krüger Junior sagt mir etwas, oder von mir ja, Mia Dumont, da sage ich, aha, mhm, okay.
00:10:28: Simone Balak kenne ich natürlich auch.
00:10:31: Und dann gibt es die New Economy, die ganzen Reality-TV-Stars, die von Temptation Island kommen oder... Na, dafür
00:10:37: bist du zu alt, oder
00:10:38: was?
00:10:38: Oder von irgendeiner Bumsinsel oder so.
00:10:40: Da muss ich dann offen gestanden auch sagen.
00:10:42: Ich kenne die auch nicht, ich weiß, weil ich gucke einmal im Jahr Reality TV und das ist, wenn ich im Dschungel bin.
00:10:49: Und den Rest des Jahres kriege ich das wirklich nur bei meinem Bild-Plus-Account mit, dass irgendein Serkan, irgendeine Jamila und denke, aha, toll, weil es nicht alles gibt.
00:10:59: Aber wenn diese beiden aufeinandertreffen, also so die alte Unterhaltungsodvollee und dann die New Economy, und die treffen sich im Dschungel und blicken sich... gegenseitig unglaublich an und sagen aha und davon kann man heute leben und wer bist du denn?
00:11:14: du warst mal was warst du?
00:11:16: das ist interessant dann gucke ich es auch gern weil dann wird es dann wird spannend.
00:11:19: aber die hälfte der kandidaten kandidatin ich kenne die auch nicht aber es egal wenn es losgeht es wurscht.
00:11:26: kozimo und gigi kannte ich auch nicht als die sendung losging.
00:11:29: nach zwei tagen habe ich die geliebt.
00:11:31: das ist ja das schöne weil im dschungel passiert dann ja auch etwas was auch nur dort entsteht.
00:11:37: Wir sind ja weit davon weg, inzwischen als sehr kritisch zu betrachten, was da grundsätzlich abgeht.
00:11:44: Das hat mit Big Brother irgendwie gefühlt mal in Deutschland angefangen.
00:11:47: Leute unter Brennglas ist auch menschenverachtend.
00:11:50: Von diesen Debatten sind wir lange weg.
00:11:52: oder spielt das für dich irgendwie auch eine Rolle, dass du da ... eine gewisse Balance hältst, also auf der einen Seite sehr spitz und sehr lustig zu sein, auf der anderen Seite aber nicht in diesem Stil wie damals Stefan Rapp mit Lisa Loch oder so abzugleiten, um es dann ganz platt und dämlich zu machen und die Leute so richtig dann auch dem Mob bei Social Media auszusetzen.
00:12:13: Genau, also das würde ich mir wünschen, dass das nicht, also ich meine wie die mediale Begleitung bei Social Media ist, das erleben wir auch in anderen Kontexten, das hast du natürlich nur bis zu einem gewissen Grad in... der Hand, weil du nie genau weißt, wie die Leute über andere herfallen.
00:12:27: Aber ich bin ja nun schon so lange dabei, unter anderem auch deshalb, weil das mag jetzt dem ein oder anderen etwas komisch vorkommen, aber dieses Format überhaupt nicht zynisch ist.
00:12:38: Klar ist es nicht schön, wenn jemand irgendwie, was weiß ich da, einen Straußen-Anus auf dem Teller liegen hat oder durch keine Ahnung, durch Schweinegrütze laufen muss.
00:12:49: Aber A, kann man das jederzeit auch verweigern.
00:12:52: Niemand wird gezwungen, das zu tun.
00:12:54: Und ganz ehrlich... Das
00:12:54: ist aber immer dieses Totschlagargument.
00:12:58: Ja, die sind ja freiwillig gekommen.
00:13:00: Wir können die jetzt auseinander nehmen.
00:13:02: Ja, genau.
00:13:03: Aber es hängt ja immer davon... Also, das stimmt.
00:13:05: Aber es stimmt natürlich... Also, es ist ja auch wahr.
00:13:07: Wir müssen es ja nicht machen.
00:13:09: Und das Thema zum Beispiel Geldnot stimmt auch nicht mehr.
00:13:12: Weil die meisten kommen in erster Linie deshalb, weil sie dadurch Aufmerksamkeit haben, sie haben eine Reichweite oder eine... Die wenigsten machen das überhaupt noch.
00:13:21: das Geld deswegen.
00:13:22: Aber
00:13:23: Reichweite ist ja dann Geld für viele
00:13:24: von denen.
00:13:24: Ja klar, aber Sie haben es nicht zwingend nötig.
00:13:26: Also jetzt kommen klar, es gibt immer Fälle.
00:13:29: Heinz Hönig war sicherlich jemand, der konnte das Geld auch ganz gut gebrauchen.
00:13:33: Aber es ist nicht mehr in erster Linie die Motivation, sondern wahrscheinlich auch aufgrund der ganzen anderen Formate und wie Reality TV sich so entwickelt hat und wie krass es teilweise ist, ist ja das Dschungelcamp mittlerweile schon fast ein bisschen das Traumschiff unter diesen Formaten, wo man das gewinnt, weil es auch einen, wie sagt man im Engen so Slow Pacing hat.
00:13:50: Es ist eigentlich vergleichsweise... Es ist vergleichsweise langsam von der Erzählung her.
00:13:56: Es ist auch nicht so hardcore, was die Beschimpfung und so angeht.
00:14:00: Und es hat mittlerweile auch so eine eigene Dynamik für die Leute, weil es so einmal im Jahr und zu dieser Jahreszeit ist.
00:14:05: Das ist sowieso eine Art Special Olympics, wo die Leute sagen, wir gucken uns das jetzt einfach mal an, was sie da so treiben.
00:14:10: Es ist wie so ein Turnier.
00:14:12: Und es ist, genau, das wollte ich sagen, es ist nicht zynisch.
00:14:15: Denn wenn du zum Beispiel Jan Köppen kennst oder Sonja Zidlo, die begegnen diesen ganzen Kandidaten mit einer unglaublichen Emotionalität.
00:14:23: Übrigens natürlich positiv wie negativ.
00:14:25: Also wenn Sonja Zidlo jemanden wirklich hasst.
00:14:29: Dann tut sie das aber auch nicht wie ein zynischer Medienmensch und sagt, es ist mir egal, was damit passiert, sondern sie ist auch so die erste Zuschauerin, die sehr leidenschaftlich dabei ist.
00:14:38: Und andererseits wirft sie sich auch schützen vor die Leute und sagt, er ist, lass sie mal in Ruhe oder so.
00:14:43: Und das finde ich gut, weil das zieht sich durch alle Ebenen, dass du die Leute auch liebst, die du da betrachtest.
00:14:50: Die sind ja nicht egal.
00:14:51: Und die Kandidaten hassen die euch denn oder hassen die eher Sonja Zitlo?
00:14:55: Ach so.
00:14:56: Oder gar nicht.
00:14:57: Naja,
00:14:57: uns Auto.
00:14:59: Du, ich hab schon Leute getroffen im Laufe der Jahre oder Jahrzehnte danach.
00:15:02: Die waren eigentlich immer cool.
00:15:04: Ich glaub, der Einzige, der irgendwie nicht begeistert war, war Peter Bond.
00:15:08: Warum?
00:15:10: Ich meine, der hat ja selber sowieso einen komplett übersteigertes Ego und auch eine gesunde, schiefe Weltwahrnehmung.
00:15:18: Ich glaube, der fühlte sich da einfach falsch getroffen.
00:15:20: Also er selber sieht sich so als so eine Art Bundespräsident und hatte aber das Gefühl, dass er so als schmieriger, achttklassiger Gebrauchtwagenhändler da falsch dargestellt wurde.
00:15:28: Ich bin aber immer noch der Überzeugung, dass wir ihn da schon ganz gut getroffen haben.
00:15:32: Jetzt muss ich mich an dieser Stelle einmal outen.
00:15:34: Ich gebe mal zu, dass ich ein absoluter Dschungelleihe bin.
00:15:37: Wer das noch nicht gemerkt hat, vielleicht mal aufwachen.
00:15:40: Ich gucke das nicht.
00:15:41: Ich habe es noch nie richtig geguckt und verfolgt.
00:15:43: Ähm, du musst aber trotzdem, und ich muss dich trotzdem fragen, zum aktuellen Cast mal was sagen, bist du mit der Zusammenstellung der Kandidaten einverstanden?
00:15:52: Ja, damit hast du ja, glaube ich, gar nichts zu tun.
00:15:54: Nee, damit habe ich gar nichts zu tun.
00:15:56: Da blicken dann wir Autoren auch immer wieder interessiert, manchmal auch überrascht drauf und sagen, aha, den habt ihr gekriegt oder so.
00:16:04: Ähm, genau.
00:16:06: Doch, ich bin zufrieden.
00:16:07: Ich finde den Cast gut.
00:16:08: Ich glaube, dass die Mischung stimmt.
00:16:10: Aus den Gründen, die ich gerade schon genannt habe, wann es interessant wird, wenn so verschiedene Milieus sich begegnen und unglaublich bestaunen, das ist gut.
00:16:18: Na ja, die Personale Gill-Oferim, die dir höchstwahrscheinlich auch bekannt ist, ist wahrscheinlich die Interessanteste.
00:16:25: Denn was nicht nur das deutsche Publikum liebt, ist natürlich generell die Geschichte von Aufstieg und Fall.
00:16:32: Das hat er ja also schon vor dem Jungle Camp hinter sich.
00:16:35: Und das Jungle Camp dient ja nicht selten als Weg der Erlösung.
00:16:39: Und da bin ich jetzt mal gespannt, ob Gil Ofarim der, wie auch ich finde, der sich ganz ordentlich etwas... zu Schulden hat kommen lassen.
00:16:49: Da gab es diese Hotelaffäre aus Leipzig, glaube ich.
00:16:51: Genau.
00:16:51: Im Westen in Leipzig gab es seinerseits die Anschuldigung, dass ein Rezeptionist im Westen ihn aufgefordert hätte, seinen Davidstern an der Kette einzustecken im Sinne von, sonst wirst du hier nicht bedient.
00:17:04: Er hat sich vor Gericht dann bei diesen Mitarbeitern nach hohem, hohem Öffentlichen und dann auch letzten eines juristischen Druck entschuldigt und in der allgemeinen Wahrnehmung ist die ganze Geschichte erfunden.
00:17:17: Er lässt es immer noch so ein bisschen im Umklaren und behauptet immer, doch, doch, da war irgendwas, aber keine Überwachungskamera konnte je das belegen, was er dem Mitarbeiter vorgeworfen hat, bei dem er sich dann am Ende auch entschuldigt hat für die falsche Anschuldigung.
00:17:30: Also wir sind natürlich gespannt, wie er im Camp damit umgeht und ob er aus dieser Nummer So rauskommt, dass die Öffentlichkeit ihn danach wieder in die Arme schließt und sagt so, Junge, du hast das hier so tapfer durchgestanden.
00:17:43: Jetzt können wir dich auch wieder mögen.
00:17:44: Ich bin gespannt, ob es klappt.
00:17:46: Also deine... Cotter Schnauze meine ich positiv, nicht böse gemeint, nicht abwertend.
00:17:51: Hast du sicher auch aus deiner Herkunft, du kommst aus dem Rohrgebiet, bist ein Kind des Potts, kommst aus Henrichenburg, gut da denken.
00:17:56: Manchmal die Leute, sie seien schon im Münsterland, aber
00:17:59: hier
00:17:59: kannst du brauchst, obwohl ihr eine andere Vorwahl habt, halten euch trotzdem für Leute
00:18:04: von uns.
00:18:05: Ich hoffe, dass ihr uns noch akzeptiert.
00:18:08: Spieht das eine Rolle?
00:18:09: Ist das ein bisschen auch dein Stilmittel, dieses Rohrpott-Ding?
00:18:13: Trotzdem bist du ja irgendwie in die Welt gegangen und transportierst ... ist das auch so ein bisschen... in deinen Formaten oder was ist das?
00:18:20: Ja, ich glaube, das lässt sich ja gar nicht ausschließen.
00:18:26: Im Ruhrgebiet in Kasper Brauchsel lernst du ja auch.
00:18:30: Fast jede Ruhrgebietstadt ist ja so ein bisschen wie früher so eine Westernstadt.
00:18:35: Also wer schneller zieht, hat gewonnen, was so die Rhetorik angeht.
00:18:39: Weil du kennst es ja an jeder Ecke, kommt ja irgendein Opa im Zweifel mit dem Dackel um die Ecke und drückt dir einen Spruch.
00:18:44: Wenn du da nicht darauf vorbereitet bist, hast du es schon verloren.
00:18:47: Und das ist sicherlich im Humorfachwerk nicht verkehrt, relativ schnell irgendein Spruch zu haben, wenn es darum geht, eine Situation zu kommentieren.
00:18:55: Ansonsten bemühe ich mich, manchmal erfolgreich, manchmal vielleicht auch nicht, eine Art Sprache zu verwenden, die der von Thorsten Sträter vielleicht nicht ganz unähnlich ist, bei dem ich das immer sehr schätze, dass er mitunter ins literarische abgleitet, wunderbare Neologismen kreiert.
00:19:16: und während du gerade Also das Gefühl hast du bist da irgendwie so schon auf so einem Rilke-Pfad unterwegs, dann kommt plötzlich aber so ein ganz hemmensärmeliger Begriff oder so irgendwie die Bagger-Luten, die kriegen was auf die Fresse oder so, wo du denkst, ach, wie schön.
00:19:27: Und das ist ja toll, wenn man, wie sagte der Kaiser, du musst halt links wie rechts.
00:19:32: Links wie rechts, das ist wirklich cool.
00:19:35: Also auch bayerisch ist bei Mickey möglich.
00:19:38: Sag mal, du bist ja so ein One-Mensho, eigentlich so ein Unternehmer, aber mit dir alleine.
00:19:45: dieses Gespräch mit dir vereinbart habe, da hast du gesagt, ja, ich habe ja keinen Manager, also ich muss die Termine selbst koordinieren.
00:19:52: Erzähl mal ein bisschen, welchen Stellenwert spielt denn da jetzt so, wie ich so weiß nicht, vier Wochen Dschungel?
00:19:57: Ist das für dich ein großer wirtschaftlicher Faktor so im Jahr eigentlich?
00:20:02: Ja, also der Dschungel war immer dahingehend ein großer wirtschaftlicher Faktor, als ich im Dschungel in vergleichsweise kurzer Zeit, was so ein Monat angeht, ziemlich viel Geld verdient habe.
00:20:15: Das ist auch jetzt noch der Fall.
00:20:18: Aber, da ich ja parallel zur gleichen Zeit oder zur selben Zeit A, den Kölner Treff moderieren würde und es dann nicht kann, weil ich nicht dort bin und B, bei meinem Podcast Apokalypse und Filtercafé auch selber nicht vor dem Mikrositze, sondern andere Menschen es moderieren, denen ich als Chef dieser ganzen Unternehmung dann natürlich Gage zahle, ist es am Ende bei mir... Eigentlich die berühmte Milchmädchen-Rechnung.
00:20:47: Also das, was ich im Dschungel einnehme, verliere ich woanders wieder.
00:20:51: Und so ist, also ich will jetzt noch nicht so weit gehen, zu sagen, dass der Dschungel mittlerweile eine große Liebhaberei von mir ist, weil so neunzehntzwanzig Nachtschichten am Stück sind auch für ein Mann meines Alters mein Lieber Jobejas auch kein Zuckerschlecken.
00:21:04: Aber es ist halt, es hat sich wirklich verändert.
00:21:07: Aber... Ich muss dazu auch sagen, und das finde ich mal ganz witzig, weil man so bei X oder Facebook oder so, dann kommen ja nicht wenige, die sich für so wahnsinnig schlau und gewitzt halten, wenn sie versuchen mir, wie man so schön im Ruhrgebiet sagt, einen beizuprockeln, wenn sie sagen, ja, da kommt der Dschungelautor, als wäre das ein Malus oder als würde ich das persönlich als Malus empfinden und ich sitze immer da.
00:21:32: Was wollt ihr mir jetzt gerade hier?
00:21:34: Glaubt ihr, das tut mir weh, wenn ihr mich als Dschungelcamp-Autor bezeichnet?
00:21:38: Das bin ich doch, und das bin ich doch gern.
00:21:40: Ich könnte es doch ändern, wenn ich es wollte.
00:21:43: Also nur, falls jemand demnächst bei Facebook drunterschreiben will, aha, da spricht der Dschungelautor, ich möchte nur, also bitte verschwendet nicht eure Zeit, wenn ihr hofft, dass mir das irgendwie weh tut oder so.
00:21:53: Ich mache das wirklich gern.
00:21:54: Ich find das toll.
00:21:55: Hast du denn schon mal überlegt, damit aufzuhören?
00:21:57: Ja,
00:21:58: hab ich tatsächlich auch.
00:22:00: Hab mich so ... Ein, zwei Jahre mit dem Gedanken wirklich sehr ernsthaft beschäftigt im Sinne von so, das ist jetzt das letzte Jahr.
00:22:08: Und dann war ich wieder dort und dann habe ich dann da mit den Kollegen gesessen und mit denen gearbeitet, auch mit Markus Kütner von RTL, der Unterhaltungsgeschäft, der ein wirklich feiner Mensch ist und ein sehr kluger Kopf.
00:22:20: Und dann war es jedes Mal wieder so, dass ich dachte, das macht aber schon auch Spaß.
00:22:23: Es ist einfach eine wirklich gute Zeit.
00:22:27: Und dann gibt es ja mal diesen schlauen Satz, man soll aufhören, wenn es am schönsten ist.
00:22:32: Und dann denke ich mir, es ist auch einfach Quatsch der Satz.
00:22:35: Wirklich Quatsch, man soll nicht aufhören, wenn es am schönsten ist.
00:22:37: Du hörst dann auf, wenn es anfängt, scheiße zu sein.
00:22:39: Warum soll ich denn aufhören, wenn es am schönsten
00:22:41: ist?
00:22:41: Es gibt trotzdem Leute, die haben den Zeitpunkt, dass das Abspruchs irgendwie verpasst und die landen dann im Dschungelcamp.
00:22:47: Ja, ja, aber das stimmt.
00:22:49: Aber das sind ja wiederum Dinge, die kann man machen, wenn man vor der Kamera ist.
00:22:52: Und man merkt, man hat jetzt so langsam, also medial die Reiseflughöhe verlassen und die Leute fangen wirklich massiv an, sich nicht mehr für einen zu interessieren.
00:23:00: Dann würde ich auch dazu... zu raten, lass es mal lieber.
00:23:03: Aber für jemand, der hinter der Kamera arbeitet, dort, und nach allem, was ich weiß, auch die Autorenleistung nicht schlechter geworden ist, da würde ich dann doch dazu raten sagen, mach einfach weiß, mach mal nix vor.
00:23:19: In Medienbelangen erledigen sich die Dinge eh in der Regel von ganz alleine.
00:23:23: Also wie viele Sendungen werden im Laufe eines Jahres eingestellt, obwohl du selber noch Spaß dran hast.
00:23:28: Also wenn Sie mich nicht mehr wollen, Dann sollen sie mich halt einfach rausschmeißen.
00:23:33: Ich bettele ja häufig um den Rausschmiss, auch bei RTL.
00:23:36: Dann sollst du mich halt einfach rausschmeißen.
00:23:38: Hat aber noch
00:23:38: keiner angedeutet, dass es für dich bald zu Ende sein
00:23:41: könnte.
00:23:41: Aber du, das ist ja auch beim Fernsehen ist es ja so, speziell, wenn du vor der Kamera stehst, also der Champagner, den sie dir schicken, damit du die gute Quote feiern kannst, den stellst du dir zwei Wochen in den Kühlschrank und dann kannst du dich dann schon betrinken, wenn die Sendung abgesetzt ist.
00:23:56: Meistens, wenn man den Grimmepreis gekriegt hat.
00:23:57: Wenn man den Grimmepreis kriegt, weiß man eigentlich schon, danach ist die Sendung ... Sag nage.
00:24:01: Sag Nage, Scheiße.
00:24:02: Aber du hast ja andere Standbeine, wenn man so über dich was liest, bei Wikipedia oder anderen tollen Formaten, wo man über Stars, über Bekanntschaften, über Promis was liest, dann hört man immer, du seist ja auch noch Kolumnenautor, bist du, weiß ich nicht, oder nicht mehr, beim Stern oder Süddeutsche oder auch in unterschiedlichen Formaten.
00:24:22: Ja, also beim Stern, beim Stern kolumniere ich nach wie vor regelmäßig.
00:24:27: Ich habe das lange nicht mehr über Kastrop-Roxel geschrieben, deshalb habe ich nichts entdeckt.
00:24:32: Ja,
00:24:33: aber ich habe in der Süddeutschen noch vor knapp einem Monat einen Text geschrieben zum Jahresabschluss.
00:24:40: Ja, den
00:24:40: hast du gepostet.
00:24:41: Genau.
00:24:41: Darüber hat Kastrop-Roxel auch eine Rolle gespielt.
00:24:43: Unur.
00:24:44: Unur, der für meine Tochter in Kastrop am zweiten Weihnachtstag den Weihnachtsmann gespielt hat und seine Kukurea locken, die lugten aber so ein bisschen unter der Kapuze hervor.
00:24:52: Aus dem, also ganz ehrlich, ein Weihnachtsmann, der also ins ein wenig anatolisch daherkommt und dann auch noch in Flip Flops vor der Tür steht.
00:25:01: So was erlebt meine in Hamburg geborene Tochter, aber echt nur in Kassau braucht.
00:25:05: Ist das nicht toll?
00:25:06: Ist das nicht toll?
00:25:07: Also, kolumnen.
00:25:08: Autor, dann bist du beim Kölner Treff im WDR inzwischen auch eigentlich jede Woche?
00:25:13: Ja, ja, mittlerweile.
00:25:14: Also, seit jetzt, mittlerweile ist schon das dritte Jahr, dass wir jede Woche auf dem Sender sind.
00:25:18: Susanne und ich haben ja vor nunmehr auch schon neun Jahren dort angefangen und waren damals noch so die Sommervertretung, dann irgendwann wechselten wir.
00:25:26: mit Böttinger ab.
00:25:27: Und dann haben wir dann irgendwann den Bums komplett übernommen.
00:25:30: Und das macht wahnsinnig viel Spaß.
00:25:32: Wirklich schön.
00:25:32: Und bietet mir natürlich auch die Gelegenheit, von Hamburg regelmäßig über Kastro-Brauxen nach Köln zu fahren.
00:25:38: Genau.
00:25:38: Und das war ja so ein Punkt, wo wir gesagt haben, komm, da machen wir mal eine Geschichte am Knacki.
00:25:43: Ja.
00:25:44: Das ist ja der JV-Amaisenhof in Ickern.
00:25:47: Da gibt es einen Fußballplatz, einen richtig schönen Rasenplatz.
00:25:50: Ja, fantastisch.
00:25:50: Und da ist der Mickey ja gefühlt jede Woche.
00:25:52: Ja.
00:25:52: Jetzt in der Sommersaison, sagen wir mal.
00:25:55: Mit seinen Kumpels von vor dreißig Jahren und später Fußball.
00:25:58: So ist es.
00:25:59: Wie lässt sich das bitte vereinbaren?
00:26:00: Du wohnst in Hamburg, du fährst nach Köln und hältst... bei deiner Familie und bei deinen Kumpels zum Kicken.
00:26:06: Genau.
00:26:06: Das ist ziemlich genau das ist es.
00:26:09: Ja, wir haben da vor vor dreißig Jahren angefangen, rund dreißig Jahren.
00:26:12: Ich glaube, es ist jetzt, in diesem Jahr sind es, glaube ich, wirklich dreißig Jahre und haben damals sind wir immer noch illegal eingestiegen.
00:26:18: Hört sich ganz
00:26:19: wild an.
00:26:20: Schon fast knast.
00:26:21: Aber es sind
00:26:22: die einzigen, die in den Knast eingebrochen sind, zumindest auf das Gelände über Zauen.
00:26:26: Damals hatten die noch so eine Art Jägerzaun nur rund um ihren Rasenplatz von der JVA.
00:26:30: Mittlerweile haben sie ihn richtig hohen.
00:26:33: mit Natrodrat und so.
00:26:34: Also war klar irgendwann vor fünfzehn, sechzehn Jahren, da muss man mal offiziell anfragen, ob man da regelmäßig drauf darf.
00:26:40: Die, die, meine Verbindungsleute von der JVA sind gute Leute.
00:26:44: Die
00:26:44: spielen auch selbst mit zum Teil.
00:26:45: Die
00:26:45: spielen auch selbst mit zum Teil und so.
00:26:47: Das ist einfach wirklich sehr, sehr schön.
00:26:48: Wir haben auch mal ein Freundschaftsspiel gegen die Knackis gemacht vor längerer Zeit.
00:26:51: Müssen wir mal wieder machen.
00:26:52: Vielleicht klappt es in diesem Jahr.
00:26:53: Das macht Bock.
00:26:54: Und ich fahre in der Regel immer mit der Bahn bis Dortmund.
00:26:57: Dann habe ich in.
00:26:59: In Dortmunder Norden hat Chico, der Lotto-Millionär, hat da mehrere Garagen und Chico ist mein Vermieter.
00:27:05: Chico ist mein Vermieter, der mir eine Garage dort stellt und dann hole ich das Auto raus und fahre damit nach Kastrop und wenn ich dann weiter nach Köln muss, fahre ich zurück nach Dortmund, stell das Auto in Chico's Garage und dann geht es weiter mit der Bahn ab nach Köln.
00:27:17: Und das machst du tatsächlich irgendwie gefühlt einmal die Woche oder alle zwei Wochen jetzt zwischen den Jahren.
00:27:22: Du hast so oft hast du geschrieben bei Instagram wie noch nie.
00:27:25: Das ist
00:27:25: wirklich verrückt.
00:27:25: Also das letzte Jahr haben wir so viel gespielt zusammen und das ist natürlich einfach toll.
00:27:30: Das ist einfach wirklich toll.
00:27:31: Es macht mir so viel Freude.
00:27:33: Das ist eine so gute Truppe.
00:27:34: Die ganzen Leute, die da sind, das macht einfach Spaß.
00:27:37: Die lieben sich auch alle.
00:27:38: Das ist einfach wirklich schön.
00:27:40: Den Eindruck hab ich auch.
00:27:41: Ich bin jetzt auch ... Du bist eingemeindet
00:27:43: worden.
00:27:43: Genau.
00:27:44: Und es ist einfach nett, selbst mit meinen, na ja, etwas limitierten Fußballfähigkeit, man ist aktiver, kann man da mitkicken.
00:27:52: Ansonsten hast du Podcasts, Apophika, Apocalypse und Filtercafé ist einer der größten Podcasts Deutschlands, würde ich jetzt mal sagen.
00:28:00: Ich kann ja jetzt nie widersprechen.
00:28:03: Wie macht man so was?
00:28:04: Und ... Wie geht das weiter?
00:28:07: Ja, genau.
00:28:08: Wie geht das?
00:28:08: Das ist eine Frage, die stelle ich mir auch regelmäßig.
00:28:11: Ja, also ein News-Podcast zu haben ist eine wirklich arbeitsintensive Aufgabe, da man den ja in der Regel spät am Abend vor dem Morgen, an dem man ausgestrahlt wird, aufnimmt, immer ab to date zu sein ist.
00:28:27: offen gestanden gar nicht so schwer, weil wenn du einmal angefangen hast mit dem ganzen Quatsch, dann bist du eh immer irgendwie in so einer Schleife drin und wenn du dich für Nachrichten und Zeitgeschehen interessierst, dann kommt das eh von ganz alleine.
00:28:39: Aber du musst diesen ganzen Betrieb natürlich irgendwie am Laufen halten.
00:28:42: Wir
00:28:42: besprechen jetzt dreißig Minuten lang.
00:28:44: Und du hast noch nicht einmal auf irgendein Gerät oder so geguckt.
00:28:47: Du konzentrierst dich tatsächlich aufs Gespräch.
00:28:49: Ja.
00:28:49: Und da verpasst du doch was um dich rum.
00:28:51: Nein, das ist okay.
00:28:52: Aber das ist übrigens eine Eigenschaft, die wird mir immer als positiv nachgesagt, auch wenn ich mit Freunden oder ein Bier trinken gehen oder so, dass ich nie aufs Handy gucke.
00:28:59: Das scheint mittlerweile ein herausragendes Charakteristikum zu sein.
00:29:05: Weil deine Frau Niki jetzt gerade die Arbeit macht, die immer als News-Junkie bezweifelt.
00:29:10: Niki ist ja sowieso deutlich besser über die Welt informiert, als ich und auch ihre analytischen Fähigkeiten übersteigen.
00:29:16: Meinung, ein Vielfaches.
00:29:18: Aber es ist sicherlich nicht verkehrt, wenn man mit einer Person, in diesem Falle mit einer Frau zusammen ist, die sich extrem fürs Zeitgeschehen interessiert und auch ein sehr klug... analytischen Blick hat.
00:29:27: Also immer blöd wäre, wenn plötzlich aus dieser Beziehung, das gibt es ja einen, einer ausschert.
00:29:32: Oder überleg mal auch in den letzten fünf, sechs, sieben Jahren, dass wir politisch ähnlich auf Entwicklungen blicken.
00:29:39: Ich meine, ich sage nur Corona und Co.
00:29:41: Also was das für teilweise auch jetzt der ganze Nahostkonflikt, was das für eine Schneise in persönliche Beziehungen geschlagen hat.
00:29:48: Also vielleicht ist das eine der größten Errungenschaften in der Partnerschaft, dass wir über die letzten zehn Jahre, dass uns keine gesellschaftliche politische Großkrise je hat entzweien können, sondern dass wir nach wie vor ähnlich auf Entwicklungen blicken.
00:30:05: Das ist auch nicht so schlecht, oder?
00:30:07: So, das ist ja im Prinzip dein Alltagsgeschäft, dieser Podcast, auch wenn du inzwischen ja ein Team aufgebaut hast, dann wir es Sonntags und Samstags vertreten regelmäßig, muss das also nicht jeden Tag machen.
00:30:17: Und jetzt, wenn ich in Australien bin auch, eine fantastische Leute, Markus Feldenkirchen, Jasmin Embarek, Cornelius Poilma dazu gestoßen,
00:30:24: Wolfgang Heim.
00:30:25: Wie wächst so ein Netzwerk über Kontakte, über le Jahre lange Arbeit oder was ist das?
00:30:29: Ja,
00:30:30: also vor allen Dingen langsam und gesund ist immer wichtig.
00:30:34: Genau, über... Wertschätzung, über gegenseitige Wertschätzung.
00:30:39: Also der erste Schritt ist immer, dass du etwas liest, dass du etwas hörst von Menschen wie Yasminin Barik oder Markus Feldenkirchen beispielsweise und du die einfach gut findest.
00:30:49: Und oft ist es dann so, dass sind... Menschen, die waren bei mir häufiger zu Gast.
00:30:53: und über diesen guten Vibe, den man miteinander hat, stellst du irgendwann fest, die würde ich gerne in irgendeiner Form enger an mich binden.
00:31:00: Und irgendwann kommt der Moment, dass du denkst, wir wollten ja sowieso mal die Woche dann voll machen, weil damals war es nur Montags, Mittwochs, Freitags, also hatten wir den Donnerstag frei und den Dienstag.
00:31:09: Und dann war der Gedanke da, sag mal.
00:31:12: Könntet ihr euch vorstellen, das nicht bei uns vielleicht auch zu hosten, bei den Dienstag oder den Donnerstag?
00:31:17: Und dann geht das plötzlich auf und du denkst, wie toll ist das eigentlich?
00:31:20: Für mich ist es jetzt schön, wenn ich in Australien bin, dann kann ich dem Podcast die ganze Woche durchhören, weil ich ja die Folgen mit mir selber ja nicht höre.
00:31:27: Wo sie ja nicht.
00:31:28: Und jetzt höre ich die ganze Woche durch, dann jogge ich irgendwo in Australien am Strand mit der eine Stunde Freizeit, die ich da am Tag hab und höre dem Podcast, dann ist da keine Ahnung, Robin Alexander zu Gast oder Marian Lau oder wer rümer.
00:31:40: Das
00:31:40: Einzige, was du noch machst, ist die Werbung einsprechen.
00:31:43: Genau, exakt.
00:31:44: Das ist immer ganz lustig.
00:31:46: Ich ziehe mir dann die Strapse an und bin dann quasi so einfach kurz... Die Werbohure.
00:31:49: Die Werbohure, die dann einfach da durchgeht.
00:31:51: Ja, aber ich weiß dir ganz ehrlich, ich habe schon mal im Leben schon ganz andere Sachen gemacht.
00:31:54: Da ist jetzt auch nicht mehr so schlimm.
00:31:56: Das ist inzwischen auch auf der Bühne, genauso wie der andere Podcast.
00:31:58: Es gibt noch einen anderen Podcast, da geht es um Fußball.
00:32:00: Genau, Fußball-MML
00:32:02: heißt der, da bist du auch noch irgendwie... Der
00:32:04: ist noch älter als Apotheker.
00:32:05: Bist du da Chef
00:32:05: oder nur Teil des Ganzen?
00:32:07: Ja,
00:32:07: ich bin tatsächlich Gesellschafter.
00:32:11: Das ist auch schlimm, weil ich halte mich ja immer für einen absoluten Freigeist und Freiberufler und Loskennen und stelle dann plötzlich fest, wenn ich so genauer gucke und auf die Steuer abrechnen, dass ich Unternehmer, wie du richtigerweise sagt, Unternehmer bin und Chef von mehreren Leuten.
00:32:25: Irgendwann denkst du, das passt gar nicht zu dem Selbstbild, wo man denkt, eigentlich bin ich da nur so.
00:32:30: Der kleine Michael aus Kassau-Brauxel, der da durch Henrikenburg läuft und dann stellt sie fest, ne, ich bin so richtig, ich bin der Wolfgang Grupp des Podcasts.
00:32:36: Sehr stark, sehr gut.
00:32:38: Da wollen wir auch mal irgendwann hinkommen, das schaffen wir nicht, aber dafür, dass wir jetzt eine Folge mit dir haben, da haben wir auch noch mal ein bisschen Fame abgegriffen.
00:32:45: Ist doch schon
00:32:45: mal.
00:32:45: Wir sonnen uns in deinem Strahlen.
00:32:48: Cheers.
00:32:49: Ja, jetzt geht's nach Australien vier Wochen, bist du da, ist das jetzt hier aus dem Winter des deutschen Winters, bist du das überdrüssig und freust dich schon auf die?
00:33:00: Ich will da ganz offen sein, ja.
00:33:03: Naja, weil in Hamburg, als ich am Dienstagmorgen gestartet bin und meine Tochter noch in die Grundschule gebracht habe, da waren es irgendwie, glaube ich, zwei Grad Minus und es war sehr verschneit.
00:33:14: Und Hamburg so richtig verschneit ist toll.
00:33:16: Wunder ist selten und wunderschön.
00:33:19: Aber wie lange ist das so?
00:33:20: Jetzt gucken wir aus dem Fenster.
00:33:21: Jetzt ist Kasrop Rauchsel.
00:33:23: Sieht gerade noch ganz schön aus.
00:33:24: Aber als ich in Köln war, heute Morgen, da waren es einfach so sieben Grad Nieselregen.
00:33:28: Und das ist der deutsche Winter.
00:33:30: So, und das ist er jetzt für die nächsten sechs Wochen.
00:33:32: Und Januar, Februar sind einfach richtige Kackmonate.
00:33:35: Das heißt ... Heiligabend, Weihnachten, die goldene Weihnachtszeit, Silvester, Neuer, der ganze Glanz und Glitter hat sich jetzt rausgewaschen und jetzt hat die Realität uns alle eingeholt.
00:33:45: Jetzt ist wirklich, also im Grunde sind jetzt sechs Wochen immer nur Dienstag.
00:33:51: Sehr schön.
00:33:52: Jetzt haben wir allerdings Mittwoch und ich habe noch eine Frage an dich, eher du weiter musst, keine Ahnung wo dein... Ja, deswegen
00:33:56: bin ich heute auch so gut gelaunt, weil schon wenn der Mittwoch ist, wär Dienstag, wär ich mit einer ganz anderen Stimmung hergekommen.
00:34:00: Dein Flieger in Frankfurt, der wartet wahrscheinlich schon auf dich.
00:34:02: Wenn du... Ab morgen.
00:34:04: Eine Sache von diesen ganzen Dingen, die du so to's sein lassen müsstest.
00:34:08: Welche wäre das?
00:34:08: Jetzt vielleicht beruflich oder, ich weiß nicht, knacky ist wahrscheinlich das Letzte, was du streichen würdest?
00:34:13: Das wäre
00:34:13: wie das Allerletzte, was ich streichen würde.
00:34:15: Tochter, Frau, knacky, das würde ich alles nicht streichen.
00:34:17: Das ist immer so schwer zu sagen.
00:34:19: Die Frage begegnet mir natürlich immer wieder mal.
00:34:23: Und leider muss ich sagen, ist alles für sich genommen so schön, dass ich einfach froh bin, dass du weißt doch, wie es ist.
00:34:30: Tobias, guck mal.
00:34:30: Männer.
00:34:31: Neigen doch dazu, selber nie Entscheidungen fällen zu können und zu wollen, wenn es darum geht, sich zu trennen.
00:34:37: Also ungefähr, äh, achtundachzig Prozent aller Männer, wenn die Trennung ansteht, dann deichseln sie so, dass sie irgendwann der Frau die Entscheidung überlassen.
00:34:45: Männer trennen sich nicht.
00:34:47: Männer wollen getrennt werden.
00:34:49: Und da ich beim Fernsehen arbeite, erledigen sich die Dinge oft von ganz alleine.
00:34:53: Ich hab fünf Jahre lang bei NTV eine politische Talkshow gemacht.
00:34:56: Ich hab das gerne gemacht, die Show ist auch gut gelaufen.
00:34:58: So, ich wurde davon getrennt.
00:35:00: Obwohl's mir... Spaß gemacht hat.
00:35:01: Und das erwarte ich auch von allen anderen Formaten, die ich mache, die sollen gefälligst die Eier haben, sich von mir zu trennen, weil ich komme da jeden Tag hin und bin gut gelaunt und sage, was machen wir denn jetzt heute?
00:35:11: Und irgendwann sagen sie mir, hast du das gar nicht mitbekommen, hast du noch nicht DWDL den Mediendienst gelesen, wir haben dich doch entlassen.
00:35:17: und dann komme ich da hin und sage, ah so, das erwarte ich von da, bitte feuert mich, ich werde nicht gehen.
00:35:22: Ich bin total gespannt, wann Onur Kocha Kaya dich beim Knacki-Kick rausschmeißt.
00:35:26: Ja, das,
00:35:26: genau, das stimmt.
00:35:27: Ja, das stimmt.
00:35:29: Es ist Mittwoch und Die nächste Woche Abend wird wieder gekickt.
00:35:31: Da bist du aber nicht dabei.
00:35:32: Nee, ich bin ja wie so eine Herberksmutter für den Laden.
00:35:34: Ich organisiere das im Zweifel von Australien aus, weil sonst kriegen diese ja nie alleine hin.
00:35:39: Wirklich beheißen, Herz.
00:35:40: Wir sagen zum Abschied immer einen wichtigen Gruß.
00:35:43: Ich weiß nicht, ob du den auch kannst.
00:35:44: Wir sagen Glück auf.
00:35:46: Ja, ihr seid ja auch Schalker, ne?
00:35:49: Also bist du Mist, bist du Mist.
00:35:51: Alles Gute, daunander.
00:35:52: Thanks
00:35:52: for having
00:35:53: me.
00:35:59: Ciao.
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